Die letzte Schmach für Wohlen

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FCA-Präsident Alfred Schmid (l.) und Vize Roger Geissberger (r.) überreichen Wohlen-Präsident Lucien Tschachtli (2. v.r.) und Alain Schultz einen Gutschein. FRESHFOCUS

Das 20. Derby beginnt mit einer netten Geste des FC Aarau: Präsident Alfred Schmid und Vize Roger Geissberger überreichen dem langjährigen Wohler Verwaltungsratspräsidenten Lucien Tschachtli und FCW-Captain Alain Schultz einen Gutschein für den Trainerstab und die Spieler der ersten Mannschaft. 30 Personen sind im Wohler Lokal Marco Polo zu einem Nachtessen mit Speis und Trank eingeladen. Zum Dank für das Abschiedsgeschenk aus der Challenge League säbelt Wohlens Verteidiger Sead Hajrovic in der Startphase gleich einmal das Aarauer Stürmer-Juwel Varol Tasar um. Hajrovic hat zehn Sekunden nach dem Anpfiff Glück, dass er nach dem rüden Einsteigen nur gelb sieht.

Und wie endet das 20. Derby? Natürlich mit einem Sieg des FC Aarau! Diesmal ist das Ende für Wohlen allerdings schon fast tragisch: Da scheint der Frei- ämter Flügelstürmer Daniele Romano mit seinem herrlichen Tor in der 80. Minute zum 1:1 zum kleinen Derbyhelden zu werden. Und dann schlägt es in der Nachspielzeit nach zwei Kontern der Aarauer im Kasten von Flamur Tahiraj gleich doppelt ein. Was für eine Schmach für den FC Wohlen in den letzten Minuten eines Derbys, welches spielerisch viele Wünsche offenliess und vom Unterhaltungswert her betrachtet mit Ausnahme der spannenden Schlussphase nicht viel bot.

Der grosse Abwesende: René Meier
Logisch, dass Wohlens einziger Torschütze Romano die Welt nicht mehr verstand. «Es kann nicht sein, dass in der 93. Minute drei Aarauer alleine auf unser Tor laufen können», sagte der 25-Jährige. «So naiv darf man ganz einfach nicht in den Hammer laufen. Diese letzte Niederlage gegen Aarau tut ganz besonders weh. Die Spieler, die Funktionäre und die Fans hätten mindestens ein Unentschieden verdient.»

Fassungslos war natürlich auch Ranko Jakovljevic. «Das soll mir mal jemand erklären», sagte ein völlig konsternierter Trainer des FC Wohlen. «Wir bekommen in der 92. Minute einen Corner und kassieren Sekunden später den entscheidenden Gegentreffer. Dieses Tor ist sinnbildlich für den Verlauf dieser Saison. Es läuft immer und immer wieder alles gegen uns.» Und weil der FC Wohlen schliesslich mit 1:3 verlor, musste der beste Spieler Flamur Tahiraj die Rolle des tragischen Helden übernehmen. Der 31-jährige Torhüter verhinderte mit mirakulösen Paraden einen höheren Sieg der Aarauer.

Und so sahen die gerade mal 1356 Zuschauer im 20. Derby den 14. Sieg des FC Aarau. Pikant: Ein Prominenter war gestern im Stadion Niedermatten nicht mit dabei. Der grosse Abwesende war René Meier. Der Stammplatz des Ehrenpräsidenten auf der Haupttribüne blieb leer. Glaubt man Gerüchten, soll Meier keine Einladung für den VIP-Apé- ro vor dem Spiel erhalten haben. Er sei schlicht und einfach vergessen gegangen, hiess es aus dem FCW-Umfeld.

Das wars dann also mit den Derbys zwischen Aarau und Wohlen. Wie aber geht es weiter mit den beiden Klubs? Der FC Aarau hofft nach vier schlechten Saisons auf bessere Zeiten. In der kommenden Saison ruhen die Hoffnungen auf Trainer Patrick Rahmen und Sportchef Sandro Burki. Mal schauen, was die beiden zustande bringen.

Und der FC Wohlen verabschiedet sich nach 16 Jahren aus der Challenge League und startet einen Neuanfang. Die Crew mit Verwaltungsratspräsident André Richner und Adrian Meyer, Verantwortlicher der Sport-Kommission, versuchen das ins Wanken geratene Schiff wenigstens in der Promotion League zu halten. Vom Gesamtbudget in Höhe von rund 850000 Franken darf die erste Mannschaft gut die Hälfte kosten. 450000 Franken für einen Klub in der dritthöchsten Spielklasse? Richner, Meyer und Co. sind gefordert.

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