Nichts für schwache Nerven

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Der EHC Olten (Stan Horansky) musste gegen die Langenthaler (Philippe Rytz) unten durch. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus)

Irgendwie spürte man es kommen, das entscheidende Tor der Langenthaler in der Verlängerung. Die Oltner Spieler schafften es einfach nicht, den Puck mal für längere Zeit in den eigenen Reihen zu behalten. Schliesslich wurde das Wirrwarr schlagartig beendet. Langenthals Captain Stefan Tschannen sorgte mit seinem satten, platzierten Handgelenkschuss in der 65. Minute für die Entscheidung: 3:2 für den SCL. Und damit der Ausgleich in der Halbfinalserie. Nach zwei Duellen und je einem Auswärtssieg steht es 1:1.

Der Sieg der Langenthaler war unter dem Strich verdient, weil sie in einem sehr nervös geführten und von vielen technischen Unsauberkeiten geprägten Spiel die etwas feinere Klinge führten. Aufseiten der Oltner schien sich angesichts der Ausgangslage eine gewisse Nervosität breitgemacht zu haben. Der Auswärtssieg in Langenthal. Die Aussicht, mit einem weiteren Erfolg vor eigenem Publikum mit zwei Längen in Führung zu gehen. Die 6117 Zuschauer im Kleinholz, die dem EHCO einen Saisonrekord bescherten. Die martialische Fan-Choreo mit dem Superhelden «Hulk» und dem Spruchband «Entfesselt die Bestie». «Vielleicht wollten wir vor allem zu Beginn der Partie etwas zu viel. Weshalb die Langenthaler besser ins Spiel kamen als wir», befand EHCO-Trainer Chris Bartolone, dass die Nerven vielleicht eine kleine Rolle gespielt haben könnten.

Die Langenthaler fanden in diesem umkämpften Duell schneller den Faden und nutzten die defensiven Unzulänglichkeiten der Oltner clever aus. Nico Dünner (7./nach einem Puckverlust von Devin Muller) und Stefan Rüegsegger (26./reagierte vor dem Tor schneller als Chris Bagnoud) sorgten für eine komfortable Zweitore-Führung des SCL. Auf der anderen Seite haderte der EHCO vor allem mit den Schiedsrichtern, die die «Pfostenbearbeitung» von Langenthals Goalie Marco Mathis überaus grosszügig beurteilten und so die Oltner um den Ausgleich brachten. Jay McClement hatte in der 18. Minute das vermeintliche 1:1 erzielt. Dumm nur, hatte Mathis sein Tor vorher ungestraft aus der Verankerung gestossen.

Als sich unter den Zuschauern im Kleinholz schon fast ein wenig Resignation breitgemacht hatte, da wurden sie von ihrer Mannschaft doch wieder ins Wechselbad der Gefühle geschickt. Erst führte Martin Ulmers Energieanfall zum erlösenden Anschlusstreffer (32.). Nur zwei Minuten später verwandelte Simon Lüthi die Arena mit einem herrlich herausgespielten Powerplay-Treffer in einen Hexenkessel. Aus dem 0:2 war ein 2:2 geworden. Die Partie konnte wieder von vorne beginnen.

In der folgenden Phase gegen Ende des zweiten Drittels verpassten es die Oltner allerdings, den angeknockten Gegner in die Seile zu schicken. Der unglückliche Devin Muller hatte kurz vor der zweiten Sirene die goldene Chance auf das 3:2, scheiterte jedoch solo gegen Langenthals Goalie Marco Mathis. Wäre der EHCO dort in Führung gegangen, dann hätte das den SCL mit Sicherheit vor ernsthaftere Probleme gestellt. Zumal die Oberaargauer, wie auch die Oltner, im letzten Drittel sichtlich mit den Nerven zu kämpfen hatten. Es wurde ein Abnützungskampf, in welchem beide Teams Fehler tunlichst zu vermeiden versuchten.

Am Ende behielten die Langenthaler das bessere Ende für sich. Für Chris Bartolone allerdings kein Grund, den Kopf hängen zu lassen: «Es wird ein ständiges Auf-und-ab sein in dieser Serie. Wir haben uns ins Spiel zurückgekämpft, sie aber auch. So wird es auch weitergehen.» Wichtig sei, so der EHCO-Trainer, dass man die richtigen Schlüsse aus so einer Niederlage zieht: «Jedesmal, wenn man verliert oder ein schlechtes Spiel abliefert, muss man die Lehren daraus ziehen. Sonst hat man keinen Erfolg.»

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