Trotz nackter Haut und Pyro-Show: Aargauer Geschwister-Duo ZiBBZ scheidet im Halbfinale aus

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Zufrieden nach der Show: ZIBBZ (Keystone)

Es sollte nicht sein. Die Schweiz steht einmal mehr nicht im Finale des Eurovision Song Contest. Die im Aargau aufgewachsenen Geschwister Stee und Co Gfeller, die zusammen als ZiBBZ auftreten, haben mit ihrem Song «Stone» gestern am späten Abend in Lissabon zwar einen soliden Auftritt hingelegt, es aber am Ende erwartungsgemäss nicht in das Finale vom Samstag geschafft.

Emotionaler Höhepunkt war eine Fackel, mit welcher die Sängerin den Saal in rotes Licht tauchte. Doch dann war die Enttäuschung gross: Österreich, Estland, Zypern, Litauen, Israel, Tschechien, Bulgarien, Albanien, Finnland und Irland lagen in der Schlussrangliste vorn. Die Schweiz wurde nicht aufgerufen. Die Geschwister-Power kam im restlichen Europa offenbar nicht an.

Um es in den ESC-Final am Samstag zu schaffen, hätten ZiBBZ im Halbfinal einen der ersten zehn Plätze belegen müssen. Damit heisst es für das Geschwisterpaar aus Waltenschwil, das heute in Los Angeles (USA) und in Gisikon LU wohnt: vorzeitig Abschied nehmen aus Portugal. Bye bye Lissabon! Oder wie es auf portugiesisch heisst: «tchau».

Weiter sind stattdessen wie erwartet die Israelin Netta, die mit ihrem von der #MeToo-Debatte inspirierten Song «Toy» schon im Vorfeld für Furore sorgte. Gemäss Wettbüros ist sie allerdings zwischenzeitlich von der weiteren Finalistin Eleni Foureira aus Zypern vom Favoritinnenthron gestossen worden.

Ebenfalls antreten dürfen am Samstagabend Cesár Sampson, der muskulöse Anwärter aus Österreich, die Opernsängerin Elina Nechayeva (Estland) und Ieva Zasimauskaite (Litauen), die ihr Liebeslied ihrem Ehemann gewidmet hat. Auch geschafft hat es der Tscheche Mikolas Josef, der noch kurz vor seinem Auftritt im Spital lag, weil er sich bei den Proben verletzt hatte.

Weitere Konkurrenz kommt mit Equinox aus Bulgarien, mit dem stimmgewaltigen Nieten-Ösen-Schnallen-Outfit-Sänger Eugent Bushpepa aus Albanien, mit Saara Aalto aus Finnland und dem sensiblen Schmusesänger Ryan O'Shaughnessy aus Irland.

Zu wenig heiss
Insgesamt ging der erste Halbfinal ohne grosse Höhepunkte über die Bühne. Waren die Auftritte schrill und die Message wichtig wie etwa bei der Israelin Netta, deren Titel «Toy» von der #MeToo-Debatte inspiriert ist, so überzeugten die Songs in den Augen vieler Beobachter nicht wirklich. War das Lied dagegen berührend schön, wie etwa "When We're Old" von Ieva Zasimauskaite (Litauen) oder "Together" von Ryan O'Shaughnessy, dann kam die Performance für einen Wettbewerb wie den ESC zu wenig feurig daher.

Letzteres kann man vom Auftritt der Schweizer Kandidaten ZiBBZ allerdings nicht behaupten. Sängerin Co stand mit einer Fackel in der Hand am Bühnenrand, als sie das Publikum aufforderte, die Hände zu heben. Währenddessen schwitzte sich ihr Bruder Stee am Drum aus. So kam der Song «Stone» insgesamt heiss herüber, was die rund 11'500 Anwesenden in der Altice Arena in Lissabon mit Applaus und die Wettbüros mit einer markanten Chancensteigerung honorierten. Für einen Finaleinzug reichte es allerdings trotzdem nicht.

43 Länder haben sich für die 63. Ausgabe des Wettbewerbs qualifiziert. 26 Beiträge werden nun am Samstag zum Wettbewerbsfinale antreten - je zehn aus den beiden Halbfinalen, dazu die gesetzten «Big Five» Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Spanien und Italien sowie der Vorjahressieger Portugal. Der zweite Halbfinal findet am Donnerstag, 10. Mai, statt, der Final am 12. Mai. 

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