Langenthal-Captain Stefan Tschannen: «Wir waren etwas dumm»

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SCL-Captain Stefan Tschannen spricht nach der Niederlage im Wallis Klartext. (Bild: Leroy Ryser/Archiv)

Stefan Tschannen, Captain des SC Langenthal, schüttelt den Kopf bei der Suche nach Erklärung für die 3:4-Niederlage nach Verlängerung beim EHC Visp. Bis vier Minuten vor Schluss hatte seine Mannschaft in diesem vierten Playoff-Viertelfinalspiel geführt. Durch eine dumme Strafe von Aurélien Marti – er checkte seinen Gegenspieler gegen den Kopf – in Unterzahl mussten die Oberaargauer aber für 26 Sekunden mit zwei Spielern weniger ran.

Als dann immerhin Kim Karlsson wieder aufs Eis zurückkehren durfte, erstreckte sich die Spanne im Boxplay über 3:34 Minuten. Notabene kurz vor der dritten Sirene, als Visp ohnehin seine Schlussoffensive gestartet hatte. Das blieb nicht ohne Folgen: Zwei Sekunden, nachdem der SCL wieder komplett war, schlug der Puck nach Andy Furrers Schuss hinter Torhüter Marco Mathis zum 3:3 in den Maschen ein.

«Wir waren etwas dumm», fand Stefan Tschannen deutliche Worte. «Insgesamt konnten sie zweimal mit fünf gegen drei Feldspieler agieren. Wir dürfen keine Strafen nehmen, wenn wir bereits in Unterzahl sind», kritisierte der Captain.

Kraftvoller EHC Visp
Der SC Langenthal blickte gestern Sonntag in verschiedene Gesichter seines Gegners: Die Walliser stemmten sich kraftvoll und zuletzt erfolgreich gegen die drohende dritte Niederlage, die den möglicherweise letzten Auftritt in der laufenden Saison vor eigenem Publikum bedeutet hätte. Früh kassierte die Mannschaft von SCL-Trainer Per Hanberg einen Gegentreffer, bereits nach drei Minuten schoss Mark van Guilder das 1:0.

Zunächst versuchte Visp, das Tempo der Berner Gäste anzunehmen. Doch als Stefan Tschannen in der 15. Minute den 1:1-Ausgleich realisierte, suchen die Visper, über Emotionen das Spiel wieder an sich zu reissen. Unter anderem kassierte Langenthals Verteidiger Aurélien Marti zweimal einen Check mit dem Stock in den Rücken. Bei beiden Aktionen kassierte Visp eine Strafe, weshalb der Gastgeber rasch wieder von dieser aggressiven Spielweise abrückte.

Zu wenig clever
Was aber nicht bedeutete, dass der SC Langenthal nun einfaches Spiel hatte: Nur zwei Minuten nach Stefan Tschannens Treffer in doppelter Überzahl zum 2:1 glich Jens Nater für Visp erneut aus. Und auch auf Stefan Rüegseggers 3:2 wenige Sekunden danach wussten die Walliser – wenn auch spät – eine Antwort in der Person von Andy Furrer. Zu wenig clever verhielt sich der SCL in den Schlussminuten.

In der Verlängerung war es schliesslich Leiv Fogstad Vold, der Visp in der 67. Minute ins Glück schoss. «Es ist eigentlich nicht schwierig, hier zu gewinnen», sagte Stefan Tschannen. «Wir haben hier oft gewonnen. Heute war es eng und am Schluss hatten sie etwas Glück. In der Verlängerung macht jemand das Tor – heute waren sie es.»

Visp - Langenthal 4:3 n.V. (1:1, 1:2, 1:0, 1:0)
Litterna-Halle. – 3772 Zuschauer. – SR: Müller/Prugger, Dreyfus/Pitton. – Tore: 3. Van Guilder (Kissel) 1:0. 15. Tschannen (Karlsson) 1:1. 26. Tschannen (Kelly, Cadonau/Ausschlüsse Valenza, Rampazzo) 1:2. 28. Nater (Camperchioli, Altorfer/Ausschluss Marti) 2:2. 29. Rüegsegger (Tschannen) 2:3. 57. Furrer (Altorfer) 3:3. 67. Vold (Alihodzic, Portmann) 4:3. – Strafen: 7-mal 2 Minuten gegen Visp. 8-mal 2 Minuten plus 1-mal 10 Minuten (Marti) gegen Langenthal.
Visp: Lory; Wiedmer, Forrer; Camperchioli, Nater; Wolf, Heynen; Rampazzo; Kissel, Van Guilder, Furrer; Dolana, Achermann, Altorfer; Burgener, Alihodzic, Sturny; Vold, Schmidli, Portmann; Valenza.
Langenthal: Mathis; Rytz, Cadonau; Ahlström, Völlmin; Marti, Pienitz; Colin Gerber; Tschannen, Karlsson, Kelly; Füglister, Dünner, Kummer; Tom Gerber, Dal Pian, Leblanc; Schommer, Malgin, Rüegsegger; Hess.
Bemerkungen: Langenthal ohne Campbell, Pivron und Trüssel (alle überzählig). Visp ohne Djerrah, Dubois, Lindemann, Thibaudeau (alle verletzt) und Ritz (krank). 56. Pfostenschuss Kissel.

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