Der erhoffte Traumstart in die Playoff-Halbfinals für den EHC Olten ist perfekt

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Der Augenblick, in welchem MacGregor Sharp, umringt von Gegenspieler, das Siegtor in der Verlängerung erzielte. (Bild: Freshfocus)

So hat man sich aufseiten des EHC Olten den Auftakt in die NLB-Playoff-Halbfinalserie vorstellt: ein Auswärtssieg in Langenthal. Und das erst noch nach Verlängerung, nach einem äusserst dramatischen Spielverlauf. MacGregor Sharp sorgte mit seinem Treffer in der 72. Minute für Glücksgefühle bei den Powermäusen, die vorher auf eine mentale Achterbahn geraten waren. Eigentlich hatten sie schon in der regulären Spielzeit wie der sichere Sieger in dieser Partie ausgesehen. Die Langenthaler hatten bereits ihre letzte Option gezogen und Goalie Marco Mathis durch einen sechsten Feldspieler ersetzt. Und dann geschah das, was man aus Sicht der Oltner unbedingt vermeiden wollte: Jeffrey Füglister stocherte den Puck 19 Sekunden vor der erlösenden Schlusssirene ins EHCO-Tor. 3:3 statt Auswärtssieg. Schock statt Jubel.

Doch der EHC Olten in der Playoff-Version ist nicht mehr der EHC Olten, den man noch so oft während der Qualifikation erlebt hat. Diese Mannschaft hat unglaubliche Nehmerqualitäten entwickelt. «Wir haben in unserer Garderobe eine sehr, sehr gute Mentalität. Wir konnten diesen Rückschlag wegstecken, indem wir immer positiv blieben», sagte MacGregor Sharp, der das Gefühl, das Siegtor erzielt zu haben, «unbeschreiblich» nannte. «Das war natürlich ein unglaublich wichtiger Treffer. Aber wir haben ihn uns mit einer geschlossenen Teamleistung verdient», so der Kanadier, der sich langsam aber sich zu einem späten Glücksgriff für die Oltner entpuppt.

MacGregor Sharp unterstrich allerdings auch, dass der Sieg ohne die Glanztaten von Goalie Matthias Mischler, besonders in der Verlängerung, nicht möglich gewesen wäre: «Er hat mehrmals exzellent gerettet.» Dabei dachte der gross gewachsene Center, der die so wichtige, physische Komponente ins Team des EHC Olten gebracht hat, vor allem zwei Szenen an. Erst klärte Mischler in der 2. Minute der Verlängerung gegen den alleine anstürmenden Stefan Rüegsegger. Dann war er auf dem Posten, als die Oltner nach einer dummen Strafe gegen Lukas Haas – er beging ein Foul in der offensiven Zone – in Unterzahl agieren mussten.

Wer aber solche kritischen Situationen übersteht, der kann aus ihnen auch die nötige Energie tanken, wenn die Mannschaft über die nötige mentale Stärke verfügt. Und so war das in diesem ersten Halbfinal-Duell bei den Oltnern der Fall. Sie rissen das Spieldiktat an sich und wurden für ihren mutigen Auftritt schliesslich mit MacGregor Sharps Siegtreffer belohnt.

Der Glaube ist da
Schon in der regulären Spielzeit hatte sich der EHCO, der sich besonders in der zweiten Hälfte der Qualifikation gegen die Langenthaler immer äusserst schwer getan und dabei häufig uralt ausgesehen hat, den favorisierten Oberaargauern sehr gut Paroli geboten. Da stand eine Mannschaft auf dem Eis, die an sich und einen Auswärtssieg glaubte. Und eine Mannschaft, die sich auch durch einige rätselhafte Entscheide des schwachen Schiedsrichter-Duos Erard/Mollard nicht aus der Bahn werfen liess.

Bei aller Euphorie über diesen Traumstart bleibt aber auch festzuhalten, dass der Weg zum Seriensieg unverändert hart und steinig bleibt. Die Langenthaler besitzen in ihrer Mannschaft sehr viel Qualitäten und können dank ihrer Routine auch einen solchen Rückstand problemlos wegstecken. Aber immerhin haben die Oltner zum Auftakt im Schoren gezeigt, dass mit ihnen in diesen Playoffs nun endgültig zu rechnen ist.

Langenthal - Olten 3:4 n.V. (0:0, 1:1, 2:2, 0:1)
Schoren. – 3561 Zuschauer. – SR: Mollard/Erard, Vermeille/Wolf. – Tore: 31. Rexha 0:1. 40. (39:26) Füglister 1:1. 41. Füglister (Karlsson, Kelly/Ausschluss Horansky) 2:1. 44. Mäder (Horansky, Sharp/Ausschluss Dal Pian) 2:2. 57. Lüthi (Schirjajew/Ausschluss Leblanc) 2:3. 60. (59:41) Füglister (Rüegsegger, Cadonau) 3:3 (ohne Torhüter). 72. Sharp (Rouiller, Ulmer) 3:4. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Langenthal, 5-mal 2 Minuten gegen Olten.
Langenthal: Mathis; Rytz, Cadonau; Ahlström, Völlmin; C. Gerber, Pienitz; Christen; Tschannen, Karlsson, Kelly; Füglister, Dünner, Kummer; T. Gerber, Dal Pian, Leblanc; Hess, Malgin, Rüegsegger; Pivron.
Olten: Mischler; Grieder, Rouiller; Bucher, Lüthi; Fröhlicher, Zanatta; Bagnoud, Aeschlimann; Muller, Sharp, Ulmer; S. Wyss, Schirjajew, Haas; Horansky, McClement, Hirt; Rexha, Mäder, Huber.
Bemerkungen: Langenthal ohne Campbell, Marti, Schommer, L. Wyss (alle verletzt), Trüssel (überzählig) und Müller (SCL Tigers). Olten ohne Barbero, Schneuwly, Truttmann (alle verletzt), Heughebaert, Ihnacak und Sahli (alle überzählig). 9. Lattenschuss Kelly. 59. Time-out Langenthal. 58:04 bis 58:36 und 59:05 bis 59:41 Langenthal mit sechsten Feldspieler statt Goalie Mathis.

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