Die Tage des Rothrister Munitionsmagazins sind gezählt

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Die Tage des Munitionsmagazins, mitten im Rothrister Wald, sind gezählt. Das Gebäude aus den 1940er-Jahren wird abgerissen. (Bild: egu)
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Das Dach auf der Rückseite wurde vor vier Jahren durch eine Tanne beschädigt. (Bild: egu)

An einer Weggabelung im Rothrister Wald steht es. Für ein Hexenhaus ist es zu gross, für ein Forst- oder Waldhaus fehlen jegliche Fenster. Spaziergängern und Joggern sticht das zunehmend verfallende Gebäude ins Auge, das sich etwa 500 Meter vom Rothrister Waldhaus entfernt befindet. Im Stock-Mösli hat in den 1940er-Jahren die Schweizer Armee ein Munitionsmagazin samt Zugunterstand errichtet. Seit vier Jahren ist das Munitionsmagazin stillgelegt. Auch der Zugunterstand hat seit geraumer Zeit keine Funktion mehr. So dient das stattliche Gebäude wohl einzig fleuchendem und kreuchendem Kleingetier als Unterschlupf. Die massiven, olivgrünen Stahltüren sind mit Schlössern gesichert. Aufgesperrt hat sie wohl schon lange niemand mehr – davon zeugen die Spinnweben.

Tanne zerstörte Dach
Vor vier Jahren ist eine Tanne auf das Gebäude gefallen und hat das Dach auf der Rückseite beschädigt. So massiv, dass das Munitionsmagazin und der Zugunterstand abgerissen werden. Die benötigten Baugesuche für den Rückbau liegen bis zum 17. April beziehungsweise 24. April auf der Gemeindeverwaltung in Rothrist auf. «Eine Sanierung macht keinen Sinn, weil das Gebäude nicht mehr militärisch genutzt wird und es aufgrund der fehlenden Zonenkonformität auch nicht möglich ist», erklärt Margrit Schwaller, Kommunikationsverantwortliche beim Bundesamt für Rüstung der Armasuisse Immobilien.

In Rothrist wurde bereits im Winter 2013/2014 ein nicht mehr benutztes Munitionsmagazin abgerissen. Dieses befand sich ebenfalls ausserhalb des Baugebietes im Wald. Für jede zivile Nutzung der militärischen Immobilien ist Zonenkonformität und die zivile Baubewilligung Voraussetzung. Das Gros der militärischen Immobilien befindet sich gemäss Margrit Schwaller nicht in einer Wohn-, Gewerbe- oder Industriezone, da die militärischen Bauten seinerzeit aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen ohne ziviles Baubewilligungsverfahren erstellt wurden. Zudem entspricht ein Grossteil der Bauten nicht den zivilen Bauvorschriften bezüglich Sicherheit und Brandschutz.

Doch was geschieht mit dem Grundstück, nachdem das 125 Quadratmeter grosse Magazin im Stock-Mösli abgerissen ist? «Wir beabsichtigen, die Landparzelle nach dem Rückbau des Magazins der ursprünglichen Eigentümerin zu verkaufen», sagt Margrit Schwaller. Der Landpreis entspreche dem ortsüblichem Ansatz für Waldareal ohne Bewuchs.

4000 Hektaren Land und 9500 Gebäude und Anlagen des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) managt die Armasuisse. Jedes Jahr bietet sie rund 20 Immobilien zum Kauf, die den Zonenvorschriften entsprechen. Aktuell ist für 760 000 Franken eine ehemalige militärische Anlage in Arni zu haben. Das 1986 erbaute Betongebäude liegt in der Landwirtschaftszone ausserhalb des Dorfkerns und ist mit einer befestigten Strasse erschlossen. «Die zwingend notwendige Umnutzungsbewilligung muss vor Vertragsabschluss durch die Käuferschaft und zu deren Lasten erbracht werden», so die Ausschreibung, die auf dem Immobilienportal homegate.ch zu finden ist.

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