Der EHC Olten gleicht die Finalserie gegen Rapperswil-Jona aus

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Der EHCO darf sich über einen Minisieg freuen. (Bild: AZ)

Was war das wiederum für eine Schlussphase! Eine, die nicht nur von den Spielern alles abverlangte, sondern auch die Nerven der Zuschauer arg strapazierte: Drei Minuten vor Ende der Partie hatten die Rapperswiler ihren Torhüter Melvin Nyffeler durch einen zusätzlichen Feldspieler ersetzt und gegen den EHC Olten alles auf eine Karte gesetzt: Lakers-Stürmer Chris Mason hätte beinahe davon profitieren können, als er 25 Sekunden vor Schluss noch die Latte getroffen hatte. Doch die Oltner kämpften, legten sich sinnbildlich für den hohen Einsatz in die Schüsse und brachten schliesslich die 1:0-Führung verdient über die Zeit. «Es war ein schwieriges Spiel. Beide wollten offensiv etwas kreieren, aber beide standen defensiv sehr kompakt», sagte Devin Muller.

Eine Aussage, die den Oltner 1:0-Minisieg bestens unterstreicht. Am Ende war es im ausverkauften Kleinholz-Stadion - 6270 Zuschauer (Saisonrekord!) waren gekommen - ein verdienter Sieg der Oltner, die damit auf die deutliche 0:5-Niederlage reagierten und die Finalserie 1:1 ausgleichen konnten.

«Wir haben gegen diesen starken Gegner eine sehr gute Reaktion gezeigt. Ich bin stolz auf die Spieler», sagt Chris Bartolone nach dem Spiel. Dann blickt der EHCO-Trainer zum Videowürfel hoch, und sagt nachdenklich: «Wissen Sie. Es ist nicht einfach, nach einer solchen 0:5-Niederlage zurück an die Arbeit zu gehen. Aber ich habe den Spielern gelehrt, dass man nicht zu hoch fliegen und nicht zu tief fallen darf. Ich bin stolz, wie sie damit umgegangen sind und daraus gefunden haben», sagt Bartolone weiter und schiebt voller Emotionen nach: «Ich habe es in den letzten paar Tagen noch mehr genossen, mit diesen Charaktertypen arbeiten zu dürfen und ich werde es auch in den nächsten Tagen geniessen.»

Der Italo-Amerikaner konnte es denn auch nicht auslassen, dem Publikum zu danken. «Das war grossartig. Sie haben uns so viel Energie gegeben. Die Spieler haben die Emotionen aufgesaugt. Die Zuschauer haben grossen Applaus verdient», so Bartolone, der für Spiel zwei einige Änderungen im Team vollzog: Barbero für Aeschlimann, Sharp für Ihnacak, Rexha für Hirt.

Blitzstart nach 55 Sekunden

Es war EHCO-Stürmer Devin Muller, der Grün-Weiss nach lediglich 55 Sekunden mit einem Blitzstart auf die Siegesstrasse brachte. Muller setzte sich offensiv an der Bande durch, nutzte hinter dem Tor die kurzzeitige Unordnung der Rapperswiler Verteidigung aus, zog vors Tor und düpierte Torhüter Nyffeler mit einem flachen Backhand-Schuss.

Der EHCO tat sich in der Folge jedoch schwer, den positiven Start mit Schwung zu nutzen. Es dauerte bis auf den erfolgreichen ersten Torschuss geschlagene acht Minuten, um sich ein erstes Mal im gegnerischen Drittel festsetzen zu können.

Das Spiel nahm denn auch erst im Mittelabschnitt so richtig Fahrt auf, als die Partie von beiden Seiten offener gestaltet wurde. Rapperswil, ungemein schnell in der Angriffsauslösung, deckte abermals die Defizite in der Oltner Verteidigung schamlos auf, scheiterte aber immer wieder am grossartig aufspielenden EHCO-Torhüter Matthias Mischler, der nach seiner Auswechslung im ersten Spiel nun zum Oltner Mann des Spiels wurde.

Olten vermochte aber genauso wie die Lakers vereinzelte gefährliche Nadelstiche setzen, als man im Mitteldrittel das Spieldiktat für eine Weile komplett in die Hand nahm und rund um Spielhälfte Chancen im Minutentakt verzeichnete: Horansky (25.), McClement (27.), Zanatta (29.) oder auch Barbero (30.) hatten hochkarätige Möglichkeiten ausgelassen. Der EHCO verpasste es in dieser aufbäumenden Phase, mit einem 2:0 für eine etwas gelassenere Stimmung zu sorgen.

Doch stattdessen nahm die Intensität zu. Wohl nicht auch zuletzt, weil die Spieler auf beiden Seiten keine klare Linie der Schiedsrichter erkennen konnten. Seis drum: Die Specialteams waren auf beiden Seiten keine Faktoren und so brachte der EHCO den Ausgleich der Finalserie ins Trockene.

Captain Cédric Schneuwly meinte zum Spiel: «Wir haben ab der ersten Sekunde an uns geglaubt. Mit dem frühen Tor kam das Selbstvertrauen erst recht und dann konnten wir mit einer starken Teamleistung die Führung souverän runterspielen. Heute waren wir besser», so Schneuwly.

Bereits am Ostermontag folgt in Rapperswil die Fortsetzung der Finalserie. Die Lakers sind zu Hause in den diesjährigen Playoffs noch ungeschlagen: «Rapperswil hat sehr viel Qualität in der Mannschaft. Sie wirbeln durcheinander und setzen uns immer wieder unter Druck. Aber wir haben heute gezeigt, dass wir uns nicht verstecken müssen», blickt der Captain voraus und ergänzt kämpferisch: «Wir wollen nun dieses Break. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch diesen Charaktertest bestehen können.» 

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