Frühlingskonzert der Brassband Dagmersellen: Die Geige als Partner

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Die Brass Band Dagmersellen unter der Leitung von Reimar Walthert zeigte sich am Frühlingskonzert in Bestform. (Bild: KURT BUCHMÜLLER)

«Dank ausgezeichneter Kontakte unseres Dirigenten Reimar Walthert konnten wir einen Gastsolisten von Weltformat nach Dagmersellen holen. Wir freuen uns ausserordentlich, zusammen mit dem Sologeiger Alexandre Dubach auf der Arche-Bühne konzertieren zu dürfen.» So stellt das Programm dieses musikalische Ausnahmeereignis vor, denn ein solches war diese Kombination: Die Klangfülle der Brass Band musste auf die Feinheiten der Violine Rücksicht nehmen. Nur zwei gemeinsame Proben waren dazu nötig.

Vorab zeigte die Jugend Brass Band Hürntal unter der Leitung von Beni Hodel, wie weit sie den Anforderungen einer etablierten Brass Band gerecht wird. Wenn sie weiterhin so motiviert und diszipliniert musiziert, steht dem nichts mehr im Weg. Die wichtigste Voraussetzung ist bereits geschafft: die Einheit in der Stimmbildung. Ein Musterbeispiel, wie das tönt, gab die Dagmerseller Brass Band in der «Ouvertüre 1812». Tschaikowski vertont darin Napoleons Russlandfeldzug. Vorerst malen feierlich-sakrale Klänge den Frieden im Land aus. Dann brechen die Franzosen unter den sieghaften Klängen der Marseillaise ein, ein wirres Schlachtgetümmel entsteht, an dem sich alle Register beteiligen. Paukenschläge markieren Kanonendonner, die Marseillaise verstummt und wird von der russischen Nationalhymne abgelöst, die musikalischen Wogen glätten sich und wechseln zu friedlichen Klängen. Diese Interpretation deckte so richtig die Qualitäten des Orchesters auf, seine Fähigkeit zu markanten Steigerungen und die Beweglichkeit der Register in der Stimmführung.

Rolle als Begleiter
Nun musste die Brass Band die Führung abgeben und die Rolle der Begleitung übernehmen. Das ist sehr heikel im «Adagio» des Violinkonzertes in g-Moll von Max Bruch. Es ist ein Werk von Weltrang, vor allem wegen seiner himmlischen Melodik im «Adagio». Und diese brachte Alexandre Dubach in seinem Spiel ein; es wurde mäuschenstill im Saal, das Orchester wirkte einfühlend mit. In diesem Werk malte der Solist sensible Gefühlswelten aus. Im folgenden «Rondo» aus dem zweiten Violinkonzert von Nicolò Paganini konnte er seine Virtuosität ausleben mit einer Reihe von kniffligen Doppelgriffen, Passagen mit Springbogen, Flageoletttönen und gezupften Saiten: kurz alles, was zu einem virtuosen Spiel gehört. Der erste Konzertteil endete mit dem zügigen Marsch «Lenzburg» (Derek Broadbent), der aber weniger der Burg als vielmehr «Im Aargäu sind zwöi Liebi» gewidmet ist.

Musikalische Weltreise
Nach der Pause stellte sich zuerst die Tambourengruppe Dagmersellen-Altishofen unter der Leitung von Markus Ruckstuhl vor und erwies sich dabei nicht nur als schlagfertig, sondern auch als auffangsicher, wenn die Schlägel hin und her geworfen wurden. Dann öffnete die Brass Band ein Fenster zur Welt und begann mit dem ersten Satz «Amazonia» aus «Window oft the World» (Peter Graham). Von den Klangwelten in Südamerika vermittelt zuerst die Perkussionsgruppe eine Ahnung, und die Brass Band folgt mit allen Mitteln und Registern dem feurigen Rhythmus. Alexandre Dubach besuchte sodann den Süden von Europa, entdeckte dort die «Zigeunerweisen» von Pablo de Sarasate und entfachte damit wiederum ein virtuoses Feuerwerk mit allen der Geige verfügbaren Mitteln. Die Brass Band sondierte auf der Ostseite des Mittelmeeres und fand dort Zugang in eine Musik mit multikulturellem Einfluss und Rhythmus, was ein dauerndes Wechseln in Stimmführung und Klangfarbe verlangte. Eine feierliche, geheimnisvolle Stimmung breitete sich aus, als «Rainforest» (Peter Graham) das Fenster zu einem Blick in den Regenwald öffnete, sehr stimmungsvoll beschrieben durch Soloinstrumente. Schliesslich landete die Weltreise bei «The Floral Dance» (Katie Mose), ein Paradestück für Brass Band, was hier nochmals eindrücklich zum Ausdruck kam. Das Publikum war jetzt erst recht gluschtig geworden, wurde mit zwei Zugaben zufriedengestellt und Alexandre Dubach gab nochmals ein Beispiel grenzenloser Virtuosität mit einem «Caprice» von Paganini.

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