EW-Verkauf: Money Makes The World Go Round

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Wäre der Knall bei Raiffeisen Tage früher erfolgt, wäre man versucht, von einem RaiffeisenEffekt zu sprechen. Wer kannte sie nicht – die urtümliche, basisdemokratische Dorfkasse? Sie ist Schritt für Schritt ausgehebelt und zentralisiert worden. In Kölliken will man nicht, dass sich dieser Trend in einem anderen Bereich wiederholt: Die Stimmberechtigen sagten gestern Nein zu einem Demokratieabbau in Sachen Stromversorgung. Wobei dieser relativ ist: Das örtliche EW ist eine Aktiengesellschaft ohne direkte Mitsprache der Bürgerinnen und Bürger. Im Zentrum für das Nein dürfte vielmehr das liebe Geld gestanden haben. Zum einen: Kölliken benötigt keine zwölf Millionen Franken – hat aktuell auch keinen Verwendungszweck. Zum anderen sind die Strompreise in Kölliken sensationell tief, während jener in Aarau zu den höchsten im Kanton gehört. Die Eniwa produziert in einem eigenen Kraftwerk sehr teuren Strom und ihr angestammtes Netz ist in die Jahre gekommen – marode geworden. Kölliken in die Eniwa integriert: Drohte da nicht die Gefahr, mittelfristig über den Strompreis mitbezahlen zu müssen? Das EW Kölliken ist schmuck, aber für die Herausforderungen des Strommarktes zu klein. Das wurde längst erkannt und das Werk per Pachtvertrag an die Eniwa gekoppelt. Die wichtigste Hausaufgabe ist gemacht.

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