Lust auf Badi? Diese Badmeister sind im Traum-April schon bereit

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Das Wasser in der Badi Rupperswil-Auenstein ist bereits 22 Grad war, bis am Samstag werden es sogar noch 2 Grad mehr sein. (Bild: Sandra Ardizzone)

Die Luft war 24 Grad warm, das Wasser 22 angenehme Grad. Es war am Mittwoch fast wie im Sommer – mitten im April. Und es wird heute und in den kommenden Tagen noch besser. Die Bise erlahmt, die Wassertemperatur wird bis zum Samstag auf 24 Grad steigen – zumindest in der Badi Rupperswil-Auenstein, die zu den ganz wenigen Aargauer Schwimmbädern gehört, die bereits am Samstag öffnen.

Für Georges Hächler (61) ist es die 36. Saison als Badmeister, für Christine Schuster (39) die zweite als Badmeister-Stellvertreterin. Die beiden sind heiss auf den Start: «Wenn das Wetter anfangs Saison gut ist, verkaufen wird mehr Saisonkarten», erklärt Hächler. Vielleicht sind es dieses Jahr mehr als 200. Einheimische zahlen 110, alle anderen 130 Franken. Im Hitzesommer 2003 hatte die Badi Rupperswil-Auenstein 55'000 Besucher.

Der letzte Sommer war dagegen mit 39'000 Besuchern nur Durchschnitt. Dafür war der Winter speziell: «Wegen der vielen Stürme hatte es im Becken so viel Schlamm wie noch nie», erklärt Hächler. Sie hätten fünf Tage gebraucht, um es zu putzen.

Behindertenfreundlichste Badi
Die Badi Rupperswil-Auenstein ist in mehrfacher Beziehung etwas Aussergewöhnliches. Natürlich in erster Linie wegen ihres frühen Saisonbeginns, den sie dem warmen Wasser aus dem benachbarten Aare-Kraftwerk verdankt. Das Werk kühlt seine Turbinen mit Grundwasser (Flusswasser wäre zu schmutzig). «Dieses Wasser hat eine Temperatur zwischen 27 und 38 Grad, wenn es die Badi erreicht. «Innerhalb von fünf bis sechs Tagen ist das Becken voll», sagt Hächler. Seit Montag wird das Wasser umgewälzt.

Aussergewöhnlich ist Rupperswil-Auenstein auch, weil es die behindertenfreundlichste Badi weit und breit ist. Sie hat neu nebst entsprechenden Toiletten und Duschen auch einen Behindertenlift. Er kostete 12'000 Franken. Die Betreiber hoffen auf einen Beitrag von 4000 Franken seitens einer Behindertenorganisation.

Ein Ganzjahresjob
«Man lernt viele Leute kennen», erklärt Georges Hächler. Der gelernte Sanitär-Installateur begann 1982 als Badmeister in Rupperswil-Auenstein – nach zwei Jahren in der Kunsteisbahn. «Wenn man in einem Freibad dieser Grösse tätig ist, kann man den Sommer vergessen.» Die Wochenenden gehören dem Job, Ferien gibt es nicht.

Hächler ist zu 90 Prozent von seiner Wohngemeinde Rupperswil angestellt, seine Stellvertreterin zu 35 Prozent von Auenstein. Die beiden arbeiten das ganze Jahr in der Badi. Im Winter erledigen sie Unterhalts- und kleinere Erneuerungsarbeiten. Im Winter 2006/07 ist die Badi letztmals ganz gross modernisiert worden. Für 3,2 Millionen Franken.

Christine Schuster begann ihre berufliche Karriere mit einer Lehre als Bahnbetriebsdisponentin bei der SBB. Sie ist mittlerweile zweifache Mutter und begann 2014 in der Badi zu arbeiten – an der Kasse. Nachdem sie sich zur Rettungsschwimmerin hatte ausbilden lassen, wurde sie Aufsicht und im letzten Sommer stellvertretende Badmeisterin. Im Winter absolvierte sie in Zürich den Badangestelltenkurs (Baku). Da ging es nicht ums Schwimmen, sondern etwa um Maschinen- und Rasenpflege, die optimale Behandlung des Wassers (etwa mit Chlor und Schwefelsäure).

Gestern im Badmeister-WK
Der Chef ist stolz, dass er im Wasser von seiner deutlich jüngeren Stellvertreterin nicht abgehängt wird: «Wir sind gleich schnell im Schwimmen».» Das hat sich gestern Morgen wieder gezeigt, als die beiden an einem Badmeister-WK 500 Meter schwimmen mussten. Insgesamt zwölf Badmeister frischten ihre Kenntnisse in Rettungsschwimmen und Erster Hilfe auf.

Hächler musste zwar schon einen Bub reanimieren und einem Mann mit Herzstillstand helfen, aber es ist froh, dass er sagen kann: «In diesem Bad ist noch nie einer gestorben.»
Neben den erfreulichen Kontakten mit den Leuten gibt es im Schwimmbad auch ab und an Ärger. «Aber es war noch nie so schlimm, dass wir jemandem Badi-Verbot geben mussten», sagt Hächler.

Im Kampf gegen nächtliche Vandalen sind Securitaswächter im Einsatz. Aber vor Einbrechern sind die Badmeister nicht gefeit: Einmal richtete einer einen Schaden von 6000 Franken an – und erbeutete ein Stück Käse.

Übermorgen geht es bei traumhaften Bedingungen los. Und eines ist schon jetzt klar: «Wir Badmeister werden beim Arbeiten braun», lachen Hächler und Schuster. Die Saison dauert fünf Monate – bis zum 16. September (Bettag).

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