Friedliches Bierfest mit Rekordaufmarsch: Viel Lob für die 16. Solothurner Biertage

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Es wurde viel gebechert: Im Bild die seltsamen Trinkrituale des Rugbyclubs Luzern. (Bild: Michel Lüthi)
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Letztes Jahr waren 13'000 gekommen, diesmal liessen lange Schlangen vor der Reithalle am Freitag- und Samstag vermuten: Es werden nochmals mehr Leute die Solothurner Biertage besuchen. «Am Donnerstag und Freitag zählten wir bereits 8500 Eintritte, zuletzt dürften es wohl 14'000 gewesen sein», glaubt Alex Künzle, Inhaber der organisierenden Öufi-Brauerei.

«Schon in der Freitagnacht sind einzelnen Biersorten ausgegangen, und am Samstag um Mitternacht war auch das Essen an den Foodständen bis auf ein paar Portionen Raclette alle.

Aber wir haben die Brauereien vorgewarnt: 300 bis 500 Liter müsst ihr schon mitbringen, sonst braucht ihr gar nicht erst zu kommen.» Was jedoch Künzle besondere Freude machte: «Wir durften einige neue, sehr lustige Aussteller begrüssen», zählt er Newcomer wie die Zürcher Brauerei Dr. Brauwolf, Sankt Laurentius aus Bülach oder «Hoppy People» aus Sierre auf.

Auf dem Optimum
«Es gab viele Komplimente, es war mir mitunter schon peinlich.» Denn der nochmalige Ausbau der Infrastruktur – diese geht inzwischen in die Hundertausende von Franken – habe sich laut Alex Künzle ausgezahlt, wie speziell auch die Brauereien bestätigten. Durch das neue Doppelzelt gab es viel mehr Platz zum Zirkulieren und keine Schlangen mehr vor den neu angeordneten Toiletten.

Dass es drinnen sowohl in der Reithalle wie auch im Bierzelt nie eng wurde, verdankten Künzle & Co. aber auch Petrus. «Wir hatten Superwetter», freut sich der Biertage-Organisator, dass dieser Faktor nach sechs eher kühlen, verregneten Jahren endlich mal wieder stimmte. Denn durch das warme, trockene Wetter verschob sich den Schwerpunkt nach draussen, wo man in den Stosszeiten oft lange vergeblich einen Sitzplatz im Biergarten suchte.

Doch nach 16 Jahren habe man jetzt ein Optimum erreicht, «wir wollen nicht mehr unendlich weiterwachsen.» So sei auch die Chantierwiese nicht im Visier – dort fand dieses Wochenende ohnehin der Jungschwingertag statt und im Schanzengraben werkelten bereits die Roadies der Bikedays, die das Areal vor dem Baseltor am kommenden Wochenende beherrschen. Deshalb mussten die Brauer auch fix das Feld räumen – «sechs Mann gingen gar nicht erst ins Bett, sondern arbeiteten die Nacht durch.»

Gib ihnen Saures
«Die Welschen und Tessiner im Craft-Corner sind überzeugt, dass das saure Bier die Welt erobern wird», zeigte sich Alex Künzle von einer Berliner Weisse der experimentierfreudigen Brasserie des Franches Montagnes BFM begeistert. Nun, das cidre-artige Gebräu wirkte zwar erfrischend – aber ist das noch Bier?

Martin Jossen von der Brasserie Valaisanne lobte das aromatische, kaltgehopfte «Embuscade» von La Nebuleuse aus Renens. Eine blonde, junge Zürcherin dagegen suchte etwas ratlos den Craft Corner, weil ihr der Gerstensaft in der Reithalle nicht mundete. Welches Bier sie denn sonst bevorzuge? «Panaché!» Aha! Und deshalb dürfte der Walliser Jossen wohl nicht so falsch liegen, wenn er meint: «Nächstes Jahr bringen wir vielleicht ein Alkoholfreies.»

Übrigens: Hochprozentiges dürfen die Aussteller in Solothurn nicht ausschenken. Mit ein Grund, warum die Biertage einmal mehr friedlich verlaufen sind. Alex Künzle: «Unsere Security-Leute wissen ganz genau, welche Grossanlässe im Mittelland jeweils Probleme machen. Die Biertage gehören für sie definitiv nicht dazu.»

Exotisches aber darf sein. So ist und bleibt der Renner des Oberdörfer Chäuerbräus das von Mario Roos kreierte Pfefferbier. 240 Liter dunklem Bier werden zwei Stunden lang 130 Gramm schwarzer Pfeffer beigegeben. Wie Roos das herausgefunden hat? «Beim ersten Mal. Ein glücklicher Zufall.»

Er wie seine Kollegen Jürg Fluri vom Bucheggberger Bier oder Toni Lötscher, der jährlich 300 Hektoliter Grenchner Granicum unter die Leute bringt, zollten den Biertagen in der jetzigen Form hohes Lob und Anerkennung. Und keineswegs ein Stimmungskiller war der Grossbildschirm der Felsenau-Brauerei: YB wird ja nicht alle Jahre Schweizer Meister ...

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