Sturmschäden nach Burglind: «Der Neuaufbau wird Jahre dauern» - mit Video und Galerie

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Forstwart Rolf Mosimann arbeitet seit Tagen im «Martinsgraben» und schneidet umgestürzte Bäume. (Bild: RAPHAEL NADLER)

Wer zurzeit durch die Wälder der Region spaziert, fährt oder rennt, der trifft an vielen Ort noch auf vom Sturm Burglind geworfenes Holz. «Warum ist das noch nicht weggeräumt?», wollen viele Waldbenutzer von Ernst Steiner, dem Leiter des Forstbetriebs Region Zofingen (FBRZ) wissen. «Die vom Sturm geworfene Holzmenge entspricht dem Volumen einer durchschnittlichen Jahresnutzung in unserem Gebiet», sagt Steiner. «Was wir sonst im Winterhalbjahr von September bis März in sieben Monaten verarbeiten, können wir nicht mit denselben Ressourcen nicht in zwei Monaten erledigen.»

Wenig Verständnis
Die Verantwortlichen haben für die 17000 m³ Holz, die es zurzeit zusätzlich zu verarbeiten gilt, ein KonW zept gewählt, welches für die Waldbesucher grösstmögliche Sicherheit garantiert. Trotzdem wird das nicht von allen Waldbenutzern geschätzt. «Obwohl das Schadenausmass nach ‹Burglind› deutlich kleiner ist als nach ‹Lothar› (1999) oder nach dem Gewittersturm (2011), haben wir noch nie so viel Druck aus der Bevölkerung für eine schnelle und uneingeschränkte Begehbarkeit der Wälder gespürt», sagt Ernst Steiner weiter. Trotzdem muss der Forstbetrieb auch die Kosten im Auge behalten. Das Konzept sieht vor, dass immer nur so viel Holz aufgerüstet wird, wie verkauft und verarbeitet werden kann. «Durch die laufenden Einnahmen aus dem Holzverkauf können die Kosten für die Aufrüstarbeiten laufend gedeckt werden, womit der Betrieb nicht in Liquidationsengpässe gerät», betont Ernst Steiner. «Wir können nicht zusätzliche Leistungen einkaufen, für welche wir das erforderliche Geld gar nicht haben!»

Sechs Mann im Dauereinsatz
Geht es nach der Bevölkerung, so sollten die sechs Förster und Forstwarte des Forstbetriebs der Region Zofingen überall gleichzeitig sein. «Ein Ding der Unmöglichkeit», sagt Förster Daniel Gautschi. «Die Arbeit am Sturmholz ist sonst schon sehr anspruchsvoll und fordert den Männern und ihren schweren Maschinen alles ab.»

Das Zofinger Forstunternehmen ist zuständig für rund 1705 Hektaren Wald oder umgerechnet 2400 Fussballfeldern. Dazu kommen 130 Kilometer Waldstrassen. Diese Wälder liegen in sieben verschiedenen Gemeinden und in zwei Kantonen. Die Hauptschadengebiete liegen im Weidwald und im Langholz (Gemeinde Rothrist), im Tannacher (Gemeinde Murgenthal), im Nordostteil des Boonwaldes: Gebiet Stockmatt und im nördlichen Teil des Unterwaldes (Gemeinde Vordemwald), im Ramoos (Gemeinde Strengelbach), im Baan: Martinsgraben und Riedtal (Gemeinde Zofingen) sowie am Bühnenberg (Gemeinde Oftringen).

Das Sturmaufräumkonzept des FBRZ sieht vor, nicht in erster Priorität gezielt nur die Waldstrassen zu öffnen, sondern auch in den Flächen zwischen den Strassen einzugreifen. «Dieses Vorgehen stellt sicher, dass die so bearbeiteten Gebiete im ursprünglichen Sinne als sicher gelten und von der erholungssuchenden Bevölkerung wieder im gewohnten Rahmen begangen werden können», sagt Daniel Gautschi. «Dort, wo die Strassen noch durch Bäume blockiert sind, muss davon ausgegangen werden, dass einzelne Waldstrassen und Waldgebiete noch für längere Zeit nicht zugänglich sein werden.»

In vielen Waldgebieten mit hohem Erholungsdruck sind die Schäden aber auch schon weitgehend aufgearbeitet, und diese können wieder im üblichen Rahmen betreten werden.

Mitte Sommer fertig
«Wir hoffen, dass die Spuren von Burglind bis Mitte Sommer beseitigt werden können und bitten die Bevölkerung für einzelne Einschränkungen um Verständnis», sagt Ernst Steiner. Förster Daniel Gautschi leidet mit «seinen» Wald mit. «Diesmal hat es viele gesunde Bäume erwischt», sagt er. «Der Neuaufbau der betrof

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Ernst Steiner zeigt den Bereich, der in der Region am schwersten vom Sturm Burglind verwüstet wurde. (ran)
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