Jahrhundert-Unwetter kostet allein die Mobiliar 19 Millionen Franken

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Von der Flut überrascht: Ein Velofahrer steht auf der Luzernerstrasse in Zofingen am 8. Juli 2017 knietief im Wasser. (Bild Raphael Nadler)

Das Unwetter, das am 8. Juli über die Zofingen hereinbrach, hat sich tief ins kollektive Gedächtnis eingebrannt. Niemand hatte mit einem solch heftigen Naturereignis gerechnet, auch nicht die Experten der Wetterdienste, die einen Alarm der Stufe 2 absetzen. Als der Sturm vorüber war, begann das wochenlange Aufräumen. Wetterexperten sprachen nun von einem Jahrhundert-Unwetter, einem Ereignis, das sich statistisch gesehen einmal alle hundert Jahre ereignet. Vergleichbar war das Unwetter vom 8. Juli nur mit dem Orkan Lothar, der am 26. Dezember 1999 mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 249 km/h über die Schweiz fegte.

Neun Monate später liegt ein recht genaues Bild über das Ausmass der Schäden vor, die der Gewittersturm vom 8. Juli hinterliess.

Bei der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV) gingen rund 6200 Schadenmeldungen ein, die Schadensumme liegt bei rund 75,5 Millionen Franken. Darin inbegriffen sind Meldungen der freiwilligen Gebäudewasserversicherung, in erster Linie betreffend Rückstau aus der Kanalisation.

Schäden wurden auch den privaten Versicherungen gemeldet. Die Zurich Versicherung beziffert ihre Kosten für den Bereich Naturgefahren im Bezirk Zofingen im Jahr 2017 auf vier Millionen Franken. Das ist auf den ersten Blick nicht sehr viel, eindrücklich wird die Zahl erst, wenn man Vergleiche anstellt. So betrugen die Kosten Naturgefahren für den restlichen Aargau im Jahr 2017 rund 400000 Franken.

Oder ein anderer Vergleich: Die Kosten Naturgefahren im Bezirk Zofingen betrugen in den in den zehn Jahren davor insgesamt 800000 Franken, also ein Fünftel der Summe, die allein im Gewitterjahr 2017 anfiel.

Wesentlich höher liegt die Schadensumme bei der Mobiliar Versicherung. Raphael Arn, Generalagent in Zofingen, beziffert die Schadensumme aus dem Ereignis vom vergangenen 8. Juli auf 19 Millionen Franken.

Kann man sich vor einem solchen Naturereignis überhaupt irgendwie schützen – oder ist man hilflos ausgeliefert? Die Zurich Versicherung setzt laut Mediensprecher David Schaffner auf Prävention: «Das ist besser, als im Nachhinein die Schäden aufzuräumen.» Schaffner verweist auf den Naturgefahren-Radar von Zurich: «Hier können alle Mieter und Immobilienbesitzer der Schweiz in zwei, drei Minuten abklären, ob an ihrer Wohnadresse allenfalls eine Naturgefahr droht» (siehe Box).

 

Online-Tool für Hausbesitzer
Im Naturgefahren-Radar der Zurich Versicherung können Hausbesitzer und Mieter gratis in wenigen Minuten nachschauen, welche Naturgefahren potenziell an ihrer Adresse drohen. Besteht eine Gefährdung, erstellt das Online-Tool in einem weiteren Schritt einen detaillierten Bericht, mit welchen Massnahmen die Bewohner die Gefahr von Schäden reduzieren können – massgeschneidert für ihre Liegenschaft. Das Tool umfasst Tausende Daten aus Gefahrenkarten von Bund und Kantonen und wird laufend aktualisiert. «Die Daten geben keine tagesaktuelle Einschätzung der Lage, sondern eine generelle Einschätzung aufgrund der Wohnlage und helfen den Menschen, für den Fall von Wetterextremen vorzubeugen», sagt Mediensprecher David Schaffner. Früher seien die Daten der Gefahrenkarten für Laien weder leicht zu finden noch einfach zu interpretieren gewesen. «Das Tool macht sie allgemein verständlich zugänglich», so Schaffner. Neben Angaben zur Hochwassergefahr informiert der Naturgefahren-Radar auch über drohende Rutschungen, Lawinen, Stürze, Murgängen und Hangmure. www.zurich.ch/naturgefahren

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