Man bietet, was man kann - aber Öffnungszeiten sind nicht gratis

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«Wir sind flexibel, können uns aber längere Öffnungszeiten finanziell nicht leisten» – Stephan Gehrig, Gemeindeschreiber. BKR

Den Bürger auf der Palme wünscht sich Stephan Gehrig, Verwaltungsleiter und Gemeindeschreiber in Moosleerau, ganz und gar nicht. Der Artikel zu den Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltungen vergleiche verschiedene Apfelsorten – beim Vergleich mit Grossverteilern gar Äpfel mit Birnen.

Moosleerau hat ausserhalb der üblichen Bürostunden seine Dienststellen am Montag bis 18 Uhr und am Freitag durchgehend von 8 bis 16 Uhr geöffnet. «Mehr Service ist nur mit mehr Personal möglich», sagt Gehrig. «Im Gegensatz zu einem Grossverteiler, der mit längeren Öffnungszeiten Kundenwünschen entspricht, aber auch Mehrumsatz erzielt, können Gemeindeverwaltungen keine zusätzlichen Einnahmen generieren.» Die Personalkosten müssen über die Steuern gedeckt werden – was in Moosleerau (und anderen Gemeinden) eine Erhöhung des Steuerfusses bedingen würde.

Arbeit auch an Abenden
Im Zusammenhang mit Bürozeiten erinnert Gehrig daran, dass sich die Arbeit einer Gemeindeverwaltung nicht auf diese beschränke. «Das Milizsystem bedingt, dass Gemeinderats- oder Kommissionssitzungen, an denen auch Leute aus der Verwaltung teilnehmen müssen, abends stattfinden.» Aktuell liefern in Moosleerau viele Baugesuche und die Melioration des Gemeindegebiets zusätzliche Sitzungsstunden. Zeit benötigt auch die Einarbeitung in eine neue Informatiklösung.

Die Informatik – das Internet – erspare den Bürgerinnen und Bürgern immer öfter den Gang auf die Gemeindeverwaltung. «Ein Wohnungswechsel kann elektronisch gemeldet werden, wir stellen dann den Heimatschein der neuen Wohngemeinde zu.» Vertrauliche Daten können der Gemeindekanzlei Moosleerau per «IncaMail» zugestellt werden. Das ist eine Lösung der Schweizer Post für einen sicheren E-Mailverkehr.

Und Hand aufs Herz: «Wie oft muss ein Bürger auf die Gemeindeverwaltung? Passt es ganz und gar nicht, kann man mit uns auch über einen Termin ausserhalb der Bürozeiten sprechen», sagt Gehrig. Apropos Bürozeiten. Früher erfolge die Ausstellung eines Reisepasses über einen Besuch auf der Gemeindekanzlei. «Heute muss man dazu nach Aarau – in einem vorgegebenen Zeitfenster.»

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