Oberstufe Brittnau/Strengelbach: Zum Schulstart eine grüne Ampel

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Nach den Sommerferien besuchen die Real- und Sekundarschüler aus Strengelbach ihren Unterricht in Brittnau. bkr

Nach den Sommerferien geht es los. Brittnauer und Strengelbacher Oberstufenschülerinnen und -schüler besuchen die Sekundar- und Realschule gemeinsam in Brittnau. Über dieser Zusammenarbeit schwebte ein Damokles-Schwert: In Brittnau wie auch in Strengelbach hat die externe Schulevaluation vor zwei Jahren Defizite festgestellt. Das Schul- und Unterrichtsklima sowie die Pflege von Elternkontakten wiesen Mängel auf. Diese Baustellen sind nun behoben.

«Die aufgrund der roten Ampeln erfolgte Nachevaluation zeigt klar, dass die Probleme angegangen wurden und in Brittnau wieder alle Ampeln – diese dienen der Benotung – auf Grün stehen», schreibt der Brittnauer Schulpflegepräsident Pascal Roth in einer Medienmitteilung. «Damit kann die Schule Brittnau für die nächste grosse Herausforderung – die Integration der Oberstufe Strengelbach – wieder Fahrt aufnehmen und ist auch für weitere Aufgaben bestens gerüstet.»

Betriebsklima stimmt
Ähnliches ist aus Strengelbach zu vernehmen. Auch dort gab es 2016 Mängel beim Arbeits- und Betriebsklima. Die sind behoben, die Ampeln stehen wieder auf Grün. Folgende Massnahmen hätten zum positiven Ergebnis geführt, schreibt Schulpflegepräsident Roger Lussi: «Eine veränderte Teamzusammensetzung, die Veränderung des Schulleitungsmodells – gleiche Leitung für Primar- und Oberstufe – sowie eine höhere Verbindlichkeit beim Umgang mit gesamtschulischen Regelungen.» Das verbesserte Arbeitsklima und die damit einhergehende intensivierte Zusammenarbeit unter den Lehrpersonen sei in der Schülerschaft positiv spürbar.

Fundament ist gelegt
Ähnliche Lösungen griffen auch am neuen, gemeinsamen Schulstandort Brittnau: «In den letzten zwei Jahren konnte durch intensive Zusammenarbeit zwischen allen involvierten Personen Bausteine geschaffen werden, welche in Zukunft das Fundament einer starken und funktionierenden Oberstufe in Brittnau bilden werden», sagt Schulpflegepräsident Roth. Die Massnahmen hätten ihre Wirkung nicht verfehlt. «Nach unterdurchschnittlichen Werten vor zwei Jahren, liegt die Schule nun sogar klar über dem kantonalen Durchschnitt.»

Das ist wichtig für den nun anstehenden Schritt: die Überführung der Oberstufe Strengelbach in die Schule Brittnau. «Eine Herausforderung, welche die ersten Hürden bereits genommen hat.» Das sieht man in Strengelbach auch so. Von dort zügelt nicht nur die Schüler-, sondern auch die Lehrerschaft nach Brittnau – Entlassungen gibt es keine.

 

NACHGEFRAGT BEI DANIEL HÖLZLE, SCHULLEITER DER OBERSTUFE BRITTNAU

Daniel Hölzle: Sie sind Schulleiter der Oberstufe in Brittnau. In der Medienmitteilung ist die Rede von Bausteinen, welche man gelegt hat. Was heisst das?

Ein wichtiger Punkt ist die Einbindung der Schülerinnen und Schüler bei Schulangelegenheiten im Rahmen von partizipativen Verfahren. Weiter haben wir die Kommunikation mit den Eltern systematisiert und auch vereinfacht. Bei Problemen werden Lösungen gesucht. Diese können auch unkonventionell sein.

Partizipatives Verfahren? Eine Art Basisdemokratie, in deren Rahmen die Schülerinnen und Schüler mitbestimmen?

Es geht auch hier primär um Kommunikation, aber auch um eine Möglichkeit für die Schülerinnen und Schüler, sich einzubringen. Das Regelwerk der Schule – inhaltlich mit jenem in anderen Gemeinden vergleichbar – musste in der Vergangenheit mehrfach verschärft werden. Der Sinn der Anpassungen war nicht allen Schülern klar. Das Reglement wurde erneuert und im Schulhausrat, in welchem jede Klasse zwei Sitze hat, vernehmlasst. Hier sucht die Schulleitung das Gespräch, erklärt und nimmt Vorschläge entgegen.

Wie steht es um die Zukunft der Oberstufe Brittnau-Strengelbach? Sind auch in Zukunft genügend Schülerinnen und Schüler da?

In den nächsten zehn Jahren sicher. Wir können mit mindestens sechs Abteilungen arbeiten. Wir müssen eher Schülerinnen und Schüler nach Zofingen abgeben.

 

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Die Option Zofingen

Es war im Oktober 2017. Die Stadt Zofingen sowie die Gemeinden Brittnau und Strengelbach orientierten, dass ab 2027/2028 alle Oberstufenschülerinnen und -schüler in einem neuen Schulzentrum in Zofingen unterrichtet werden sollen. Im Sinne einer Sofortmassnahme gehen die Strengelbacher Sek- und Realschülerinnen und -schüler ab kommendem Schuljahr in Brittnau zum Unterricht. Nach der Auslagerung der Bezirksschule nach Zofingen ist in Brittnau genügend Schulraum vorhanden.

Der Grund für diesen Schritt: Der Grosse Rat hat die Mindestschülerzahlen von 11 auf 13 (Realschule) und von 13 auf 15 (Sekundarschule) erhöht. Strengelbach und Brittnau können diese Zahlen nicht konstant erfüllen, wurde damals gesagt. Roger Lussi, Präsident der Schulpflege Strengelbach: «Die beiden Gemeinden müssen bereits jetzt untereinander Schüler austauschen, um die erforderlichen Klassengrössen zu erreichen. Bei den betroffenen Eltern ist die Verzweiflung gross, wenn Kinder mit guten Lehrkräften aus funktionierenden Klassen herausgerissen werden.»

Lussi, die Schulpflege und der Gemeinderat haben die Situation mit Blick auf 2027 sehr genau analysiert. Strengelbach wird kaum mehr je genügend Schüler stellen können. «Bei uns gibt es kaum mehr Möglichkeiten für neue grosse Überbauungen und damit den Zuzug von Kindern.»

In Brittnau hingegen ist man optimistisch. Zusammen mit den Schülerinnen und Schülern aus Strengelbach glaubt man, die kritische Grösse auch in Zukunft erreichen zu können.

Für Zofingen wäre dies kein Drama. Die Stadt benötigt selbst zusätzliche Schulzimmer für die Primarschule, wie auch für die Oberstufe. Die Zofinger Kinder, die dereinst im «Rebberg» die Schulbank drücken sollen, sind bereits auf der Welt ...

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