400 Tonnen schwer und 51 Meter hoch: Auf Schloss Lenzburg wird ein gelber Riese aufgestellt

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Vom Goffersberg ist der Hilfskran gut zu sehen. (Bild: Janine Gloor)
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Der Hilfskran wigt mit Nutzlast 400 Tonnen (Bild: Patrick Harcuba)

Monatelang wird er die Fassade des Schloss Lenzburg prägen und für alle Zugfahrer zwischen Bern und Zürich sichtbar sein: Der Kran, der auf dem Hauptzugangsweg vom Parkplatz zum Schloss aufgestellt wird.

Als wäre der abschüssige, schmale Weg nicht schon Herausforderung genug, steht auch eine Toranlage im Weg. Der Kran wird zwischen dem unteren und dem mittleren Tor zu stehen kommen.

Um einen Kran zu errichten, braucht es stets einen Hilfskran, mit dem die einzelnen Elemente an Ort und Stelle gebraucht werden. Dabei handelt es sich normalerweise um einen kleineren Pneukran.

Vor dem mittleren Tor steht aber ein gelbes Ungetüm, das mit der Nutzlast 400 Tonnen wiegt. «Das Problem ist die Distanz», sagt Architekt und Projektleiter Hansruedi Urech. Weil das Tor den Weg zum Standort des fixen Krans blockiert, muss alles darübergehievt werden.

Die Last, die ein Kran tragen kann, nimmt ab, je weiter vorne sie sich am Arm befindet. Und weil der Hilfskran eine so weite Distanz überwinden muss, ist er grösser als andere Hilfskrane.

Mehrere Stunden für Installation
Das Installieren des Hilfskrans wird mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Normalerweise können diese Krane auf Pfeilern stehen, die sie selber ausfahren können. Beim Schloss mussten jedoch im abschüssigen Grund neben dem Weg Fundamente erstellt, auf denen zwei Beine des Krans stehen. «Diese Fundamente werden bis im Herbst dort bleiben», sagt Urech. Es mache keinen Sinn, sie zwischenzeitlich wieder abzubauen.

Für den eigentlichen Kran sind vier Fundamente aus Beton gegossen worden. Auf ihnen der Kran bis im November stehen. «Das genaue Datum ist noch unklar», sagt Urech. «Das kommt auf den Baufortschritt an.»

Der Kran für die Sanierungsarbeiten ist 51 Meter hoch und wird das Schloss überragen. Für die Arbeiten im letzten Jahr brauchte es keinen Kran, da vom Gerüst aus an der Fassade gearbeitet wurde. Doch dieses Jahr wird auch das Dach des Bernerhauses saniert.

Der Arm des Krans – der Oberdreher – ist 60 Meter lang. Mit ihm können auch Lasten in den Schlosshof gehievt werden. Der Kran kann beim Arm 8 Tonnen heben, vorne sind es noch 1,7 Tonnen. Wenn der Kran montiert ist, werden die Fundamente mit einer Gitterwand mit einem Netz abgesperrt. Die Fussgänger können rechts am Kran vorbeigehen.

Die Sanierungsarbeiten werden während der Museumsöffnungszeiten durchgeführt. «Wir werden alle Arbeiten mit den grösstmöglichen Sicherheitsvorkehrungen durch», sagt Urech. Nach Möglichkeit könnte bei grösseren Transporten Rücksicht durchgeführt werden, indem sie auf den Montag gelegt werden, wenn das Museum geschlossen hat. Deshalb wird auch die Kranmontage an einem Montag durchgeführt. 

Das Schloss Lenzburg bröckelt und erlebt deswegen seine grösste Fassadenrenovation seit den 80er-Jahren. Letztes Jahr wurden Fassadenschäden an der Ostbastion und am Wohntrakt behoben, dieses Jahr gehen die Arbeiten am Stapferhaus und am Ritterhaus weiter.

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Mit diesem Hilfskran wird der eigentliche Kran aufgestellt (Bild: Janine Gloor)
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