ZT-Leser Werner Frauchiger äussert sich zum Thema «Grössenwahn» in Oftringen

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Mit Interesse habe ich die Aussagen des neuen Oftringer Gemeindeammanns Hanspeter Schläfli im ZT gelesen. Mit berechtigtem Stolz steht er vor der neuen Brücke, die wohl als ein Meisterstück bezeichnet werden kann. Stolz darf er auch sein, einer Gemeinde vorzustehen, die doch ein sehr erfreuliches Wachstum aufweisen kann. Dass bis im Jahr 2040 die Einwohnerzahl nochmals um rund 3000 Einwohner ansteigen soll, zeigt doch, dass der «Grössenwahn» auch weiterhin keine Grenzen kennt. Verdichtetes Bauen ist das Stichwort, immer höher und enger zusammen, das fördert die Wohnkultur. Kommt mir vor wie die Massentierhaltung, letztlich zerfleischen sie sich selber.

Die Folgen von diesem fragwürdigen Wachstum sind auch schon klar absehbar: Die ganze Infrastruktur muss angepasst werden. Strassen, Wasser, Schulräume, Mehrfachturnhalle etc, die Wunschliste kann beliebig erweitert werden. Die Schulden von heute rund 48 Millionen Franken dürften munter weitersteigen. Man setzt auf den Finanzausgleich, was für ein Sinnen von einer Gemeinde, die von einem solchen Wachstum besessen ist? Von den Sozial- und Asylkosten, die mit Sicherheit in Zukunft massiv steigen werden, wird logischerweise nichts erwähnt.

Erfreulich ist, dass der neu zusammengesetzte Gemeinderat gut funktioniert, die Nein-Sager wurden ja inzwischen ausgeschaltet. Zu hoffen ist auch, dass die gesuchten guten Steuerzahler bald in Oftringen wohnhaft werden. Wer sitzt denn in all den neuen Wohnungen bei einem solchen Wachstum und unterdurchschnittlichem Pro-Kopf-Steuereinkommen? Was stecken eigentlich da für Überlegungen, hinter diesem grenzenlosen Wohnungsbau? Möge doch bald der Glückselige geboren werden, der bei Euro-Millions gewinnt und uns ein wenig von den Schulden abnimmt. Was viel eher zutreffen wird, die letzten beissen die Hunde, und das ist immer der ehrliche Steuerzahler mit seinem Lohnausweis. Hoffen wir, die Vernunft der Politiker geht im ganzen Wachstumswahn nicht ganz verloren.

Werner Frauchiger, Oftringen

 

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