Ein Extremsportler als Sohn: «Mami zittert – Papi ist stolz»

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Nebeneinander die Eisbahn hinunterbrettern. An der Ice-Cross-Downhill-Weltmeisterschaft diesen Februar in Marseille erwischte Kilian Braun ein Hindernis nicht optimal, flog kopfvoran durch die Luft und wurde am Ende 20. (FOTO: REDBULL)

«Vor einem Rennen bin ich viel angespannter und nervöser als vor diesem Fernsehinterview. Ich muss ja keine Leistung zeigen, sondern eine gute Falle machen», beantwortet Kilian Braun die Frage nach dem Lampenfieber. Kurt Aeschbacher hat den Ice-Cross-Downhill-Extremsportler in seine Fernseh-Talksendung eingeladen. Diesen Sonntag berichten Gästen zum Thema «Durch Mark und Bein» aus ihrem Leben.

«Ich denke, dass ich das hinkriege», meint Braun lachend und unterstreicht damit den Slogan auf seiner Homepage, auf der er sich als «furchtlos, grenzenlos, extrem» beschreibt. So sei er nicht nur im Sport, sondern auch privat. «Höhenangst habe ich nicht und auch sonst habe ich keine speziellen Ängste.» Ein grosser Vorteil für Kilian Braun, der seit zehn Jahren zu den weltweit Besten im Ice Cross Downhill gehört. Die halsbrecherische Sportart besteht aus tempo- und sprungreichen Rennen auf Schlittschuhen im Eiskanal. Vier Athleten treten jeweils gegeneinander an und brettern mit über 80 km/h durch extra aufgebaute Eispisten. Von den vier kommen die beiden Schnellsten eine Runde weiter bis ins Finale, wo es dann ums Edelmetall geht. In den letzten zehn Jahren kam Kilian Braun 17 Mal in die Top Ten. Bei Rennen in Russland und Amerika belegte er zwei Mal den dritten Platz. Sein persönliches Highlight war der Gesamtsieg mit dem Team 2012. Da will er auch nach der letzten durchzogenen Saison wieder hin.

Ein Adrenalinjunkie
Das Rennfieber liebt Kilian Braun, der sich selber als Adrenalinjunkie bezeichnet. «Das ist mir schon in die Wiege gelegt worden.» Von seinem Elternhaus im Rothrister Hölzli aus raste er mit dem Bike und später auf Inlineskates die steilen Strassen hinunter. Dies blieb nicht ohne Folgen: Den ersten Knochenbruch zog sich Kilian Braun mit vier Jahren beim Velofahren zu. Die Verletzung hielt ihn vom Weitermachen nicht ab, denn er ist ein Bewegungsmensch. In Rothrist spielte er Inlinehockey, doch das war ihm zu brav, weil «praktisch kein Körperkontakt erlaubt ist». So zog es ihn zum Eishockeyspielen nach Olten. Seit fünf Jahren schmettert er den Puck aber in Engelberg übers Eis. Das ist näher für Braun, den es nach Luzern gezogen hat. «So bin ich schneller in den Bergen.» Saisonbedingt hält er sich mit Skifahren, Mountainbiken, Eishockey, Inlineskaten und Joggen in Wettkampfform.

Wettkämpfe rund um die Welt
Zeit für weitere Hobbys oder eine Partnerschaft hat der 30-Jährige jedoch nicht. «Ich habe noch nicht die Richtige gefunden», sagt der Single, der von seiner extremen sportlichen Leidenschaft nicht leben kann. Seinen Lebensunterhalt und auch einen Teil der Rennkosten finanziert sich der Schreiner als Spielplatzbauer. Vor allem in der Westschweiz baut er diese auf. Einen Lieblingsspielplatz hat er nicht. Eine Lieblingsrennstrecke dagegen schon. «Die Strecke in München geht extrem ab. Sie ist wahnsinnig schnell und weist viele hohe Sprünge auf.» Die Kombination aus Tempo und Sprungkraft auf Schlittschuhen gefällt Kilian Braun trotz des hohen Verletzungsrisikos. «Fussball spielen wäre für mich gefährlicher», sagt Braun, der schon beide Schultern verletzt hat. Vor drei Jahren stürzte er so massiv, dass er drei Monate pausieren musste. «Damals dachte ich ans Aufhören.» Doch Braun trainierte hart und kämpfte sich unter die Besten zurück.

Seit zehn Jahren ist er der jungen Extremsportart verfallen, nachdem ihm ein Kollege ein Video auf Youtube gezeigt hatte. Ice Cross Downhill ist vor allem in den USA, in Kanada und Finnland populär. Wettrennen finden rund um den Globus statt. Auf schmalen Kurven die pickelharten Pisten runterzudonnern, lässt sein Herz höher schlagen. Gemischt sehen es seine Eltern: «Meine Mami hat Angst und zittert. Mein Papi ist extrem stolz.» Mit 30 liegt Kilian Braun schon etwas über dem Durchschnittsalter von 25. Er gehöre zur älteren Garde, dafür profitiere er von seiner Erfahrung. Die Schlittschuhe an den Nagel möchte er erst hängen, wenn seine Platzierung höher ist als sein Alter. «Ich mache es nicht des Geldes wegen, sondern weil es mir Spass macht.»

Fernseh-Talksendung «Aeschbacher» am Sonntag, 29. April , 22.15 Uhr auf SRF1

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