Hinter dem «Ochsen» wird der «Blackmoon»-Gin gebrannt

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Schon viele gute Ideen nahmen in einer Garage ihren Anfang. Gut möglich, dass auch Urs Riedos «Blackmoon»-Gin richtig durchstarten wird.

Samstagmorgen in einer Garage hinter dem Gasthaus zum Ochsen. Urs Riedo, «The Distiller», ist in seinem Element. Er werkelt an seinem Brennkessel herum. Dabei sieht ihm Christian Widmer auf dem Sofa sitzend zu. Die beiden sind Freunde, kennen sich seit der Schulzeit. Urs Riedo arbeitet akribisch, notiert alles in ein Brenn-Protokoll. «Er war schon immer so exakt in allem, was er tat», sagt Widmer, der im Wynental ein kleines Transportunternehmen hat. «Christian ist meine Filiale im Wynental», scherzt Urs Riedo, der mit einem Auge stets auf den Brennprozess schaut.

Wacholder plus Kräuter aus dem Ruedertal
Eine Gasflamme sorgt für ordentliche Hitze unter dem 34-Liter-Topf. Im Kessel wird es immer heisser, der Alkoholsud verdampft und strömt durch den in Sieben gelagerten Wacholder und durch die von Riedo handverlesenen und getrockneten Kräuter aus dem Ruedertal: Lavendel, Pfefferminz, Rosmarin und Tannenschösslinge. Je nach Saison. Durch ein geheimnisvolles «Geistrohr» dampft alles in einen weiteren Kessel, wo die Kondensation stattfindet. Unten tröpfelt das wertvolle Destilat heraus: Der Gin von Urs Riedo. «Blackmoon» heisst seine Marke. Den einzigen Ruedertaler Gin gibt es in vier Sorten: Classic, African Dream, Tropical Thai und Special Edition.

Urs Riedo zeigt auf eine Zahlenplakette auf dem Brennkessel. «Auf die bin ich stolz», sagt der Schlossrueder. Denn es handelt sich um die Bewilligung der Eidgenössischen Alkoholverwaltung. Die Plakette beweist: Riedo ist kein «Schwarzbrenner».

Im Jahr 2015 hat der Schlossrueder angefangen, seine Trauben zu brennen. Ein Jahr später fragte ihn der Göttibub aus der Innerschweiz, ob er ihm für die Fasnacht einen Gin brennen würde. So richtig ins Rollen kam die Sache beim Schlossrueder Jugendfest 2016. Mit Hilfe der Hofbrennerei von Ruedi Tanner brannte Urs Riedo einen feinen Gin für das Beizli der Kulturkommission «Schlossrued läbt», wo Urs Riedo aktiv mitwirkt. «Am Jugendfest gab es derart viele positive Feedbacks, dass ich mich entschloss, weiter mit Herzblut Gin zu destillieren. Die Nachfrage nach dem Ruedertaler Edeldestillat nahm dann aber ein Ausmass an, dass die räumlichen Möglichkeiten zu Hause sprengte. So musste ein Lokal gefunden werden. Hinter dem Gasthof Ochsen fand der Ginbrenner ein ideales Lokal, das all seinen Wünschen und Anforderungen entsprach. In Eigenregie entstand im letzten Herbst ein gefälliges Brennlokal, das auch zum Verweilen und zu «Schnapsgesprächen» einlädt. 

«Blackmoon» Gin ist auf Erfolgskurs und hat den Weg bereits in namhafte Restaurants und Bars in der ganzen Deutschschweiz gefunden. Auf den acht Flusskreuzfahrtschiffen der Excellence Gruppe ist «Blackmoon» Gin auch auf der Barkarte zu finden. Mit einem befreundeten Chocolatier wurden Gin-Stängeli und Truffe noir entwickelt. Riedos Gin-Garage ist jeweils Freitagnachmittag und Samstagmorgen geöffnet.  

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