Vollgeld-Initiative: Investitionen würden gebremst

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Im von den Initianten gewünschten Vollgeld-System dürften Geschäftsbanken nicht mehr so wie heute Kredite vergeben. So dürften diese Sichteinlagen nur noch verwalten und könnten lediglich noch Spareinlagen für die Kreditvergabe verwenden. Da Spareinlagen den Kreditbedarf bei weitem nicht decken, müssten die Geschäftsbanken sich das benötigte Geld auf dem Finanzmarkt oder der Schweizerischen Nationalbank leihen. Dies würde die Summe an verfügbaren Krediten deutlich einschränken. Zudem würden diese viel teurer als heute. Die Folge wäre ein markanter Rückgang der Investitionen von Firmen und Privaten. Diese Investitionsbremse wäre verheerend für unser Land. Unsere Unternehmen brauchen agile, handlungsfähige Banken, die sie beim Aufbau des Geschäfts und damit von neuen Arbeitsplätzen aktiv unterstützen. Die Wettbewerbsfähigkeit unserer Firmen würde somit leiden, Arbeitsplätze wären gefährdet. Es gibt kein stichhaltiges Argument, weshalb wir uns das alles sehenden Auges selber antun sollten. Stimmen wir deshalb am 10.Juni Nein zur Vollgeld-Initiative und bewahren unser Land vor einem unnötigen Hochrisiko-Experiment auf dem Buckel unserer Unternehmen.

PETER GEHLER, ZOFINGEN, PRÄSIDENT WIRTSCHAFT REGION ZOFINGEN

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Das blinde Experiment mit der privaten Geldherstellung

Daniel Meier
schrieb am 11.05.2018 14:38
Dass die SNB nicht immer über alle Zweifel erhaben ist, da gebe ich Ihnen Recht. Die Banken sind es leider noch wesentlich weniger. Das hat weniger mit "Böse" zu tun, als damit, dass man niemanden, auch nicht die Banken, in Versuchung bringen soll und sich nachher beschweren, wenn liberale Grundsätze ausgehöhlt werden und sich ethische und moralische Grenzen verschieben. Die Versuchung z.B. für sich selbst und für ihnen "gehörende" Unternehmen einzukaufen mit selbst hergestelltem Geld, oder zu fordern, die Staatsschulden sollen reduziert werden ohne der Bevölkerung einzugestehen, dass das im bestehenden System einfach nicht geht, ohne dass die Geldmenge schrumpft – weil in diesem System Geld nur durch Schulden entsteht, können Schulden nur verlagert werden, aber nie Abgebaut. Mit Vollgeld kann man Schulden abbauen, mit Fractional-Reserve-Geld nicht. Auch die Versuchungen, die Berechnung der Wertschöpfung im Finanzsektor nicht um die Geldschöpfungsvorteile zu bereinigen und als Klassenprimus hochzustapeln, oder von allen Sektoren der Wirtschaft am meisten Geld für Parteien- und Kampagnenfinanzierung einzusetzen, oder den Zentralbanken vorzuwerfen, sie würden mit Nullzinsen und zuviel Geld die Sparer schädigen, dabei hat uns das Bankensystem in die Situation gebracht, dass die Staatsschulden seit 2008 markant gestiegen sind und die Realwirtschaft mit Nullzinsen am Leben erhalten werden muss. Genau der Konkurrenzdruck motiviert die Banken ja erst recht, 80% der neu hergestellten Gelder in Finanzmärkte zu stecken anstatt in die Realwirtschaft. Mit dem heutigen System wird die Mehrheit der Bevölkerung und der Realwirtschaft verdeckt enteignet indem neues Geld schneeballartig die Preise in den Assetmärkte (Immobilien, Wertschriften etc.) in die Höhe treibt, bis die Blasen und damit die Illusionen von der "Wertaufbewahrung" platzen. Durch die überproportionale Inflation bei Immobilien steigen die Kosten für Unternehmensgründungen und die Mieten absorbieren immer mehr Kaufkraft, was den Konsum und damit die Investitionen in der Realwirtschaft abwürgt. Deshalb ein klares Ja zum Ende des laufenden blinden Experimentes mit privat hergestellten Schweizer Franken!

Einen Teufel durch den anderen setzen

Mättu
schrieb am 29.04.2018 18:11
Wenn Herr Meier schreibt, dass die Banken die Bösen sind und den Ausländern gehört (im Ausland gehört dafür viel den Schweizern) und darum die Gewalt zur SNB verschoben werden soll, dann spielt er auch nur mit der Angst. Denn die SNB ist überhaupt nicht vor Druck durch Politik und Wirtschaft gefeiht und gehört zwar dem Volk vetritt aber bisweilen nicht zwingen die Interessen des Volkes. Mir ist es lieber, wenn ein gewisser Konkurrenzdruck herscht. So wie es jetzt ist, weiss ich woran ich bin. Beim Vollgeld fliegen wir blind in ein neues Abenteuer. Und das ohne wirklichen Druck etwas ändern zu müssen

Unbegründete Angstmache!

Daniel Meier
schrieb am 27.04.2018 14:14
Die Spareinlagen müssen den Kreditbedarf auch nicht decken: ob die Banken zu gleichen Konditionen von der Nationalbank Darlehen erhalten oder durch Sichteinlagen, das spielt keine Rolle. Die Summe an verfügbaren Krediten bleibt für die Realwirtschaft gleich! Der Verfassungsauftrag an die Nationalbank ist mit der Initiative klar: Die SNB muss dafür sorgen, dass weder zuviel noch zuwenig Kredite vergeben werden und dass weder zuviel noch zuwenig Geld im Umlauf ist. Die SNB kann sehr wohl zu gleichen Konditionen, wie die Bank sie bei Sichtguthaben hätte, Darlehen an die Banken vergeben. Diese wiederum vergeben wie bisher Kredite an ihre Kunden – ob die Zinsen nun steigen oder nicht – dies bleibt gleich. Mit Vollgeld kann aber geändert werden, was heute Probleme macht: z.B. dass heute 80-85% der neu durch die privaten Banken geschaffenen Franken direkt in Immobilien und Wertschriften fliessen, dieses Geld kommt gar nie in der Realwirtschaft an und löst auch keine echte Wertschöpfung aus – nur die Wertschriften- und Immobilienpreise steigen (generell alle Assetpreise – Edelmetalle, Land, Devisen etc.). Diese Assetpreis-Inflation wird in der offiziellen Inflationsberechnung ausgeblendet – aber genau hier findet eine versteckte Enteignung statt. Oder dass heute Banken mit selbst hergestelltem Geld – ohne entsprechende eigene Leistung – einkaufen können (Assets), durch eine einfache Bilanzverlängerung! Nicht nur dies, eine Studie von 2011 zeigt, dass rund 30% der Transnationalen Unternehmen Banken gehören (51% Anteile oder mehr), Banken können die eigenen Unternehmen bevorzugen – was sie nach eigener Erfahrung auch tun. Diese Entwicklung ist sehr ungesund für die Kräftegleichgewichte in der Wirtschaft und der Demokratie.

Eine Studie des IWF zeigt, dass mit Vollgeld die Investitionen von Privaten und Unternehmen markant steigen. Das ist auch logisch, da die übermässigen Assetpreis-Steigerungen die Real-Einkommen der Bevölkerung reduzieren und vor allem dem 1% zufliessen, das das Geld nicht für Konsum oder Investitionen verwendet, sondern in Assets anlegt, dadurch wird eben im heutigen System der Konsum und Investitionen gebremst. Dies kann durch Vollgeld korrigiert werden, ausserdem fällt mit Vollgeld die heutige Enteignung und Umverteilung von der Bevölkerung weg zu den Grossbanken weitgehend weg. So steht den Privaten und KMU wieder mehr Geld für Konsum und Investitionen zur Verfügung als im heutigen System. Die Kaufkraft des Frankens im Inland entsteht durch die Leistungen aller in unserer Volkswirtschaft. Es ist deshalb nicht gerechtfertigt, wenn nur eine kleine Gruppe über die in dieser Volkswirtschaft erarbeiteten Produktivitätssteigerungen verfügen kann. Die heute faktische Machtkonzentration bei den privaten Banken – allen voran bei der UBS und der CS, die zu 80% ausländischen Investoren gehören – muss dringend durch eine Gegenmacht ausgeglichen werden, das kann heute nur die SNB sein, die der ganzen Bevölkerung gehört.
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