Beznau I darf wieder ans Netz – Axpo verliert durch dreijährigen Ausfall 350 Millionen

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Reaktor 1 des AKW Beznau darf wieder in Betrieb gehen. Die Kraftwerkinsel ist derzeit gesperrt. (Bild: Sandra Ardizzone/AZ)

Die Axpo werde nach dem positiven Entscheid des ENSI die Anlage schrittweise wieder in Betrieb nehmen, hiess es an einer Medienkonferenz der Betreibergesellschaft vom Dienstag in Brugg. Bei der Wiederinbetriebnahme würden umfangreiche Sicherheitstests durchgeführt.

Danach wird der Leistungsbetrieb gemäss Axpo-Angaben stufenweise aufgenommen, so dass Block 1 voraussichtlich Ende März wieder auf Volllast sein wird. Damit dürfte Beznau 1 nach genau dreijähriger Pause wieder Strom liefern können.

Sämtliche Untersuchungen, die im Zusammenhang mit den Einschlüssen am Reaktordruckbehälter durchgeführt wurden, hätten die ursprünglichen Annahmen bestätigt, sagte Axpo-CEO Andrew Walo vor den Medien. Die Unregelmässigkeiten seien herstellungsbedingt und nicht betriebsbedingt.

Für die Axpo habe sich die Nachweisführung als höchst komplex und ressourcenintensiv erwiesen, sagte Walo weiter. Rund 40 interne und externe Experten sowie mehrere spezialisierte Unternehmen hätten dabei mitgearbeitet.

Zusammen mit der Ersatzbeschaffung von Strom für die ausfallende Produktion kostet dies die Axpo rund 350 Millionen Franken. Die Axpo plant laut Walo, die Anlage bis gegen 2030 zu betreiben.

Scharfe Reaktion von Greenpeace
In einer ersten Reaktion verurteilt Greenpeace die Wiederinbetriebnahme von Beznau 1. Es sei ein «schwarzer Tag für die nukleare Sicherheit». Greenpeace werde die technischen Grundlagen zum ENSI-Entscheid in den kommenden Wochen vertieft analysieren. Bereits jetzt lasse sich aber sagen, die Aufsichtsbehörde nehme ein erhöhtes Risiko billigend in Kauf.

Mängel nicht betriebsbedingt
Sämtliche Untersuchungen, die im Zusammenhang mit den Einschlüssen am Reaktordruckbehälter durchgeführt wurden, hätten die ursprünglichen Annahmen bestätigt, sagte Axpo-CEO Andrew Walo vor den Medien. Die Unregelmässigkeiten seien herstellungsbedingt und nicht betriebsbedingt.

Für die Axpo habe sich die Nachweisführung als höchst komplex und ressourcenintensiv erwiesen, sagte Walo weiter. Rund 40 interne und externe Experten sowie mehrere spezialisierte Unternehmen hätten dabei mitgearbeitet.

Zusammen mit der Ersatzbeschaffung von Strom für die ausfallende Produktion kostet dies die Axpo rund 350 Millionen Franken. Die Axpo plant laut Walo, die Anlage bis gegen 2030 zu betreiben.

ENSI gab grünes Licht
Die Axpo habe nachgewiesen, dass die im Stahl des Reaktordruckbehälters gefundenen Aluminiumoxid-Einschlüsse keinen negativen Einfluss auf die Sicherheit haben, hatte wenige Stunden davor ENSI-Direktor Hans Wanner ebenfalls in Brugg AG vor den Medien gesagt. Das ENSI habe den Nachweis geprüft und akzeptiert.

Das ENSI hatte 2015 gefordert, dass die Axpo die Ultraschallanzeigen, welche auf die Befunde im Stahl des Reaktordruckbehälters hinweisen, untersucht, charakterisiert und bewertet.

Weil man keine grösseren Proben aus dem Reaktordruckbehälter entnehmen konnte, liess die Axpo nach dem selben Verfahren eine Kopie des Reaktordruckbehälters herstellen. Ultraschalluntersuchungen an der Replika zeigten ein ähnliches Bild wie beim Original.

Kern des Nachweises der Axpo gegenüber der ENSI bildete der Beleg, dass die gefundenen Aluminiumoxid-Einschlüsse keinen negativen Einfluss auf die Materialeigenschaften des Reaktordruckbehälters und damit auf die Sicherheit haben.

Zudem musste die Axpo mikroskopische Untersuchungen über die Zusammensetzung des Stahls durchführen. Damit wollte das ENSI, dass Anreicherungen bestimmter Elemente ausgeschlossen werden konnten. Solche Elemente hätten möglicherweise die Versprödung, die bei der Bestrahlung entsteht, beeinflusst.

Sowohl in unmittelbarer Nähe der Aluminiumoxid-Einschlüsse, als auch im Material dazwischen seien keine solchen Anreicherungen gefunden worden, sagte ENSI-Direktor Wanner.

Rund 925 fehlerhafte Materialstellen
Beznau 1, einer der ältesten kommerziellen Reaktoren der Welt, ist seit März 2015 vom Netz. Im Sommer des gleichen Jahres wurden bei der Jahresrevision am Reaktordruckbehälter dank neuster Messtechnologie rund 925 Materialfehler entdeckt.

Es handelte sich um fehlerhafte Materialstellen von einer Grösse von fünf bis sechs Millimetern. Gemäss ersten Abklärungen der Axpo waren diese Materialfehler nicht während des Betriebs des Reaktors entstanden, sondern bei der Schmiedung des Druckbehälters 1965 in Frankreich.

Letzte Woche war die Kraftwerksinsel mit massiven Betonblöcken abgeriegelt worden.

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Ensi-Direktor Hans Wanner an der Medienkonferenz in Brugg (Bild: Ennio Leanza)
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