Die Bananen-Blamage

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Tobias Walt

Es gab einmal eine Zeit, da waren Bananen noch Bananen. Aber mit den Bananen ist es beim Einkaufen ja so eine Sache. Da gibt es die Bio-Bananen, an denen die Umwelt Freude hat. Es gibt die Max-Havelaar-Bananen, an denen die Bananenbauern ihre Freude haben. Es gibt die Bio-Max-Havelaar-Bananen, an denen die Umwelt und die Bananenbauern ihre Freude haben. Und es gibt die Bananen ohne Label, an denen bestenfalls mein Portemonnaie Freude hat. Diese Auslegeordnung habe ich für mich erstellt, nachdem mir beim Einkaufen ein peinlicher Fehler unterlief. Beim Abwägen meiner Bio-Max-Havelaar-Bananen war ich leider nicht ganz achtsam und habe an der Waage die falsche Nummer eingetippt: Jene der Max-Havelaar-Bananen ohne Bio. Und so war ich umso erstaunter, als mich die Frau an der Kasse entgeistert anschaute: «Welche Bananen haben Sie genommen?» Nun war ich irritiert. Welche Antwort wollte sie denn nun hören? Die Gelben? Die Krummen? Sie klärte mich dann auf, ich hätte bei der Waage die falschen Bananen eingetippt. Netterweise bot sie mir dann gleich an, die Bananen für mich neu zu wägen, was ich dankend annahm. Dabei beschlich mich zugegebenermassen ein schlechtes Gewissen, da mehrere Personen hinter mir nur meiner Nachlässigkeit wegen warten mussten. Erst recht als ein kleines, etwa fünf Jahre altes Mädchen laut fragte: «Mami, was hat der Mann falsch gemacht?» Ich beneidete das Kind ein wenig. Es muss sich noch keine Gedanken über das Label einer Banane machen, wenn es «Das Dschungelbuch» schaut. Für das Mädchen ist eine Banane eben noch eine Banane.

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