«Parasolka» wird dank langjähriger Unterstützung selbstständig

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Sie alle wollen das Leben von Behinderten in der Ukraine verbessern. Vorne der Vorstand des Vereins «Parasolka» (links Präsident Andreas Schmid), hinten Gäste aus der Ukraine. (Bild: Astrid Bossert Meier)

«Parasolka» hat in den letzten zehn Jahren viel bewirkt. Der Schweizer Verein hat das gleichnamige Wohnheim Parasolka in der West-Ukraine zu einem Vorzeigeprojekt gemacht und das Leben von 25 jungen Erwachsenen mit einer geistigen oder körperlichen Behinderung «krok za krokom» – Schritt um Schritt – verbessert. Zudem unterstützt der Verein die Weiterentwicklung eines zweiten Behindertenheimes in Vilshany. An der GV blickte der Vorstand unter dem Präsidium von Andreas Schmid, Lostorf, auf das Vereinsjahr 2017 zurück. Erneut ist viel Gutes geschehen. So wurde unter anderem der Ausbau des Wäschereigebäudes in Vilshany als zukünftiges Atelier- und Werkstättenhaus unterstützt. Nebst Bauprojekten spielt der Wissenstransfer eine wichtige Rolle. Erneut reisten 2017 mehrere Schweizer Fachleute für Workshops in die Ukraine. Physio- und Ergotherapeutinnen gaben ihr Wissen weiter, andere Freiwillige setzten sich für die Erweiterung des Webateliers ein, bauten ein Kerzenatelier und ein Filzatelier auf. Auch der Vorstand des Vereins Parasolka reiste in die Ukraine. Der Aufenthalt in Transkarpatien diente dazu, den Stand der Projekte persönlich zu prüfen. Im Dezember 2017 ging zudem ein grosser Wunsch in Erfüllung: Die offizielle Anerkennung des Wohnheims Parasolka als eigenständige Institution. Bis anhin war das Haus «Parasolka» ein Teil des Heims Vilshany. Die Selbstständigkeit biete neue Chancen zur Weiterentwicklung der Modellinstitution, sagte Vereinspräsident Andreas Schmid an der GV.

Vereinsjahr mit Verlust
Mehrkosten bei den Bauvorhaben, aber auch die Überführung des Wohnheims Parasolka in die juristische Selbstständigkeit, haben die Vereinskasse strapaziert. Obwohl dank Mitgliederbeiträgen, Spenden von Privatpersonen und Institutionen über 180 000 Franken zusammenkamen, resultierte 2017 ein Verlust von rund 45 000 Franken. Aufgrund der finanziellen Lage des Vereins sei dies jedoch vertretbar, so der Vorstand. Die fünf ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder wollen sich auch künftig für behinderte Menschen in der Ukraine einsetzen. Einstimmig und mit grossem Applaus wurden sie von den rund 40 anwesenden Vereinsmitgliedern bestätigt: Nach wie vor amtet Marianne Kneubühler-Kunz aus Reiden als Geschäftsführerin.

Parasolka heisst auf Deutsch Regenschirm und ist der Name eines Wohnheims für behinderte Menschen in Tjachiv in der Ukraine. «Parasolka» heisst auch der Schweizer Verein, der zusammen mit einer Partnerorganisation das Leben von beeinträchtigen Menschen verbessern will. Ausgangspunkt war die schwierige Situation von Behinderten in der Ukraine. Eltern wurden nach der Geburt eines behinderten Kindes dazu gedrängt, dieses an den Staat abzugeben. Versteckt vor der Öffentlichkeit wuchsen die Kinder in abgelegenen «Waisenhäusern» auf. Durch das Netzwerk Schweiz-Transkarpatien/Ukraine kam es zum Kontakt mit einem «Waisenhaus» und so wuchs die Idee, ein Wohnhaus für junge Erwachsene zu schaffen. Seit 2009 ist das Wohnheim Parasolka als Modellprojekt Realität. 25 junge Erwachsene mit geistiger oder mehrfacher Beeinträchtigung leben in der betreuten Wohngemeinschaft. Der Verein setzt sich für weitere Projekte in der Ukraine ein, insbesondere für das Heim in Vilshany. (PD)

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