SVP-Nationalrat Hansjörg Knecht zum umstrittenen Beznau-Entscheid: «Wichtig für die Region»

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SVP-Nationalrat Hansjörg Knecht «Ein durch laufende Nachrüstungen auf dem Stand der Technik betriebenes Kernkraftwerk Beznau ist im Interesse der Region.» Sandra Ardizzone

Grünes Licht von der Atomaufsichtsbehörde Ensi gab es vor einer Woche für Beznau: Nach mehr als 1100 Tagen darf Betreiberin Axpo den ersten Reaktorblock des Atomkraftwerks wieder in Betrieb nehmen. Die festgestellten Einschlüsse im Druckbehälter gefährdeten die Sicherheit des Reaktors nicht, befanden die Experten.

Grünen Widerstand gegen diesen Entscheid gab es noch am selben Tag: Atomgegner versammelten sich am Morgen vor dem Ensi-Hauptsitz in Brugg, am Abend riefen die Grünen zu einer Demonstration vor dem Axpo-Sitz in Baden auf – Hunderte kamen.

Inzwischen haben die Grünen auf nationaler Ebene eine Volksinitiative zur Abschaltung des ältesten Atomkraftwerks der Schweiz angekündigt, der Bundesrat musste am Montag kritische Fragen beantworten – dennoch sagt Hansjörg Knecht, SVP-Nationalrat aus Leibstadt: «Dass das Kernkraftwerk Beznau bald wieder angefahren werden darf, ist eine gute Nachricht.»

Der Entscheid, den die Atomaufsichtsbehörde Ensi nach einem umfangreichen Prüfungs- und Analyseprozess gefällt habe, freut Knecht gleich doppelt: «Aus energiepolitischer Sicht ist die Wiederinbetriebnahme sinnvoll und notwendig, aus volkswirtschaftlicher Sicht ist sie für die ganze Region erfreulich.» Dass Beznau jetzt wieder ans Netz gehe, entspreche auch dem Willen der Schweizer Stimmbevölkerung, sagt der Nationalrat. Diese habe im November 2016 deutlich Nein zu einem «überhasteten Atomausstieg» gesagt, hält Knecht fest.

Kritik an der Energiestrategie
Aber auch im Kontext der Energiestrategie 2050 ist die Wiederinbetriebnahme des AKW Beznau aus Sicht von Knecht positiv zu bewerten. «Die Schweizer Kernkraftwerke versorgen Bevölkerung und Wirtschaft zuverlässig mit Strom», sagt der SVP-Nationalrat. Die aufgegleiste Energiewende sei ein sehr ambitiöses, wahrscheinlich zu ambitiöses Projekt, hält Knecht, ganz auf Parteilinie, fest.

Der Ausbau der erneuerbaren Energie, insbesondere im Inland, komme nicht vom Fleck, kritisiert er. «Trotz hoher Subventionen bleibt der Beitrag von Sonne und Wind an die Versorgungssicherheit verschwindend klein.» Die aktuellste Elektrizitätsstatistik des Bundesamtes für Energie zeigt: Der Strom in der Schweiz stammt zu 59 Prozent aus Wasserkraft, rund 33 Prozent liefern Atomkraftwerke, der Anteil von Solar- und Windstrom liegt bei knapp 5 Prozent.

Knecht hält fest, dieser Strom falle unregelmässig an und es fehlten Speichermöglichkeiten, um saisonale Schwankungen aufzufangen. Die Schweiz sei dazu gezwungen, Kohlestrom aus ausländischer Produktion zu importieren. «Das schadet nicht nur dem Klima, sondern macht die Schweiz abhängig vom Ausland», kritisiert Knecht. Bei dieser Argumentation sieht er sich unterstützt von einer Mehrheit der Stimmbevölkerung im Kanton: Während die Schweiz im Mai 2017 das neue Energiegesetz annahm, gab es im Aargau ein knappes Nein.

AKW als Wirtschaftsfaktor
Auch für die Region des unteren Aaretals und den ganzen Aargau sei die Nachricht positiv, dass Beznau I wieder ans Netz gehe, sagt Knecht. Die Region habe einen volkswirtschaftlichen Nutzen von der Anlage und deren Betreiberin Axpo. Diese beschäftigt im AKW Beznau knapp 500 Angestellte, rund 400 von ihnen wohnen im Aargau, wie eine Nachfrage der AZ im November 2016 ergab.

«Beinahe jeder zehnte Arbeitnehmende in der Region verdient sein Geld im Kraftwerk Beznau und gibt es zum grossen Teil auch in der Region wieder aus», hält Knecht fest. Beznau stärke den Standort aber auch als wichtiges Puzzleteil der Energiewirtschaft, die für den Aargau von besonderer Bedeutung sei. Zusammen mit den anderen Kraftwerken, den Forschungsinstitutionen und der zugehörigen Industrie sei ein Cluster entstanden, der international grosse Beachtung findet.

Auch regionale Partner aus Handel und Gewerbe profitieren laut Knecht von der Zusammenarbeit. Damit werde ein wichtiger Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung geleistet und die regionale Wertschöpfung angekurbelt.

Er kommt zum Schluss: «Ein durch laufende Nachrüstungen auf dem Stand der Technik betriebenes Kernkraftwerk Beznau ist im Interesse der Region.» Dessen sei sich die Bevölkerung im unteren Aaretal auch bewusst. Tatsächlich sagten bei der Abstimmung im November 2016 dort über 80 Prozent der Stimmenden Nein zum Ausstieg aus der Kernkraft. «Es ist deshalb auch kein Wunder, dass die Nachricht der Wiederinbetriebnahme in der Region durchweg positiv aufgenommen wurde», schliesst Knecht.

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