Nur noch ein Sieg fehlt dem EHC Olten zum Derby-Glück

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Der Siegtreffer: Jewgeni Schirjajew (links) knallt den Puck in der 88. Minute in den Langenthaler Netzhimmel. (Bild: Freshfocus)

In der 88. Minute war nicht nur der Schweizer Verlängerungsrekord gebrochen. Im Kleinholz-Stadion war in diesem Moment auch der Teufel los. Eben hatte Jewgeni Schirjajew die 5500 Zuschauer von ihren Qualen erlöst und hinter das vierte, spannungsgeladene Halbfinal-Duell zwischen dem EHC Olten und dem SC Langenthal mit einem herrlichen Treffer den Schlusspunkt gesetzt. 3:2-Sieg für den EHCO. 3:1-Führung in der Playoff-Serie. Dem EHCO fehlt zwar immer noch ein Erfolg für die Finalqualifikation. Aber erstmals ist das nächste grosse Zwischenziel zum Greifen nah.

Aber was war das wieder für ein Drama. Die beiden Kontrahenten schenken sich in dieser Derby-Serie wirklich nichts. Keinen Quadratzentimer Eis. Dass dabei auf dem Rink mehr Eishockey gearbeitet wird als zelebriert, ist logisch. Aber das interessiert zum jetzigen Zeitpunkt der Meisterschaft sowieso niemanden mehr. Schönheitspreise kann man vielleicht im November oder im Dezember gewinnen. Aber im März gewinnen nur noch die Mannschaften, die sich voll reinhängen, die das Glück letztlich auf ihre Seite zu zwingen vermögen.

Playoff-Qualitäten entwickelt
Der EHC Olten hat nun innerhalb von einem Monat die Qualitäten entwickelt, die es braucht, um eben im entscheidenden Moment, wenn das Spiel wie am Mittwoch schier ewig auf des Messers Schneide steht, den entscheidenden Schritt zu vollziehen. Auch im vierten Duell mit den Langenthalern gab es Phasen, in welchen man sah, wie die Oltner mit dem Gegner, aber auch mit sich selbst zu kämpfen hatten. Vor allem, als die Oberaargauer im Mitteldrittel aus einem 1:0 ein 1:2 gemacht hatten. Das wäre einer dieser Momente gewesen, in welchem der «alte» EHCO den Faden und wohl auch das Spiel verloren hätte.

Aber der neue EHC Olten hat gelernt, geduldig zu bleiben, den dünnen Faden der Hoffnung immer in den Händen zu halten. Und so kam es, dass ausgerechnet Luca Zanatta, der Mann, der zuvor in 51 Spielen der laufenden Saison kein einziges Mal getroffen hatte, etwas mehr als fünf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit zum 2:2 traf und somit erst die Basis für die später folgenden Glücksmomente der Oltner legte.

Natürlich gab es auch Momente, da drohte der vierte Auswärtssieg im vierten Halbfinal. Die Langenthaler verfügen über viel Qualität und sind jederzeit für ein Tor gut. Aber da kommt der zweite grosse Trumpf der Oltner immer wieder zur Geltung: Goalie Matthias Mischler. An dem Tag, an dem er seinen 28. Geburtstag feiern durfte, zeigte er einmal mehr eine fantastische Darbietung. Seine Fangquote nähert sich in den Playoffs mittlerweile der 93-Prozent-Marke. Ein schier unglaublicher Wert.

Das Signal an den SCL
Als die zweite Verlängerung lief und der alte Playoff-Rekord (85 Minuten) schon gebrochen worden war, da waren die Oltner bereits die aktivere Mannschaft auf dem Eis, schienen über mehr Kräfte zu verfügen als die Langenthaler. Möglich, dass hier genau die vorgenommenen Personalrochaden von EHCO-Trainer Chris Bartolone einen entscheidenden Einfluss hatten. Brian Ihnacak war für MacGregor Sharp zu seinem erst zweiten Einsatz in diesen Playoffs gekommen. Und Captain Cédric Schneuwly kam für Alban Rexha in die Aufstellung.

Die beiden Neulinge hatten zwar spielerisch keinen entscheidenden Einfluss, aber Bartolones Signal an die Mannschaft war deutlich: «Wir haben noch Reserven.» Der EHCO-Trainer musste sich nach der «Schlacht» vor lauter Erschöpfung hinsetzen und meinte: «Wir haben diesen Sieg verdient. Wir sind immer drangeblieben, sind immer positiv geblieben.» Dafür wurden die Oltner am Ende belohnt.

Olten - Langenthal 3:2 n.V. (1:0, 0:2, 1:0, 1:0)
Kleinholz. – 5526 Zuschauer. – SR: Dipietro/Erard, Wermeille/Wolf. – Tore: 19. Mäder (Horansky/Ausschluss Leblanc) 1:0. 24. Karlsson (Kelly/Ausschlüsse Wyss, Rytz) 1:1. 32. Dal Pian (Kelly) 1:2. 55. Zanatta (Horansky) 2:2. 88. Schirjajew (Wyss, Haas) 3:2. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Olten, 2-mal 2 Minuten gegen Langenthal.
Olten: Mischler (Rytz); Grieder, Rouiller; Bucher, Lüthi; Zanatta, Fröhlicher; Bagnoud, Aeschlimann; Horansky, Ihnacak, McClement; Wyss, Schirjajew, Haas; Muller, Mäder, Ulmer; Huber, Schneuwly, Hirt.
Langenthal: Mathis (Wildhaber); Rytz, Cadonau; Müller, Völlmin; Colin Gerber, Pienitz; Ahlström, Malgin; Tschannen, Karlsson, Kelly; Füglister, Dünner, Kummer; Schommer, Dal Pian, Rüegsegger; Tom Gerber, Hess, Leblanc.
Bemerkungen: Olten ohne Barbero, Truttmann (beide verletzt), Heughebaert, Sharp, Rexha, Sahli (alle überzählig) und Vodoz (Farmteam Zuchwil). – Langenthal ohne Marti, Kiener, Campbell, Pivron und Wyss (alle verletzt). 11. Lattenschuss Leblanc. 23. Lattenschuss Leblanc. 52. Time-Out Langenthal.

Alle Resultate der Playoff-Halbfinalserien finden Sie hier.

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