Geologische Sensation: Ammoniten-Friedhof tief im Bergwerk entdeckt

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Die beiden Vereinsmitglieder Luciano Caltano (links) und Ernst Blum beim Freilegen des 160 Millionen Jahre alten Meeresgrundes im Innern des Bergwerks. ZVG

Eher zufällig sind freiwillige Helfer des Vereins Eisen und Bergwerke in einem Seitenstollen auf einen rund 160 Millionen Jahre alten Meeresboden gestossen, der mit Ammoniten übersät ist. «Geologen bezeichnen diesen Meeresboden in seiner Art als einzigartig», erklärt Geri Hirt, Vizepräsident des Vereins, der sich zum Ziel gesetzt hat, das ehemalige Eisenbergwerk als bedeutender Industriezeuge der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Im Winterhalbjahr haben Mitglieder des Vereins in Fronarbeit ein repräsentatives Stück Meeresboden behutsam freigelegt. Die Entdeckung des Meeres mit dem AmmonitenFriedhof tief im Berg sei für das Bergwerk ein absoluter Glücksfall, sagte Hirt. Diese Einzigartigkeit wolle man vermehrt noch hervorheben und vermarkten, da man darin grosses Potenzial sehe.

Das Bergwerk ist beliebt
Erstmals werden der neu entdeckte Meeresboden und die Schätze, die er enthält, im Rahmen der Sonderausstellung «Phantastisches aus dem Untergrund – Was der Fricktaler Boden hergibt» ab dem 1. April für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

Die Nachfrage nach Führungen ins stillgelegte Bergwerk, dass jetzt dank einer Stollenöffnung wieder teilweise begehbar ist, sei erfreulich gross, sagt Geri Hirt. So wurden im vergangenen Jahr 3260 Eintritte verzeichnet. Aber es gebe noch viel zu tun. Denn viele Besucher möchten mehr erleben, weiter in den Berg eindringen und mehr über die Vergangenheit von Bergwerk und Erdgeschichte erfahren.

Die Vereinsmitglieder leisteten 2017 3455 Stunden Fronarbeit im Stollen, in der Loki-Werkstatt und im Museum. Die Mitglieder der Ammonitengruppe kümmern sich zudem um die Fossilien, die im Bergwerk entdeckt werden. Unterstützt werden die Ammoniten-Jäger von erfahrenen Fachleuten, wie etwa dem Jura-Geologen Peter Bitterli. Das Bergwerk Herznach nahm 1937 den Betrieb auf. 1941 förderten 139 Beschäftigte im Dreischichtbetrieb 211 783 Tonnen Erz. Dies war die grösste Abbaumenge in der Geschichte der Mine.

Mit der Seilbahn nach Frick
Anfänglich wurde das Erz auf Lastwagen zum Bahnhof Frick geführt. 1942 konnte der heute noch stehende Betonsilo mit einem Fassungsvermögen von 1000 Tonnen in Betrieb genommen werden. Vom Silo aus führte eine 4,2 Kilometer lange Seilbahn das Erz nach Frick, von dort gelangte es mit der Bahn nach Basel und mit dem Schiff ins Ruhrgebiet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Abbau praktisch zum Erliegen. 1946 kümmerten sich noch fünf Arbeiter hauptsächlich um den Unterhalt der Grubenanlagen. 1955 erreichten 36 Arbeiter mit 56 664 Tonnen die höchste Erzfördermenge der Nachkriegszeit.

Doch die Transportkosten für den Export des Erzes waren zu hoch, um das Überleben des Bergwerkes zu garantieren. 1967 stellten die Jura-Bergwerke AG den Betrieb ein. In den 30 Betriebsjahren lieferte das Bergwerk Herznach 1,7 Millionen Tonnen Erz.

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