Car-Pooling: «Es braucht eine nationale Lösung»

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Der Stadtrat sieht von der Förderung des sogenannten Car-Pooling in der Stadt derzeit ab. (Keystone)

In den Stosszeiten wirds eng auf den Luzerner Strassen. Und die Autos sind - so kann der Interpellation von Marco Müller (Grüne) entnommen werden – jeweils nur mit wenigen Personen besetzt. Während den Tagen, als im März 2017 der Bahnhof Luzern wegen eines entgleisten Zuges blockiert war, bildeten sich Fahrgemeinschaften - Car-Pools, was die Grünen in der Stadt Luzern gerne sähen.

Nur: Die Zeit scheint für den Luzerner Stadtrat derzeit nicht reif genug. In einer Antwort auf die Interpellation von Marco Müller (Grüne) erklärt der Stadrat zwar, dass er das Potenzial von Carpooling anerkenne. Die Förderung dessen stelle jedoch eine «grosse Herausforderung» dar. Der Bund habe seine Car-Pooling-Offensive gestoppt, weil von Seiten der Privatwirtschaft die Unterstützung gefehlt und deshalb kein konkretes Projekt habe erarbeiet werden können. «Vor diesem Hintergrund erachtet der Stadtrat zum heutigen Zeitpunkt die Lancierung eines lokalen Pilotprojekts für Car-Pooling nicht als sinnvoll. Aus Sicht des Stadtrates sind in Luzern vorerst zahlreiche andere Massnahmen im Hinblick auf eine nachhaltige städtische Mobilität erfolgversprechender.» Was das sein könnte, dürfte gemäss Stadtrat konkret in der überarbeiteten Mobilitätsstrategie Niederschlag finden. Dieses Konzept soll noch dieses Jahr vorgestellt werden.

Frage der Technologie

Marco Müller, Interpellant und für die Grünen im Parlament des Grossen Stadtrates, ist enttäuscht von der Reaktion der Stadtregierung: «Ich bin etwas konsterniert von dieser Antwort des Stadtrates und dass er nichts macht». Zwar kann Müller nachvollziehen, dass diese Haltung besteht, weil der Bund sein Vorhaben auf Eis gelegt hat. Marco Müller sagt aber auch, dass er am Ball bleiben will. Für ihn ist klar: «Der Druck müsste grösser sein». Derzeit sei die Stadt Luzern in Stosszeiten von der Problematik des hohen Verkehrsaufkommen betroffen. Auf den beiden Brücken habe es sogar abgenommen. Ohnehin sei das Thema im grösseren Kontext zu sehen: Müller würde beispielsweise in seinem Falle mit Wohnort Luzern und Arbeitsort Zürich eine Fahrgelegenheit über die Region hinaus benötigen. Auch darum erklärt er: «Ich merke, es braucht eine nationale Lösung».

In der Antrage von Marco Müller wurde auch die Idee aufgeworfen, für das Car-Pooling gewisse Strassenabschnitten oder Fahrspuren zu reservieren. Allenfalls diese zusammen mit Taxis, Bussen oder Velos zu nutzen. Der Stadtrat erklärt hierzu, dass er die Möglichkeit, ausschliesslich für Car-Pooling zu reservieren, nicht sehe. Dies, weil der Strassenraum begrenz sei. «Unabhängig von einem konkreten Projekt oder Vorschlag ist davon auszugehen, dass dies höchstens in kombinierter Nutzung möglich wäre. Aber auch davon ist aus Sicht des Stadtrates aus heutiger Sicht abzusehen, da der Kontrollaufwand einerseits zu gross, vor allem aber die negativen Auswirkungen für die heute auf separaten Fahrspuren exklusiv bevorzugten Verkehrsmittel (vor allem Busse) beträchtlich sein könnten.»

Derzeit keine Kampagne

Zudem: Der Stadtrat könne zwar vom Grundsatz her «Parkplätze für Fahrgemeinschaften zu günstigeren Parkgebühren abgeben, eine längere Parkdauer gewähren oder spezifische Parkplätze für Fahrgemeinschaften schaffen. Das würde aber die Kontrollorgane vor zusätzliche Schwierigkeiten stellen», heisst es in der Interpellations-Antwort weiter. Der Stadtrat will derzeit offenbar auch nicht die Öffentlichkeit in einem grösseren Rahmen auf das Thema Car-Pooling sensibilisieren. Er erachte es zum jetzigen Zeitpunkt nicht als gegeben an, «die für die Förderung der nachhaltigen Mobilität zur Verfügung stehenden Ressourcen explizit für eine Car-Pooling-Kampagne einzusetzen.»

Der Grüne Marco Müller denkt dass Car-Pooling so oder so auch eine Frage der Technologie ist, es beispielsweise eine dem Angebot entsprechende App brauche. «Das könnte dann der Bund oder ein Privater anbieten. Der Fokus auf eine Stadt ist wohl zu klein».

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