Bligg, was heisst denn das bloss?!

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Bligg besuchte das zt-Medienhaus und sprach mit Radio-Inside-Musikchef Sven Düscher über seine neuen Songs. Foto: Melek Sarikurt

Bligg ist wieder da. Nach einem Rückzug aus dem öffentlichen Leben ist der Schweizer Rapper voll motiviert mit seiner neuen Single «Ja, aber …» wieder am Start. Mit im Gepäck hat er auch sein neues Album «KombiNation», das am 6. April veröffentlicht wird. Höchste Zeit also für einen Kaffee-Schwatz im zt-Medienhaus, um herauszufinden, worum es in der aktuellen Single geht. «Vereinfacht gesagt geht es in ‹Ja, aber …› ums Bünzlitum. Ich habe versucht, auf eine lustige, augenzwinkernde Art und Weise eine Schweizer Tugend aufzugreifen», erklärt Bligg. «Wir Schweizer sind Leute, die – egal, wie gut es uns geht – immer etwas zum Nörgeln finden», fährt er fort. Er hat auch ein Beispiel parat: «Du gewinnst im Lotto, aber anstatt dich einfach darüber zu freuen, kommt gleich der Spruch: ‹Ja, aber ... jetzt muss ich noch Steuern zahlen›.»

Dieses ultimative «Ja, aber …» habe jedoch durchaus seine Vorteile: Es bringe die Schweizer Wirtschaft, Infrastruktur und die Bildung auf ein gutes Level. Sich selber lässt er bei dieser «Ja, aber …»-Sache ebenfalls nicht aus: «Ich nehme mich da selber mit ins Gebet, was diese Thematik betrifft. Als Künstler bin ich Perfektionist und lasse nicht locker, bis alles sitzt. Egal, wie gut alles läuft: Es gibt immer ein Aber dahinter.»

Synchronstimme für «Cars 3»
Die Auszeit, die sich Bligg im vergangenen Jahr gegönnt hat, hat ihm sichtlich gutgetan. Er ist voller Elan. «Es sind so viele Sachen passiert in der Vergangenheit, dass es einem guttut, mal eine Pause zu machen, in sich zu gehen, durchzuatmen, sich neu zu orientieren.»
Ja, aber, wenn man ehrlich sein will, war er gar nicht ganz weg vom Showbusiness. Er war als Synchronsprecher für den Animationsfilm «Cars 3» im Einsatz und hat trotz Pause ein, zwei Festivalauftritte absolviert, damit er nicht ganz aus der Übung kommt. Die Pause ist nun jedoch vorüber und «mit der Ruhe vor mir ists jetzt auch vorbei», sagt Marco Bliggensdorfer lachend, wie Bligg mit bürgerlichem Namen heisst. Er habe das vergangene Jahr gut nützen können. «Die eine Hälfte des Jahres war sehr viel Privatleben, so wie ich es schon lange nicht mehr hatte. Ich hatte Zeit für meinen Sohn, meine Freunde, meine Verwandten und Bekannten, die in den vergangenen Jahren zu kurz gekommen sind», so Bligg. Er habe die Zeit auch für sich selber genutzt und dafür, auf seine Karriere zurückzublicken. Da ist so einiges zusammengekommen: 14 Alben und 240 veröffentlichte Songs. Als ihm dies so bewusst geworden sei, habe er gedacht: «Okay, du hast nicht nichts gemacht in deinem Leben.» Seit Kurzem sind Bliggs komplette Werke auch über die Streaming-Dienste verfügbar. Übrigens: Einmal Play gedrückt, um alle Bligg-Songs zu hören, das kann so einige Zeit in Anspruch nehmen. 11 Stunden und 37 Minuten, ums genau zu nehmen, «und das ohne ein Stück zweimal zu hören», so Bligg.

Kombinieren, was das Zeug hält
In der zweiten Hälfte des Auszeitjahres war Bligg kreativ, kann daher nun sein neues Album «KombiNation» präsentieren. «Ich bin also nicht einfach nur mit Caipirinhas am Strand gelegen», sagt der 41-Jährige. Beim neuen Album ist der Name Programm: «Es ist ein Kombinieren von ganz vielen Stilrichtungen. Ich glaube, ich bin als Künstler bekannt dafür, dass ich sehr experimentierfreudig bin.» Über all die Zeit seien in seiner Musik immer wieder rockige, traditionelle und volkstümliche Elemente, aber auch urbane Klänge zu hören gewesen. «Bei diesem Album sind wir nochmals einen Schritt weiter gegangen: Ich habe viele Einflüsse von Migrationsvölkern, welche in diesem Land ihre Daseinsberechtigung haben, mitgefeatured. Ich bin selber jemand, der aus diesem Hintergrund stammt. Zudem ist mein ganzer Kollegen- und Freundeskreis sehr durchmischt, darunter habe ich albanische, türkische und italienische Freunde, so halt, wie die Schweiz dasteht im Jahr 2018», sagt Bligg. Er sei im vergangenen Jahr auch viel gereist. Sein ganzes Umfeld und die Eindrücke von seinen Reisen hätten dazu beigetragen, dass er bei «KombiNation» viele exotische Einflüsse eingebracht habe, «wir haben albanische Samples, Sounds aus dem Nahen Osten und viele italienische Sachen». Zu finden sind auch einige Gastauftritte auf Bliggs neuestem Werk: «Das sind alles Gäste, die in irgendeiner Form für eine Farbe in diesem Land stehen. Der eine hat albanische Wurzeln, der andere hat brasilianische Wurzeln. Hausi Leutenegger beispielsweise steht für das typisch Schweizerische.» Sogar Bliggs «Nonno» hat seinen Beitrag zu «KombiNation» geleistet.

Auch wenn er noch nicht zu viel verraten möchte über das neue Album, das am Freitag, 6. April veröffentlicht wird, drängt sich eine Frage auf, über die sich alle den Kopf zerbrechen: Bligg, was um Himmels willen heisst das Intro übersetzt, das am Anfang des Liedes «Ja, aber …» gesungen wird?

Es klingt nach Schweizerdeutsch, ist es aber nicht. «Ich muss dir ganz ehrlich sagen: Wir wissen es selber nicht, es klingt einfach geil», entgegnet Bligg lachend. Weder jemand aus seinem Umfeld noch das schweizerische Übersetzungsbüro hätten diese Frage beantworten können. «Falls jemand da draussen ist, der weiss, was es bedeutet: Schickt uns diese Info und ein grosses Geheimnis wird gelüftet», so Bligg.

Für die Plattentaufe von «KombiNation» im X-tra in Zürich am Samstag, 14. April sind noch ein paar wenige Tickets Plattentaufe erhältlich.

Weitere Informationen sind erhältlich unter www.bligg.ch

Bligg aufs Korn genommen
Das romanische Radio rtr hat sich zunutze gemacht, dass Bligg nicht weiss, in welcher Sprache das Intro bei der Single «Ja, aber …» gesprochen ist und hat ihn gehörig auf die Schippe genommen. Der Moderator bedankte sich im Namen des Senders und der ganzen romanischen Schweiz dafür, dass Bligg die romanische Sprache in seinem neuen Lied berücksichtigt habe im Intro und im Refrain. Die Rede war gar von einem Text, der von einem romanischen Dichter stammen sollte. Der Moderator ist so weit gegangen, dass er dem verdutzten Rapper sogar eine Urkunde für Sprachförderung übergab. Am Ende hat er das Ganze aber aufgelöst und zugegeben, dass er Bligg einen Bären aufgebunden hatte. Das Video dazu hat Bligg in seiner Instagram-Story gepostet. Auf Instagram zu finden unter @bligg_blizo.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Bligg songtext

Joshua von Moos
schrieb am 10.09.2018 19:51
Ich bin per zufall auf den text gekommen und weis jetzt welche sprache es ist vom lied ja aber
Die sprach ist SESOTHO
Die kommt von den südafrikanischen provinzen hat es schon jemanden herausgefunden?
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