Streit um Firmenlogo: Haben Aarauer abgekupfert?

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Links das Auto der Eglin Elektro AG aus Baden, rechts das Auto des Energieversorger Eniwa mit Sitz in Aarau. ZVG

Seit Anfang Jahr heissen die Industriellen Betriebe Aarau (IBAarau) neu Eniwa AG. Der Energieversorger mit Sitz in Aarau gehört zu grössten Teilen der Stadt Aarau, die 95 Prozent der Aktien an der Firma hält. Die Eniwa AG versorgt inklusive der Stadt Aarau 25 Gemeinden mit Energie.

Mit dem Namenswechsel einher ging auch ein neues Logo – zumindest auf den Fahrzeugen des Energieversorgers. Dies ist auch Oliver Eglin, Geschäftsleiter der Eglin Group in Baden nicht entgangen: «Ich werde permanent darauf angesprochen.» Dies weil vielen Personen die verblüffende Ähnlichkeit mit dem Firmenlogo der Eglin Elektro AG aufgefallen sei. «Das Eniwa-Logo ist praktisch von unserem abgekupfert. Ich wurde sogar schon gefragt, ob da etwas im Köcher sei und die Eglin Group beabsichtige, die viel grössere Eniwa zu kaufen», sagt Eglin.

Buchstabe «E» ist keine Marke
Den impliziten Plagiatsvorwurf will Eniwa-Geschäftsführer Hans-Kaspar Scherrer nicht auf sich sitzen lassen: «Wir haben bei der Auswahl des neuen Logos selbstverständlich Marken-Recherchen betrieben und das neue Logo auch ausgeschrieben. Einsprachen habe es zwar keine gegeben, dafür aber Feedbacks von Mitbewerbern – nicht aber von der Eglin Gruppe – die man bei der Finalisierung des Logos berücksichtigt habe. «Natürlich kennen wir die Firma Eglin, die auch in Aarau einen Teil des Kuchens abbekommen will, doch ganz bestimmt haben wir bei der Auswahl des Logos nicht abgekupfert», betont Scherrer. Vielmehr habe man das neue Logo sorgfältig ausgewählt.

Scherrer hält fest, dass der Buchstabe «E» im Energiesektor weitverbreitet sei und als solcher auch nicht geschützt sei. Zudem dürfe es nicht allzuschwer fallen, ein grünes «E» auf weissem Grund von einem weissen «E» auf rotem Grund zu unterscheiden, so Scherrer. Doch nicht nur aus diesem Grund, sieht Scherrer keine Verwechslungsgefahr. «Wir sind vor allem als Energieversorger tätig und weniger im Bereich der Installationen wie die Eglin Elektro mit langjährigen, breit aufgestellten Aktivitäten im Installationsbereich.»

Eglin Group seit 2007 in Aarau
Dem widerspricht Eglin: «Die Eniwa ist der grösste Elektroinstallationsdienstleister im Raum Aarau. Wir stehen mit ihr bei den Elektroinstallationen in direkter Konkurrenz.» Ihm sei sehr wohl bewusst, dass sich der Buchstabe E als Marke nicht schützen lasse. «Doch Fakt ist, dass sich die beiden Markenbilder zum Verwechseln ähnlich sind, da der Auftritt – abgesehen von der Farbe – nahezu identisch ist.»

Seit 2007 ist die Eglin Elektro AG Aarau in der Kantonshauptstadt präsent. Das bisherige Gebäude an der Neumattstrasse in der Aarauer Telli soll für knapp sechs Millionen Franken einem repräsentativen Neubau weichen. Lustiges Detail am Rande: Der Neubau soll an das Fernwärme- und kältenetz der Eniwa angeschlossen werden. Ob dieser Entscheid nun auf der Kippe steht?

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