Das Aus der Schwimmbad-Genossenschaft

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Bernhard Achermann (Mitte) führte durch die Traktanden der 49. und letzten Generalversammlung. rzu

Man könnte den Ruf nach Selbstbestimmung bemühen. Ganz im Geiste der 68er-Bewegung. Oder den heissen Sommer. Die Sonne schien im Juni 1968 «mehrheitlich leicht übernormal», heisst es in den Annalen der Schweizerischen meteorologischen Zentralanstalt. Wie man will: Ende Juni 1968 haben Bürger von Reiden zusammen mit den Gemeinden Reiden, Langnau, Wikon und Richenthal die Schwimmbad-Genossenschaft gegründet. Und jetzt, 50 Jahre später, ist Schluss.

15 der 17 anwesenden Genossenschafterinnen und Genossenschafter haben am Mittwoch Ja zur Liquidation gesagt. Ein letztes Mal trafen sich die Teilhaber zur 49. Generalversammlung in der «Sonne» in Reiden. Präsident Berhard Achermann führte durch die Traktanden: Geschäftsbericht, Jahresrechnung, Liquidation und Wahl des Liquidators. Bei den Genossenschaftern herrschte grosse Einigkeit, mit verschränkten Armen sassen sie zu Tisch, Anträge gab es keine. «Für viele ist es schmerzhaft, dass die Genossenschaft nicht mehr weiterbestehen kann», sagt Präsident Bernhard Achermann auf Anfrage. Sie hätten über all die Jahre viel Zeit aufgebracht und finanzielle Mittel investiert.

Das Schicksal ist ihnen aber schon länger klar: Bereits vor einem Jahr hat die Gemeindeversammlung von Reiden beschlossen, eine neue Betriebsgesellschaft zu gründen – mithin die Genossenschaft zu liquidieren. Bereits vor zwei Jahren hat die Gemeinde Reiden Geld in die Genossenschaft gesteckt, um den Betrieb zu sichern. Nun ist die Badi mit der Badi Reiden AG vollends im Besitz der Gemeinde Reiden und soll mithilfe von Nachbargemeinden saniert und weiter betrieben werden (wir berichteten).

Damals, 1968, lag das Interesse der Gemeinden darin, «dass alle Kinder die Möglichkeit erhielten, das Schwimmen zu erlernen», sagt Bernhard Achermann. Heute sei dieses Ziel im Bildungsgesetz vorgeschrieben. Die Gemeinde habe damit auch über Jahrzehnte den Bau von Turnhallen hinauszögern können, da anstelle des Turnunterrichts Schwimmunterricht angeboten wurde. «Die Genossenschaft war damals die ideale Lösung, damit die Gemeinden, Gewerbebetriebe und Private genügend Eigenkapital bilden konnten, um von Banken Kredite zu erhalten.»

Die vier Gemeinden hatten damals die Mehrheit des Anteilscheinkapitals. Vorbilder hätte es in der Region nicht gegeben, da die anderen Schwimmbäder direkt von den Gemeinden oder dem Kanton betrieben wurden. Bis vor zwei Jahren haben unzählige Freiwillige, vorwiegend Genossenschafterinnen und Genossenschafter, das «Schmettefest» an der Kilbi Reiden durchgeführt. «Dies gab einen ansehnlichen finanziellen Zustupf zu Gunsten der Badi», sagt Achermann.

Nun wird die Genossenschaft durch das Unternehmen BDO AG ordentlich liquidiert. Man sei froh, dass sie nicht durch einen Konkurs aufgelöst werden müsse, sagt Achermann. Auch ein Akt der Selbstbestimmung, wie bei der Gründung, könnte man sagen.

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