Trachtenchor: «Jetz wemmer eis jutze und luschtig si»

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Der Trachtenchor Oftringen unter der Leitung von Zoryana Mazko löste mit seinen Liedern heimatliche Gefühle aus. KURT BUCHMÜLLER

Es ist erstaunlich, wie im Schmelztiegel Oftringen mit seiner Bevölkerung aus über 80 Nationen das einheimische Brauchtum und Kulturgut gedeihen kann. Die Trachtengruppe pflegt und hegt es gleich dreifach: mit der Sing-, Tanz- und Theatergruppe. Dies immer bodenständig und mit spürbarer Begeisterung. Das dient auch der Integration. Die Singgruppe wird nämlich geleitet von Zoryana Mazko. Sie stammt aus der Ukraine, kennt die Seele der dortigen Volksmusik und kann sie gefühlvoll mit der hiesigen verbinden. Sie dirigiert nicht nur, sondern fügt sich nach dem Anstimmen in den Chor ein und singt mit.

«Chömmed cho lose und luege»
Den Auftakt zum Konzertteil machten die Oberbaselbieter Ländlerfründe in der Besetzung mit zwei Schwyzerörgeli, zwei Klarinetten und Bass. Freundnachbarlich leiteten sie den Abend mit dem Zofinger Marsch ein. Im weiteren Verlauf gaben sie den Takt an beim Einzug und Abgang der Tanzgruppe und begleiteten den Schwung der tanzenden Paare. Der Trachtenchor begann seinen Liederkranz mit «Vom Gä und Näh», der mit den Worten beginnt «Wie schön, im Mitmensch Liebi z gä! Vo ihm au gärn mol öppis z näh.» Dieses Geben und Nehmen war der rote Faden im Programm, moderiert von Michelle und Fabienne Schadegg. Sie machten mit den Titeln, Komponisten und der Eigenart der Aufführungen bekannt und sorgten so dafür, dass ihr Inhalt im Publikum ankam. In den Liedern geschah dies durch eine sehr deutliche Artikulation, die Harmonie in der Stimmführung und durch berührende, fein aufeinander ausgerichtete Akkorde in den Jodeln. Den Höhepunkt in dieser Beziehung erreichte das Terzett Evi Graber, Susanne Hilfiker und Helene Wagner in «Im Mondschiin» (Jakob Ummel/Hanni Bracher). «Erdeschön» sei dies, heisst es im Lied. Gleicher Auffassung war auch das Publikum. Den gleichen Eindruck hinterliessen auch Helene Wagner und Evi Graber, auf der Handorgel begleitet von Hans Bühler. Ihre Auslegung von «Jetz wemmer eis jutze» (Ernst Grollimund), «E Sunntig i de Bärge», «Längizyti» (Adolf Stähli) und als Zugabe «s Bärgbächli» (Gebrüder Widmer) gehört zum Feinsten im kultivierten Jodelgesang. «Wunderschön» rief spontan eine Nehmende im Publikum. Auf demselben hohen Niveau bewegte sich die Tanzgruppe unter der Leitung von Lisebeth Wälchli und Kurt Losli. Jeder Schritt, jede Bewegung und Drehung, jeder Hand- und Partnerwechsel, das Durchschlüpfen und Wenden, Hüpfen und Bücken waren absolut synchron mit dem Takt der Musik.

Eine Stunde Spannung und Spass
Nach der Pause begann die Komödie oder besser gesagt der Krimi «Mary und Joe» von Lukas Bühler. Tatort: Das Wohnzimmer der alleinstehenden Mary (Therese Urech). Auf der Bühne und im Saal ist es lange Zeit dunkel, nur das Licht einer Taschenlampe geistert herum, die Spannung beginnt zu Knistern. Als es hell wird, kommt im Radio die Nachricht von einem Raubüberfall auf die Sparkasse Oftringen, der Gangster sei auf der Flucht, die Bevölkerung sei zur Mitarbeit aufgefordert. Das kümmerte jedoch Mary nicht, sie erkennt im Eindringling den ehemaligen Schulschatz Seppli, der allerdings drei Jahre älter war als die übrige Klasse. Seppli oder «Killer Joe» (Bruno Losli) wie er jetzt genannt werden will, führt eine Waffe mit, die ihm Mary entreisst und ein Gemälde von der Wand schiesst. Kommissar Hösli (Tobias Sturmy) und sein Assistent Schmutz (Fritz Oppliger) nehmen die Aussagen der Anwohner auf. Als die italienische Putzfrau (Franzika Wüest) das Zimmer reinigt, schüttelt sie auch die Kissen auf dem Sofa, findet dabei die Beute von Joe und versteckte sie unter ihren Kleidern. Jetzt folgt eine Aktion nach der anderen. Biondi erliegt in einem Kampf, wird unter einer Decke auf dem Sofa entsorgt, die Spitex-Pflegefrau (Lisebeth Wälchli) gerät in ein Handgemenge und der alkoholfreudige Schmutz trinkt versehentlich Rizinusöl. Kurz: Es wurde treffsicher gespielt, mit vielen witzigen Pointen geladen.

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