Der Weg zum Gipfel wird für den EHC Olten immer steiler

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Die letzte der 15 Oltner Grosschancen: Remo Hirt schiesst in der 59. Minute an Rapperswil-Goalie Melvin Nyffeler und am Tor vorbei. (Bild: Fresfocus)

Wars das schon für den EHC Olten? Nach dem 0:3 gegen die Rapperswil-Jona Lakers sind die Powermäuse noch eine Niederlage vom Saisonende entfernt. Noch ist es natürlich nicht so weit. Noch hat der EHC Olten selbstverständlich eine Chance. Aber nimmt man das vierte Finalspiel als Massstab, dann kann man sich schlicht nicht vorstellen, wie die Oltner noch einmal, geschweige denn dreimal siegen möchten – davon zweimal auswärts –, um die Lakers am Gewinn des Schweizer NLB-Meistertitels hindern zu können. Denn dazu müsste man Tore schiessen.

Dabei hatten es die Oltner in der Hand, den in dieser Serie so wichtigen Ausgleich zu schaffen. Es war die mit Abstand beste Final-Vorstellung der Mannschaft von Headcoach Chris Bartolone. Alleine – das war nicht gut genug, um die Lakers am wohl entscheidenden Break zu hindern. Schuld daran war der EHC Olten selber, weil er es ganz einfach nicht schaffte, den Puck im gegnerischen Tor unterzubringen.

Es war für die 5756 Zuschauer im Kleinholz schon fast eine Qual mit ansehen zu müssen, wie viele Chancen die Oltner vergaben, wie oft sie in aussichtsreicher Abschlussposition am Tor vorbei schossen, den Pass zu viel suchten oder schlicht am starken Rapperswil-Goalie Melvin Nyffeler scheiterten. Eine nicht vollständige Aufzählung der besten Oltner Möglichkeiten zeigt, dass diese Niederlage letztlich unglaublich bitter und noch viel unnötiger ist: Muller (1. Minute), Grieder (2.), Huber (5.), Wyss (9.), Sharp (24.), Horansky (25.), Rouiller (29.), Schirjajew (33.), Wyss (33.), Schirjajew (37./Tor wegen hohen Stocks zurecht nicht anerkannt), Ulmer (38.), Sharp (40.), Sharp (45.), Rouiller (48.), Hirt (59.) – sie alle hatten einen Treffer auf dem Stock. 15 qualitativ hochwertige Chancen sind das.

Kein Tor bedeutet viel Mühe
Wer daraus kein einziges Tor generiert, der hat selbstredend Mühe, ein Spiel zu gewinnen. Und wer in vier Playoff-Finalspielen insgesamt nur zwei Tore vorzuweisen hat, der muss sich über die schlechte Lage der Dinge erst recht nicht wundern. So einfach ist das. Da kann man auch alle Nebenschauplätze wie die Schiedsrichter – die am Mittwoch übrigens gut waren – und verschobene Tore – passierte bei Nyffeler viermal – getrost vergessen. Zumal auch das Powerplay inzwischen nicht mehr funktioniert. Die vier Möglichkeiten liess der EHCO allesamt ungenutzt.

So reichte schliesslich den alles andere als überzeugenden, aber unglaublich abgezockten Rapperswilern schon fast minimaler Aufwand, um für die entscheidende Differenz zu sorgen. Beim 0:1 (15.) verlor EHCO-Verteidiger Marc Grieder den Infight gegen Martin Ness, welcher im Powerplay einen Abpraller im Oltner Tor versorgte. Beim 0:2 (17.) stand Sven Lindemann plötzlich alleine vor Matthias Mischler und lenkte einen Pass von Florian Schmuckli geschickt ab. Das war genug für den Sieg, den Jeremy Morin mit einem Treffer ins leere EHCO-Tor zum 0:3 abrundete.

Dreckige Tore gefordert
Und jetzt? Der Berg, den die Oltner erklimmen müssen, wird immer steiler, der Gipfel noch schwieriger erreichbar. Noch sind sie nicht geschlagen. Noch besteht die Hoffnung, dass die EHCO-Seilschaft doch noch einen Weg ins gegnerische Tor und somit zum Sieg findet. «Wir sind wie ein Bär, der in eine Ecke gedrängt wurde und nun keinen Ausweg mehr findet. Wir müssen ihn nun aber finden und dafür alles in die Waagschale werfen», gab sich Chris Bartolone trotz der bitteren Niederlage kämpferisch. «Für uns war sowieso klar, dass wir mindestens einmal in Rapperswil gewinnen müssen. Jetzt müssen wir es halt zweimal schaffen. Und man darf nicht vergessen: Es ist oft am schwierigsten, den Deckel auf eine Playoff-Serie zu setzen. Das gilt auch für die Lakers.»

Bartolone zollte der Leistung seiner Mannschaft im vierten Finalduell Respekt, forderte von seinen Spielern im Hinblick auf die nächste Partie vom Freitag (19.45 Uhr) aber noch mehr Aufwand vor dem gegnerischen Tor. «Wir müssen noch präsenter sein, den Körper, Stöcke, alles Mögliche in die Schussbahn bringen, damit wir auch mal ein dreckiges Tor schiessen.» Denn klar ist: Wenn den Oltnern dieses Vorhaben erneut nicht gelingt, dann droht am Freitag das Saisonende.

Olten - Rapperswil-Jona 0:3 (0:2, 0:0, 0:1)
Kleinholz. – 5756 Zuschauer. – SR: Dipietro/Mollard, Altmann/Stuber. – Tore: 15. Ness (Mason, Hügli/Ausschluss Haas) 0:1. 17. Lindemann (Schmuckli, Iglesias) 0:2. 58. Morin (Hüsler, Berger/ins leere Tor) 0:3. – Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Olten, 4-mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona.
Olten: Mischler (Rytz); Grieder, Rouiller; Bucher, Lüthi; Zanatta, Fröhlicher; Bagnoud, Aeschlimann; Horansky, Sharp, Ulmer; Wyss, Schirjajew, Haas; Schneuwly, McClement, Muller; Huber, Mäder, Hirt.
Rapperswil-Jona: Nyffeler (Rochow); Berger, Gähler; Schmuckli, Iglesias; Geyer, Büsser; Maier, Sataric; Rizzello, Knelsen, Morin; Casutt, Lindemann, Profico; Hügli, Mason, Mosimann; Primeau, Ness, Hüsler.
Bemerkungen: Olten ohne Truttmann (verletzt) und Ihnacek (überzählig). Rapperswil-Jona ohne Brem (verletzt) und Aulin (überzählig). Olten von 57:25 bis 57:32, 58:18 bis 58:51 und ab 58:57 ohne Goalie.

Alle Spiele und Resultate der Playoff-Finalserie finden Sie hier.

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