Beim Pétanque kommt es auf das Gespür, auf Ruhe und Übersicht an - VIDEO

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Giuliano Marchisella macht so leicht keiner etwas vor im Pétanque. (Bild: gam)

Sie geraten ganz schön ins Schwitzen, die 14 Spieler des Pétanque Clubs Strengelbach an jenem Nachmittag. Die Sonne brennt vom Himmel und zaubert, zusammen mit dem Spiel mit den im Sonnenlicht glänzenden silbrigen Metallkugeln Ferienstimmung auf den Begegnungsplatz mitten im Dorf. «Wir sind an der frischen Luft, bewegen uns und geniessen die Geselligkeit – das ist besser, als daheim im Garten auf dem Liegestuhl zu liegen, oder?», sagt Georges Corthésy. Er sitzt, zusammen mit seinen Clubkollegen, auf einer Festbank und gönnt sich nach den ersten beiden Runde einen kühlen Schluck aus seinem Chromstahlbecher. «Mein Schrittzähler registriert an einem Spielnachmittag zwischen 14 und 17 Uhr rund 2000 Schritte und Bewegung hält jung», sagt Hans Vonäsch, Platzchef und einer der Initianten des Vereins und des Areals. 2009 wurde der Begegnungsplatz eingeweiht. Bereits bei der Planung des Areals spielten die Verantwortlichen mit dem Gedanken, dass einst Pétanque-Spieler das Gebiet bevölkern könnten. «Diesen Sport betreiben ja vorwiegend ältere Menschen», sagt Hans Vonaesch, «das aufgemalte Mühle- und Schachspiel sowie der Brunnen und die Bänkli ziehen eher Familien an. So entsteht ein Generationenmix.»

Heute, neun Jahre später, sind die bei der Platzumgestaltung gepflanzten Traubeneichen gewachsen und bieten den Pétanque-Spielern Schatten während dem «Kampf» mit den Kugeln. Zwei gegen zwei oder drei gegen drei Mann treten an und wollen ihre persönlichen Spielgeräte möglichst nahe an die kleine Zielkugel werfen. «Ein guter Spieler strahlt Ruhe aus, bewahrt die Übersicht über die Lage der Kugeln und er hat ein gutes Gespür», sagt Hans Vonaesch. Das «Gspüri» hätten einige von Beginn an, andere müssten es sich hart erarbeiten.

Teams werden ausgelost

Zweimal wöchentlich feilen die Mitglieder des Strengelbacher Clubs an ihrer Technik und Taktik. Nach einer kurzen Begrüssung werden die Teams ausgelost. Bei den «Profis» wäre jene Zufallszusammensetzung sinnlos, da sich bei den Topduos jeweils ein «Tireur» und ein «Pointeur» zusammentun. Also einer, der die eigenen Kugeln punktgenau legt und einer, der jene des Gegners abschiesst sprich aus der Nähe der Zielkugel entfernt. «Von denen, die an internationalen Anlässen teilnehmen, zu uns Amateuren ist es ein himmelweiter Unterschied», sagt Hans Vonaesch.

Zwar spielt auch in Strengelbach jeder mit seinen eigenen, ihm passenden Kugeln. Auf diesen muss aber, anders als bei den Lizenzierten, weder das Gewicht, noch das Herstellerlogo, noch eine Seriennummer eingraviert sein. Im Vordergrund steht der Plausch, der Austausch. Es fällt so mancher blöde Spruch und ein gemeinsames Bierchen darf nicht fehlen. Aber: ehrgeizig sind auch die Strengelbacher Petanque-Spieler. Ein Spielabschnitt wird «Aufnahme» genannt. «Und du willst jede Aufnahme gewinnen», sagt Hans Vonaesch. Nebst den regelmässigen Trainings bestreiten er und seine Clubkollegen eine interne Meisterschaft. Sie umfasst 10 Spieltage, die sechs besten zählen zur Jahreswertung. Weiter gibt es einen fünfteiligen Cup mit einer Finalrunde. Der Ton ist im Wettkampf und im Training meist fair. «Meinungsverschiedenheiten gibt es, aber die klärt man und am Ende reicht man sich die Hand, gratuliert dem Sieger», sagt Hans Vonaesch, «das ist Ehrensache, wie sich vor jeder Aufnahme ein gutes Spiel zu wünschen.»

Das Terrain als «Mitspieler»

Seit sechs Jahren besteht der Verein in Strengelbach. Seine 27 Mitglieder stammen wie Präsident Werner Kurth aus dem Dorf, aber auch aus Brittnau, Vordemwald oder Zofingen. «Neue Spieler sind jederzeit willkommen zu einem Training, wir stellen auch Kugeln zur Verfügung», sagt Hans Vonaesch und zeigt auf die Truhe am Rand des Areals, in der jene Utensilien verstaut werden, die er als Platzchef zur Pflege des Mergelterrains braucht: «Manchmal muss ich Töfflireifenspuren oder Laub beseitigen, ehe wir loslegen können.»

Ohnehin sei der Boden eine Komponente, die Spannung ins Spiel bringe. Schon ein winziges Steinchen kann die Kugel in eine falsche Richtung leitet. Anpassungsfähigkeit ist eine weitere Eigenschaft, die ein Pétanque-Spieler braucht, nicht nur, weil der Boden mal aus grobem Kies, mal aus Sand besteht. Auch die klimatischen Bedingungen sind wechselhaft. In Strengelbach werden bei jeder Jahreszeit, ausser wenn Schnee liegt, und bei fast jedem Wetter, ausser bei Dauerregen, Kugeln geworfen. «Wärme, Nässe, Lichtverhältnisse – all das beeinflusst für jeden Spieler die Partie, und so braucht es zum Erfolg bei allem Können auch immer ein bisschen Glück», betont Hans Vonaesch.

Sein Glück im Pétanque versuchen kann Jede und Jeder in einem Monat. Am 16. Juni führt der Verein bei trockener Witterung von 10 bis 16 Uhr einen Plauschspieltag durch. Kugeln und eine kleine Festwirtschaft stehen bereit. Willkommen sind Kinder, Frauen und Männer. Der Club selber sei aber aufgrund der Nachmittags-Trainingszeit auf pensionierte Frauen und Männer ausgerichtet, sagt Mitglied Ruedi Friedli. Er greift nach seinem Magnetband, das ihm beim Kugeln-Hochheben das Bücken erspart und sagt: «Und nun los Männer, die nächste Runde wartet.»

Samstag, 16. Juni, Plauschspieltag, Begegnungsplatz Strengelbach, 10 bis 16 Uhr. Anmeldung vor Ort.

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