Die Young Boys sind zum ersten Mal seit 32 Jahren Schweizer Fussballmeister

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Ganz Bern feiert mit den Young Boys. (Bild: Keystone)

Es ist vollbracht. YB ist Schweizer Meister. Zum ersten Mal seit 32 Jahren. Das 2:1 gegen Luzern ist der letzte Schritt zum Titel. Um 20:51 Uhr, als der Schlusspfiff ertönt, bebt Bern. Es ist der Startschuss für eine unvergessliche Nacht.

Nach langen, langen Jahren des Wartens ist der Tag der grossen Befreiung also gekommen. Was ist passiert? Seit dem September 2016, als bei YB letztmals Machtkämpfe tobten, ist der Verein auf ziemlich beeindruckende Art und Weise auferstanden. Der erste Meistertitel seit 1986 ist ein verdienter Lohn dafür.

Das Meisterstück gelang Sportchef Christoph Spycher in der Winterpause. Während es beim Konkurrenten FCB noch einmal viele tiefgreifende Veränderungen gab, gelang es Spycher, alle Leistungsträger davon zu überzeugen, bei YB zu bleiben. Die Gelegenheit, gemeinsam Historisches zu erreichen, überzeugte alle. Prompt schuf YB die entscheidende Differenz auf Basel in den ersten Wochen der Rückrunde.

Dem Schweizer Fussball tut es mit Bestimmtheit gut, nach acht Jahren der Basler Dominanz, einen neuen Meister zu haben. Dass die erhoffte Spannung aber auch in dieser Saison nicht wirklich zurückkehrte, weil der entthronte Meister zu sehr mit sich selbst beschäftigt war, ist indes ein kleiner Wermutstropfen. Doch das kümmert an diesem YuBel-Wochenende in Bern niemanden.

Wer sind die tragenden Figuren dieser Mannschaft, die vom umsichtigen und souveränen Trainer Adi Hütter so hervorragend eingestellt wurde? Viele! Es ist ein Titel des Kollektivs. YB offenbarte über die ganze Saison kaum Schwächen. Natürlich hatten einige Spieler Formschwankungen, aber es war immer jemand da, um einzuspringen. Hoarau, Assalé, Nsame und Sulejmani haben alle über 10 Tore erzielt, Fassnacht 9. Vor allem aber das Gerüst von YB viel stabiler als in den Jahren zuvor. Wenn einer herausgehoben werden muss, dann wohl Captain Steve von Bergen. Ihm gelang – was kaum einer erwartet hatte – eine herausragende Saison. Zudem ist er auch neben dem Platz der absolute Leader.
Das alles hatte zur Folge, dass es YB gelang, eine Konstanz in die wöchentlichen Leistungen zu bringen. Die Ausrutscher gegen die sogenannt „Kleinen“ der Liga hielten sich in engen Grenzen – einmal von der Nachbarschaftshilfe an den FC Thun abgesehen.
Für die emotionalste Geschichte in diesem YB-Meistertrubel sorgt Marco Wölfli. Lange musste er mit dem Ruf leben, nichts gewinnen zu können. Nun durfte er in der Rückrunde plötzlich wieder im Tor stehen, weil sich David von Ballmoos an der Schulter verletzte. Und Wölfli hielt sich bravourös. Dass er mit seinem gehaltenen Penalty gegen Luzern die Schlussoffensive einläutete, passt ins Bild.
Und doch gibt es bei aller Freude auch eine traurige Geschichte. YB-Besitzer Andy Rihs, der so viele Millionen in YB investiert hatte, verstarb nach schwerer Krankheit noch bevor der Titelgewinn definitiv war. Man hätte ihm, der ein so grosses Sportherz hatte, diesen letzten Triumph gegönnt.
So ein bisschen nervös war YB schon an diesem grossen Tag. Die ersten 45 Minuten gegen Luzern gehörten gewiss nicht zu den besten dieser Saison. Unmittelbar nach der Pause fiel gar das 0:1. Wie sich das Team danach aber nochmals besann und immer weiter Druck machte, bis die goldenen Tore fielen, war aber dann eben auch typisch für diese Saison der Berner.

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