Internationaler Museumstag: In den Tiefen der Staffelbacher Sandsteinhöhlen

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Die offizielle Besichtigung und Führung durch den Staffelbacher Sandsteinbruch Friedlistall zog viele Besucher an. (Bild: alfred weigel)
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Das Sandsteinmuseum, respektive Taglöhnerhaus Bühl 29, ist eingerüstet und bereit für die Restauration. (aw)

Die Gegend um Staffelbach ist reich an Sandsteinbrüchen. Die Formationen der Meeresmolasse treten in der Suhrentaler Gemeinde geologisch besonders prägnant in Erscheinung. Da der Sandstein in den vergangenen Jahrhunderten sowohl als Baustein für Gebäude und Fenstereinfassungen gewonnen als auch in Platten gesägt für Ofenplatten verwendet wurde, zeigt sich ein besonderes Bild in der Suhrentaler Gemeinde. Ein Besuch lohnt sich, dachten sich auch die Mitglieder des vor zwei Jahren gegründeten Vereins Sandsteinmuseum Staffelbach und organisierten am internationalen Museumstag eine Exkursion in die historischen Sandsteinbrüche im Friedlistall. Gegen 30 Besucher, darunter auch Kinder, stellten sich der zweistündigen Herausforderung. Zahlreiche Feuerstellen zeigen, dass die Steinbrüche auch beliebte Ausflugsziele sind.

Mehrheitlich in Privatbesitz
Um den Steinbruch abzusichern, liess die Gemeinde oberhalb der sogenannten Kavernen – so werden wie von Hand geschaffene Hohlräume im Bergbau bezeichnet – einen Zaun errichten. Wann der erste Sandstein aus dem Felsen gebrochen wurde, ist nicht belegt. Das Alter der Brüche wird auf etliche hundert Jahre geschätzt. «Der Sandstein soll Spuren von Gold enthalten», sagte Urs Müller, Exkursionsführer und Vorstandsmitglied des Vereins Sandsteinmuseum den Besuchern. Allerdings sei ein Goldrausch nicht zu befürchten, «dafür ist die im Sandstein enthaltene Menge zu gering».

Während die Steinbrüche früher nach und nach Steinbrechern verkauft wurden, sind sie heute mehrheitlich in Privatbesitz. An den stehengebliebenen Zwischenwänden, auf die Urs Müller während des Rundgangs speziell hinwies, lassen sich die einzelnen Parzellen ausmachen. Aufgegeben wurde der Sandsteinabbau im Friedlistall zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Im Steinbruch Böhl wurden 1964 die letzten Steine zur Restaurierung des Schulhauses Staffelbach gebrochen.

Grube diente als Deponie
Mit Bernhard Aeschbach, der unweit der Steinbrüche einen Bauernhof besass, und Fritz Gugelmann sind Zeitzeugen unter den Besuchern, die sich noch gut an die Arbeiten im Steinbruch Böhl erinnern. «Als Zwölfjähriger besuchte ich meinen Vater oft im Steinbruch, der als letzter Steinhauer tätig war», sagte Fritz Gugelmann. Abtransportiert worden seien die Sandsteinblöcke früher mit Ross und Wagen, später mit dem Lastwagen.

Während im Friedlistall die Blöcke noch von Hand aus dem Fels gehauen wurden, fand Anfang des 20. Jahrhunderts im Zuge der Elektrifizierung auch moderne Technik Einzug im Steinhauergewerbe. Reste einer Elektroinstallation zeugen davon, dass im Böhl ein Kompressor betrieben wurde, eine Weiche erinnert an ein Schienentransportsystem. Einige der ältesten Sandsteingruben im Gäggi wurden später wieder gefüllt, sie dienten den Staffelbachern zeitweise als Deponie, wie dies vor Jahren an vielen Orten der Fall war.

2016 stellte die Aargauische Denkmalpflege das Taglöhnerhaus unter kantonalen Denkmalschutz. Das 1859 erstellte Gebäude diente zuerst als Schmiede, bevor es erweitert und zu einem Wohnhaus umfunktioniert wurde. Die Restaurierung des aus Sandstein erbauten Gebäudes wird einige Franken und viel Zeit in Anspruch nehmen.

Aus kulturellen Gesichtspunkten lohnt sich der Aufwand allemal. Im Garten neben dem künftigen Museum ist ein Steinhauerwerkplatz geplant, wo sich Besucher mit alten Werkzeugen als Steinhauer versuchen können.

Mehr über die Geschichte der Staffelbacher Steinbrüche und den Sanierungsfortschritt des Sandsteinmuseums unter www.sandsteinmuseum.ch

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«Ein Goldrausch ist nicht zu befürchten. Dafür ist die im Sandstein enthaltene Menge zu gering.» Urs Müller, Vorstandsmitglied des Vereins Sandsteinmuseum . (aw)
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Bild: Alfred Weigel
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