Martina Bircher und «Giezi Junior» bald in Bundesbern?

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Könnte seinen Vater in Bern ablösen: Benjamin Giezendanner (Archivbild ZT)

Jetzt stellt sich die Frauenfrage

Frauenquoten oder die Förderung von weiblichen Kandidaturen durch vordere Listenplätze sind bei der SVP kein Thema. Dennoch hat sich Stefanie Heimgartner, die Präsidentin der SVP Frauen Aargau, nach dem Verzicht von Sylvia Flückiger offensiv als Nachfolgerin in Stellung gebracht. «Ich persönlich werde sicher Anspruch auf den Sitz erheben», sagte Heimgartner bei Tele M1. In einer Mitteilung, die sie am Mittwoch verschickte, hält die Grossrätin fest: «Auf die Frage ob der Sitz von Sylvia Flückiger zwingend wieder durch eine Frau besetzt werden muss, kann ich nur sagen, dass es mir in der Politik wie auch in der Wirtschaft wichtig ist, qualifizierte Persönlichkeiten auf den richtigen Positionen zu haben.» Für sie gelte «Qualität vor Quoten, egal ob Mann oder Frau.»

Bircher, Bertschi, oder beide? 
Flückiger geht davon aus, dass 2019 eine bis zwei SVP-Frauen aus dem Aargau in den Nationalrat gewählt werden. Kandidatinnen gibt es genug: neben Heimgartner, der bestgewählten Grossrätin, haben sich im Kantonsparlament zwei neue SVP- Vertreterinnen profiliert. Martina Bircher, die morgen Freitag ihren 34. Geburtstag feiert, hat sich als Sozial- und Asylpolitikerin einen Namen gemacht. Sie warnt vor Belastungen für Gemeinden durch Flüchtlinge und Sozialhilfebezüger und ist mit diesen Themen auch in nationalen Medien präsent. Fragezeichen bei Bircher: Sie erwartet derzeit ihr erstes Kind, ob sie als junge Mutter nächstes Jahr in den Nationalratswahlkampf steigen will, ist offen. Schon vor ihrer Zeit als Grossrätin stand Karin Bertschi im Rampenlicht. Die noch nicht 28-jährige Unternehmerin weicht regelmässig von der SVP-Linie ab, beschäftigt Flüchtlinge und einen IV-Bezüger, erzielte aber ein hervorragendes Wahlergebnis. Und sie ist ein Medienstar: Kürzlich strahlte SRF eine Dok mit dem Titel «Die Eigenwillige» über sie aus, auch nationale Boulevardmedien berichten oft über sie. Schon vor drei Jahren kandidierten Nicole Müller-Boder und Michelle Rütti (siehe oben) für den Nationalrat – gut möglich, dass sie es auch 2019 auf die Liste schaffen.

«Giezi junior» in Bundesbern? 
Bei den SVP-Männern ist anzunehmen, dass die verbleibenden Bisherigen, also Thomas Burgherr, Andreas Glarner und Hansjörg Knecht, nochmals antreten. Von den Neuen hat wohl Benjamin Giezendanner (35) die besten Karten. Im letzten Jahr hat sich «Giezi junior» als Grossratspräsident einen grossen Bekanntheitsgrad erarbeitet. So wäre es nur logisch, wenn er seinen Vater in Bundesbern ablösen würde. Kürzlich sagte Giezendanner im «Zofinger Tagblatt», er stehe als Kandidat zur Verfügung. Geht man davon aus, dass mindestens zwei Männer neu gewählt werden, dürfen sich auch die Grossräte Pascal Furer, Martin Keller und Clemens Hochreuter berechtigte Chancen ausrechnen. Sie standen 2015 auf den Listenplätzen 7 bis 9 und könnten nachrutschen – die vier Bisherigen stehen ihnen nicht mehr vor der Sonne.

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