Der Diebstahl des EHC Olten in Langenthal

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Oltens Anthony Rouiller (rechts) spielt den Puck in hohem Bogen aus der Defensivzone. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus)

Was war das für ein verrücktes Playoffspiel. Bereits die Statistik dazu spricht Bände: 40:11 Torschüsse in 60 Minuten, 10:1 Abschlüsse im letzten Drittel. Das Resultat? Ein 2:1-Erfolg für den gastierenden EHC Olten. Es ist ein Sieg, der von den Oltnern regelrecht gestohlen wurde. Denn die Dreitannenstädter hatten nach zwei schnellen Toren nach sieben Minuten die offensive Arbeit nahezu eingestellt und sich in den verbleibenden 53 Minuten in der Defensive mit Händen und Füssen gegen die heranstürmenden, ja fast übermächtigen Langenthaler gewehrt – schliesslich mit Erfolg, sodass der EHCO mit einer 2:1-Führung in der Halbfinal-Serie ins vierte Spiel am Mittwoch in Olten steigt.

EHCO-Trainer Chris Bartolone erscheint mit einem verschmitzten Lächeln zur Pressekonferenz, das Lachen auf den Stockzähnen kann er kaum zurückhalten. Was braucht es, dass man ein solches Spiel gewinnt? Selbst der Eishockeyfachmann ringt um Worte, betont aber, welch grossartige Leistung Torhüter Matthias Mischler zeigte: «Es braucht vom gesamten Team 60 Minuten höchste Konzentration und unermüdlichen Willen und Kampf in jedem Einsatz. Das haben wir heute bewiesen: Wir haben uns in die Schüsse geworfen und als Team alles Mögliche getan und gezeigt, dass man sich auch mit einer vorbildlichen Defensivleistung Siege verdienen kann», sagte Bartolone und lobte gleichzeitig Langenthals Führungsspieler, dass es sehr schwierig sei und einer Herkulesaufgabe gleiche, insbesondere Tschannen und Kelly, die sehr torhungrig seien, zu stoppen.

Powerplay als Waffe
Bereits in der vierten Minute wurde das Spiel durch Kim Karlsson so richtig lanciert. Der SCL-Schwede vertändelte vor dem eigenen Tor die Scheibe, indem Oltens Silvan Wyss Druck ausübte, den Puck abluchste und umgehend den freistehenden Lukas Haas anspielte, der nur noch einzuschieben brauchte. Und nur drei Minuten später erhöhte Devin Muller auf herrlichen Pass von Lukas Haas im Powerplay. Das Oltner Überzahlspiel erweist sich in der Halbfinalserie als Waffe. So war es das vierte Tor in der fünften Powerplaysituation in den drei Halbfinalduellen.

Doch dieser frühzeitige Zweitore-Vorsprung wurde dem EHC Olten beinahe zum Verhängnis. Der Gast wurde passiver und liess sich von den aufbäumenden Oberaargauern immer stärker in die Defensive drängen. Langenthal drückte, presste, stand enorm hoch und setzte die EHCO-Verteidigung meist mit zwei Angreifern früh unter Druck. Dass der EHCO überhaupt mit einer Führung in die erste Pause retten konnte, war erstaunlich. Das Anrennen der Einheimischen dauerte schliesslich bis zur 45. Minute, ehe sie ein erstes Mal jubeln konnten: Claudio Cadonau hatte in Überzahl – nach einer fragwürdigen Mäder-Strafe wegen Beinstellens – in Überzahl den Anschlusstreffer erzielt.

«So, jetzt gehts los», kündigte der SCL-Stadionspeaker an. Der Druck auf den Ausgleich stieg, während der EHCO offensiv inexistent war: Den ersten Torschuss im Schlussdrittel verzeichnete Lukas Haas 69 Sekunden vor dem Ende der Partie. Und dennoch schafften die Oltner das Unfassbare und retteten sich über die Zeit.

Eishockey Nationalliga B, Playoff-Halbfinals (best-of-7):
Dritte Runde: Langenthal - Olten 1:2 (0:2, 0:0, 1:0); Stand: 1:2. Rapperswil-Jona - Ajoie 3:1 (1:0, 1:0, 1:1); Stand: 2:1.
Vierte Runde: Mittwoch, 21. März: Ajoie - Rapperswil-Jona (19.45 Uhr). Olten - Langenthal (19.45).

Langenthal - Olten 1:2 (0:2, 0:0, 1:0)
Schoren. – 3906 Zuschauer. – SR: Hebeisen/Oggier, Rebetez/Wolf. – Tore: 4. Haas (Wyss) 0:1. 7. Muller (Wyss, Haas/Ausschluss C. Gerber) 0:2. 45. Cadonau (Tschannen, Kummer/Ausschluss Mäder) 1:2. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Langenthal, 6-mal 2 Minuten gegen Olten.
Langenthal: Mathis; Rytz, Cadonau; Müller, Völlmin; C. Gerber, Pienitz; Ahlström; Tschannen, Karlsson, Kelly; Füglister, Dünner, Kummer; T. Gerber, Dal Pian, Rüegsegger; Leblanc, Hess, Pivron; Malgin.
Olten: Mischler; Zanatta, Fröhlicher; Grieder, Rouiller; Bagnoud, Aeschlimann; Bucher, Lüthi; Horansky, McClement, Hirt; Muller, Sharp, Ulmer; Rexha, Mäder, Huber; S. Wyss, Chiriaev, Haas.
Bemerkungen: Langenthal ohne Campbell, Schommer und Marti (alle verletzt). Olten ohne Barbero, Schneuwly und Truttmann (alle verletzt). 18. Pfostenschuss Karlsson. 24. Pfostenschuss Karlsson. 59:20 bis 60:00 Langenthal ohne Torhüter, dafür mit sechstem Feldspieler. 60. Time-out Langenthal.

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