Mein neues Handy und der Albtraum

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Raphael Nadler (Archivbild)

Seit einigen Wochen habe ich ein neues Handy. Nicht irgendeines, nein, ein iPhone 8. Es ist erst mein sechstes Mobiltelefon, seit ich im letzten Jahrtausend in den Journalismus eingestiegen bin. Mein Neues hat 128 GB Speicherplatz. Nur so wenig, belächeln mich jüngere Arbeitskollegen mitleidig.

Die 54 wichtigsten Apps geben mir regelmässig wichtige Tipps für den Alltag. Unzählige Filter verschönern meine bis vorgestern geschossenen 2262 Fotos. Viele von ihnen teile ich auf allen möglichen Plattformen. Unzählige Likes, rote Herzen und Wows gibt es bei neuen Bildern. Ab und zu auch ein Hahaha. Von den Rückmeldungen auf meine 112 bis jetzt gedrehten und selbst geschnittenen Videos ganz zu schweigen. Das motiviert.

Kaum eine Viertelstunde vergeht, ohne dass ich nicht mindestens einen Blick auf mein Smartphone werfe, die Mailbox checke und auch sofort auf Nachrichten reagiere. Vor dem Zubettgehen werfe ich einen letzten Blick darauf. Lege es dann beruhigt aufs Nachttischchen und freue mich, wenn ein sanftes «Bling» das Eintreffen von neuen Mails und Textnachrichten verkündet. Für die Anrufe meines Chefs, der Polizei oder der Feuerwehr habe ich einen «giftigen Alarmton» hinterlegt. Allzeit bereit! Ich verstehe nicht, dass gewisse Kollegen zwar ein schönes Handy haben, aber trotzdem nie erreichbar sind.

Der Wecker klingelt. Er reisst mich aus dem Tiefschlaf. Meine linke Hand sucht geistesgegenwärtig das Handy. Der Griff geht ins Leere. Jetzt reisse ich die Augen auf.

Bachnass, aber total erleichtert stelle ich fest: Es war alles nur ein schlechter Traum. Mein iPhone liegt dort, wo es nachts immer liegt. Abgestellt in meinem Büro, neben dem ebenfalls heruntergefahrenen Internet-Router. Nach dem Frühstück drücke ich den ON-Knopf, fahre den Arbeitsmodus hoch.

Natürlich gehört ein Handy zum Alltag eines Journalisten und, ich gebe es zu, es erleichtert die Arbeit. Doch es ist nicht mein Glücklichmacher. Ich lass mir von ihm auch nicht mein Leben diktieren. Während für andere die Grösse des Speicherplatzes wichtig ist, schalte ich immer öfters das Handy aus und geniesse natel- und medienfreie Zeit. Freizeit. Zeit für richtige Freunde.

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