Glückliche Aktionäre: Alchemie bei der Siegfried?

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Siegfried-CEO Rudolf Hanko wird von einer Maskenbildnerin geschminkt – für ein Fernsehinterview zum Geschäftsgang. BKR

Eine Gewinnsteigerung um 42,4 Prozent – das erinnert im Zusammenhang mit einer Pharmazulieferin an Alchemie. Was der promovierte Chemiker und Siegfried-CEO Rudolf Hanko jedoch schöpft, ist nicht Gold, sondern Geld, und das mit cleveren Strategien. In den letzten Jahren fussten diese auf Zukäufen. Da war 2014 die Übernahme der Hameln Pharma und 2015 jene der Pharmasparte der BASF. Sie brachten der Siegfried AG zusätzliches Know-how und zusätzliche Produktionskapazitäten.

Weiter wachsen
Wachsen ist auch in den nächsten Jahren ein wichtiges Ziel des Weltunternehmens mit Hauptsitz in Zofingen. Zum einen technologisch – im Zukunftsmarkt der biologischen Wirkstoffe präsent sein. Bei diesen liegt eine der Schwierigkeiten in der Abfüllung der Wirkstoffe. Chemische Medikamente kann man nach der Produktion sterilisieren, biologische nicht. Hier muss steril gearbeitet werden.

Gefährliche Vollauslastung
Das andere Wachstumsziel ist das Volumen der Produktionskapazitäten. «Siegfried» – sagt Hanko – «steht für High Quality und sieht sich als ein Rückversicherer der Branche.» Damit ist gemeint, Produktionsengpässe aufzufangen und den Kunden zu helfen, ihre Lieferfähigkeit gegenüber deren eigenen Partnern jederzeit zu garantieren. Dies sei nötig, um neue Kunden akquirieren zu können. Ausgelastete Anlagen sind in dieser Branche gefährlich. Man müsse laufend neue Kunden gewinnen, weil immer wieder ein Produkt wegbricht – sei es, weil ein Patentschutz abläuft und neu ein kostengünstiges Generikum den Markt bedient. Siegfried ist auch für Generika mit einem Werk in China (tiefe Kosten) und mit ihren Produktionsstätten in der Schweiz, Deutschland, auf Malta und in den USA (höchste Qualität) gut aufgestellt.

Apropos USA: Donald Trumps Arm reicht bis in die Erfolgsrechnung der Zofinger Siegfried AG. Konkret geht es um Verlustvorträge, welche auch in den Staaten bei den Steuern angerechnet werden. Solche hat Siegfried für seine Werke in den USA. Die aktuellen Steuersenkungen Trumps führen dazu, dass frühere Verluste um denselben Prozentsatz an Wert verloren haben. Für Siegfried geht es hier um eine Summe von acht Millionen Franken.

Glückliche Aktionäre
Die Eigentümerinnen und Eigentümer, die Aktionäre der Siegfried AG dürfen sich freuen. Die Dividende steigt um 40 Rappen auf 2.40 Franken. Wobei das Wort Dividende rechtlich nicht korrekt ist. Ausgeschüttet wird eine steuerfreie Kapitalrückzahlung. Dazu Rudolf Hanko: «Wir haben noch rund 100 Millionen Franken in der Kapitaleinlagereserve und benötigen aktuell 10 Millionen.» Alles in Butter? Nicht für die Finanzanalysten – die haben mehr erwartet. Entsprechend reagierte gestern die Börse. Der Kurs der Aktie sank um bis zu 2,6 Prozent. Für den Anleger zu bedenken gilt, dass diese Aktien 2017 mit einer Performance von 52 Prozent zu den Überfliegern gehört hatten.

«Das Huhn gackert erst, wenn das Ei gelegt ist»

Rudolf Hanko, das zweite Jahr nach dem Kauf des Wirkstoffgeschäfts von BASF zeigt einen Umsatzzuwachs und eine Steigerung des Betriebsgewinns. Heisst das, Sie konnten die früheren BASF-Kunden von Siegfried als Partner überzeugen?

Es ist tatsächlich so, dass wir fast keine Kunden des ehemaligen BASF-Geschäfts verloren haben. Die Volumen, die wir mit neu zu uns gestossenen Schlüsselkunden generieren, sind teilweise sogar deutlich gestiegen. Das ist nicht selbstverständlich und zeugt von der Performance unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf allen Stufen.

Mit der Betriebsmarge sind Sie nun in Ihrem im Zielkorridor von 15 bis 20 Prozent angekommen. Liegt das ausschliesslich an Synergien oder haben Sie auch bessere Preise am Markt erzielt?

Wir haben sowohl nennenswerte Kostensynergien realisiert als auch höhere Preise durchsetzen können.

Ist punkto Marge noch mehr möglich? Wenn ja, was müssen Sie dafür tun?

Ich habe vor unseren diversen Akquisitionen den Zielkorridor 15 bis 20 Prozent definiert, weil der Betriebsertrag kurz nach erfolgten Übernahmen natürlich leidet. Mittelfristig wollen wir angesichts der hohen Investitionen, die unser Geschäft erfordert, aber die obere Grenze dieses Korridors erreichen. Daran arbeiten wir auch im laufenden Jahr intensiv. Konkret suchen wir laufend Synergien zwischen den Werken, zum Beispiel im IT-Bereich oder beim Einkauf. Zusätzlich fokussieren wir auf die Schweizer Werke, da hierzulande die Kosten im Vergleich zu anderen Werken des Konzerns deutlich höher sind, die derzeitige Effizienz diesen Unterschied aber noch nicht ausgleicht. In Zofingen haben wir aus diesem Grund gezielt in neue, modernere Anlagen investiert – jetzt müssen auch noch die Prozesse effizienter werden.

Aktuell heisst Ihre Strategie «Evolve» – sie setzt im Technologiebereich an.

Bei den technologischen Ergänzungen machen wir gute Fortschritte. Das wichtigste Projekt, das wir zurzeit umsetzen, ist die Abfüllung biologisch hergestellter Substanzen. Wir berichten, wenn Resultate vorliegen oder wie der Bauer sagen würde: «Das Huhn gackert erst, wenn das Ei gelegt ist.»

Zum laufenden Jahr. Womit dürfen die Aktionäre rechnen?

 

Siegfried wird für unsere Anleger weiterhin attraktiv bleiben, weil wir mit soliden Ergebnissen Wert schaffen und uns nicht scheuen, auch grosse Akquisitionen zu realisieren, wenn sie passen.

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