Beim EHC Olten wissen zwölf Spieler, wie man Meister wird

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Diese Oltner wurden schon NLB-Meister: Lukas Haas, Anthony Rouiller, Jewgeni Schirjajew und Marc Grieder. (Bild: Freshfocus)

Erfahrung – es ist ein grosses Wort. Die täglich aufgefassten persönlichen Erlebnisse werden im Alltag in vielerlei Hinsichten geschätzt. Auch im Spitzensport hat die Erfahrung ein besonders zählbares Gewicht, sie ist insbesondere in entscheidenden Situationen wie etwa in einer Playoff-Finalserie gefragter denn je.

Und derzeit haben es nicht weniger als zwölf Spieler des EHC Olten mindestens bereits einmal erlebt, Schweizer Meister der NLB zu werden: Simon Rytz (2004, Biel), Marco Truttman (2007 und 2008, Biel), Marc Grieder (2009, Lausanne), Jewgeni Schirjajew (2013, Lausanne), Lukas Haas, Alban Rexha, Silvan Wyss (alle 2015, SCL Tigers), Stan Horansky, Anthony Rouiller, Stefan Mäder und Simon Barbero (alle 2016, Ajoie). Joël Fröhlicher schaffte gar das Kunststück, neben seinen B-Titelgewinnen mit Biel (2006, 2007 und 2008) und Lausanne (2013) aus Schweizer NLA-Meister mit Lugano (2003) zu werden.

Man kennt den richtigen Weg
Kann die Erfahrung der Spieler in einer Playoff-Finalserie – welche der EHCO zuletzt 1988 gewinnen konnte – hilfreich sein? «Ja, natürlich hilft das. Es ist mit Sicherheit ein grosser Vorteil, solche Spieler im Team zu haben», ist Trainer Chris Bartolone vor dem Finalauftakt am Donnerstag in Rapperswil-Jona (19.45 Uhr) überzeugt. «Wenn es mal hart wird, kann man auf die Erfahrung zurückgreifen und kennt womöglich den richtigen Weg, damit man nicht einbricht. Aber es ist schwierig, diese Erfahrungen an jemanden weiterzugeben, weil jeder selber diesen Prozess erleben muss», so Bartolone, der als Spieler dreimal Meister wurde – in Österreich, Dänemark und in der Central Hockey League in den USA.

Anthony Rouiller bestärkt: «Ich glaube, dass irgendwann der Moment kommt, in welchem man von dem Meistertitel profitieren kann. Vielleicht erinnert man sich an gewisse Details, die man dann automatisch wieder richtig macht», so Oltens Verteidigungs-Dirigent. Doch nur mit einem Rucksack voller Meister-Erfahrungen lässt sich im Final gegen die Rapperswil-Jona Lakers nicht bestehen – Leidenschaft, Kampf und unbändiger Wille sind gefragt. Daran soll es nicht scheitern. «Wir stehen im Final und haben damit bewiesen, dass wir schon vieles richtig gemacht haben. Aber wir wollen noch mehr, sind hungrig und freuen uns auf den Final», sagt Rouiller.

Olten geniesst wenig Kredit
Aus seinen Aussagen ist auch eine gewisse «Jetzt-erst-recht»-Mentalität herauszulesen. Nicht nur, weil man nach vielen Höhen und Tiefen endlich die Qualitäten aufs Eis bringt. Vielmehr dürfte auch den EHCO-Spielern nicht entgangen sein, dass in der Schweiz vor diesem Final den Powermäusen gemeinhin nicht viel Kredit gegeben wird. Vielmehr sprechen alle von der Gefahr der Rapperswil-Jona Lakers. Jene Mannschaft, die als überzeugender Qualifikationssieger zum dritten Mal in Serie im NLB-Final steht. «Betrachtet man die Statistiken, spricht vieles für die Lakers. Und sie haben im Schweizer Cup gezeigt, dass sie hochklassige NLA-Teams schlagen können», zollt Chris Bartolone dem Gegner Respekt.

Doch das könne auch ein Vorteil sein, weil es «auf eine gewisse Weise ein bisschen Druck» wegnehme. Zu verstecken braucht sich der EHC Olten nicht. «Wir haben nicht nur erfahrene und erfolgreiche NLB-Spieler, sondern auch solche, die sich in der NLA etablieren konnten. Zudem haben wir zwei Torhüter, die nicht nur ihren Job beherrschen, sondern auch eine gewichtige Stimme in der Kabine sind. Das macht diese Mannschaft komplett», sagt Bartolone.

Allerdings muss Bartolone auf Stürmer Martin Ulmer verzichten. Der EHCO-Topskorer der Qualifikation muss nach einem Rückfall wegen des Pfeifferschen Drüsenfiebers rund zwei Wochen pausieren und fällt ziemlich sicher für die Dauer des Playoff-Finals aus. Trotzdem rechnet Bartolone mit einer «sehr, sehr engen Serie». Dank der grossen Erfahrung vieler Meisterspieler mit einem besseren Ende für den EHC Olten?

Nationalliga B, Playoff-Final (best-of-7):
Erste Runde: Donnerstag, 29. März: Rapperswil-Jona - Olten (19.45 Uhr). – Zweite Runde: Samstag, 31. März: Olten - Rapperswil-Jona (17.00). – Dritte Runde: Montag, 2. April: Rapperswil-Jona - Olten (17.00). – Vierte Runde: Mittwoch, 4. April: Olten - Rapperswil-Jona (19.45). – Ev. fünfte Runde: Freitag, 6. April: Rapperswil-Jona - Olten (19.45). – Ev. sechste Runde: Sonntag, 8. April: Olten - Rapperswil-Jona (17.30). – Ev. siebte Runde: Dienstag, 10. April: Rapperswil-Jona - Olten (19.45).

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