Kölliken zieht dem geplanten EW-Verkauf den Stecker

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Die EWK Energie AG bleibt in der Hand der Gemeinde.

Die EWK Energie AG bleibt in der Hand der Gemeinde Kölliken. Die Bürgerinnen und Bürger zogen mit knapp 65 Prozent der abgegebenen Stimmen (910 gegen 477) den Stecker für einen Verkauf des «volkseigenen» Stromversorgungsunternehmens an die Aarauer Eniwa AG – die bis zum 1. Januar unter dem Namen IBAarau AG firmiert hat.

Die Idee, das Dorf-EW und damit «Tafelsilber» zu verkaufen, hatte der Kölliker Gemeinderat in der Zusammensetzung seiner letzten Legislatur. Nein, Geld für die laufende Rechnung der Gemeinde oder für die Rückzahlung von Schulden wurde nicht benötig. Die von der Eniwa AG gebotenen 12 Millionen Franken sollten in ein Sonderkässeli fliessen – und vom Stimmbürger dereinst an künftigen Gemeindeversammlungen für «nachhaltige Projekte» freigegeben werden. Dazu sagte die Gemeindeversammlung im November 2017 mit 78 gegen 94 Stimmen Nein.

Klarer Entscheid

Umgehend ergriff ein Komitee das Referendum. Hauptargumente: Ob in ein paar Jahren wieder jemand 12 Millionen zu zahlen bereit ist, steht in den Sternen – und je kleiner ein Stromnetz ist, desto schwieriger seine Zukunft. Was sagt Edi Roth, einer der Koordinatoren des Referendums, nun? «Das Resultat ist klar, basta.» Für das Komitee sei im Zentrum gestanden, dass der Entscheid via Urnenabstimmung breit abgestützt wird. Dies ist gelungen – die Stimmbeteiligung betrug exakte 50 Prozent.

Sebastian Wildi ist Präsident der SP Kölliken und kämpfte mit seiner Partei gegen den Verkauf. «Die Kölliker wollen weiterhin selber über die Stromversorgung und den Strompreis in Kölliken entscheiden. Das EW Kölliken ist sowohl technisch wie auch organisatorisch für die Zukunft bestens gerüstet. Weshalb sollten wir einen Goldesel ohne Not verkaufen?»

Mario Schegner ist seit 1. Januar Gemeindeammann. Er geht mit dem «klipp und klaren» Resultat nüchtern um. Zwar laufe der Pachtvertrag für das EW mit der Eniwa aus – ein Grund für die Verkaufsverhandlungen. Aber Schegner ist zuversichtlich, einen neuen Vertrag mit ähnlich guten Bedingungen aushandeln zu können. «Die Eniwa ist eine verlässliche Partnerin.» (bkr)

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