«Garten für alle» lässt Stadtmenschen zu Gärtnern werden

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Der Stadtgarten hinter dem Sälipark (Bild: Remo Fröhlicher)
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(Bild: Remo Fröhlicher)
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(Bild: Remo Fröhlicher)

Gut gelaunt besprenkelt Jafari mit einem Wasserschlauch die frisch aus dem Boden gesprossenen Pflänzchen. Spinat, Petersilie, Schnittlauch, Kresse, Dill und Fenchel hat der Familienvater vor zehn Tagen angepflanzt. Jafari selber hat keinen Garten. Hinter dem Einkaufszentrum Sälipark aber hat er ein Beet gefunden, in dem er eigenes Gemüse und Kräuter anpflanzen kann. «Ich arbeite sehr gerne im Garten und bin froh, dass ich hier ein Beet bekommen habe», sagt er.

Der Iraner ist einer von rund 30 Oltnern, die das Angebot der Bewegung Garten für alle angenommen haben. Jetzt, da der Frühling da ist, tummeln sich immer mehr Hobbygärtner auf dem Areal, das die Firma Giroud Olma den Naturfreunden als Zwischennutzung zur Verfügung gestellt hat. Es hat noch einige freie Beete. Weitere Gärtner sind willkommen.

Vergangenen Dienstagnachmittag haben sich zwei interessierte Familien angekündigt. Tobias Vega (38), der Gründer von «Garten für alle», zeigt ihnen, wo sie gärtnern können und wie das Gemeinschaftsprojekt funktioniert. «Jeder hat zwar seinen eigenen Fleck, doch ihr könnt die Ernte auch mit anderen Gärtnern auf dem Areal teilen», sagt er. Ihm ist wichtig, dass die Nutzer ihr Wissen über biologische Diversität und Gartenarbeit mit anderen Hobbygärtner teilen. «Auch wir lernen immer dazu. Jeder, der bei unserem Projekt mitmacht, verbessert es», sagt Vega und fügt hinzu: «Auch Stadtmenschen sollen Gartenwissen lernen und praktizieren

Der Kollege, mit dem der gelernte Kaufmann «Garten für alle» im Februar 2015 ins Leben rief, ist nicht mehr dabei. Dafür haben sich andere gleichgesinnte Oltner gefunden, die Vega bei der Organisation unterstützen. Im öffentlichen Showgarten von «Garten für alle» auf der Trottermatte an der Martin-Disteli-Strasse gärtnern am Dienstagnachmittag neben Vega auch Anna-Lena Holm (25), David Steiger (32) und Matthias Tschopp (30). Das Grundstück, auf dem Oltens erster urbaner Garten steht, hat die Stadt «Garten für Olten» zur Verfügung gestellt. Hier wollen Vega und Co zeigen, wie viel Diversität auf kleinem Raum möglich ist. Neben den zwei angelegten Beeten wächst auch ein wildes «Salatbuffet» mit Brennnesseln, Löwenzahn und Wiesensalbei. «Viele Leute wissen gar nicht, was man alles verwerten kann», sagt Vega. «Wir sollten der Natur abschauen, wie sie es macht und nicht immer alles gleich über den Haufen werfen», ergänzt Holm.

Die 25-jährige Oltnerin ist Fotografin und erst ein paar Monate bei «Garten für alle» dabei. Sie hat sich in ihrer Ausbildung mit dem Thema «Wie erreiche ich Leute?» auseinandergesetzt. Deswegen kümmert sie sich jetzt neu um den Social-Media-Auftritt. Dort informiert «Garten für alle» über eigene Aktionen wie Wildkräuter-Workshops oder Setzlingsbörsen, postet aber auch allgemeine Artikel zum Thema Natur und Nachhaltigkeit. 777 Likes hat «Garten für alle» momentan auf Facebook.

Die Bewegung freut sich über immer mehr Partnerschaften. Im Fruchtgarten Rötzmatt, wo «Garten für alle» seltene Obstsorten angepflanzt hat und sich nun um die jungen Bäume kümmert, hilft das Wissen von Baumpfleger Tschopp. Eine weitere Partnerschaft kam mit dem Buechehof in Lostorf zustande. Mitglieder von «Garten für alle» halfen in der Gärtnerei. Als Gegenleistung durften sie die übrig gebliebenen Setzlinge behalten und vom Know-how der Demeter-Gartenprofis profitieren. Auch die Hochbeete auf dem Vorplatz des Begegnungszentrums Cultibo werden neuerdings von Mitgliedern von «Garten für alle» bewirtschaftet.

Besonders froh ist Vega darüber, dass sich auch immer mehr Schulen für das Urban Gardening interessieren und teilweise auch Beete von Schülern beackert werden. «Das war immer unser Wunschgedanke, denn Schule ist die Basis für alles», sagt Vega.

Das Gärtnern kostet nichts
Zahlen müssen die Hobbygärtner in Oltens urbane Beete anders als in Schrebergärten nichts. «Wir hegen keinen kommerziellen Gedanken», sagt Vega. Die Einnahmen, die «Garten für alle» zum Beispiel an seinen Setzlingsbörsen macht, dienen nur dazu, die gelegentlichen Ausgaben für Werkzeug oder Erde zu decken.

Erde braucht es, denn die Humusschicht des Bodens ist auf dem Areal beim «Sälipark» komplett abgetragen worden. Anspruchsvollere Gemüse-Pflanzen würden hier kaum wachsen. Deswegen hat «Garten für alle» zahlreiche Beete neu angelegt. Holzbretter, Kisten und Steine dienen als Umrandung. Aufgefüllt wurden die Vorrichtungen dann mit Humus und Kompost, der per Lastwagen angekarrt wurde. Mittlerweile gedeihen in den Beeten auch schwierigere Pflanzen prächtig.

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