Unglaubliche 70 Jahre Mitglied in der MG Egolzwil: Alfred Egli wird Ehrenveteran

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Alfred Egli vor seinem Haus in Egolzwil. (Bild: RONNIE ZUMBÜHL)
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Alfred Eglis Musikerpass, den er durch das Beitreten bei der MG Egolzwil erworben hat (rzu)

Das ist der Tag der Alfred Eglis. Der Luzerner Kantonal-Blasmusikverband ehrt heute zwei gleichnamige Musikanten zu eidgenössischen Ehrenveteranen. Das heisst – und macht die Tatsache zugleich noch aussergewöhnlicher: Beide sind seit 70 Jahren Aktiv-Mitglied in einem Musikverein. An der Veteranenehrung, die zum Auftakt des 59. Luzerner Kantonal-Musiktages 2018 in Eschenbach stattfindet, werden insgesamt 147 Musikantinnen und Musikanten für 30 oder mehr Jahre Aktiv-Mitgliedschaft im Musikverein geehrt.

Ein Alfred Egli kommt aus Egolzwil. Der pensionierte Landwirt, der auch heute, mit 87 Jahren, noch auf dem Bauernhof aushilft, ist kräftig gebaut. Genug Platz für eine grosse Lunge also. Die feuchte Luft, die von der Moorebene des Wauwilermooses herüberweht, tut vielleicht sein Übriges. Jedenfalls hat Alfred Egli noch nicht genug von der Blasmusik.

Höhepunkt 1980
Vor 70 Jahren, 1948, ist er der MG Egolzwil beigetreten. Neben dem Männerchor war das der einzige Verein im Dorf. Da bereits sein Vater Mitglied der MG Egolzwil war, dürfte die Wahl nicht schwergefallen sein. Ein Bekannter aus dem Musikverein habe ihm und seinem Bruder daraufhin das Spielen der C- und F-Dur beigebracht. Als 18-Jähriger spielte Alfred Egli dann das erste Mal in der Öffentlichkeit Posaune. «Das war an der Erstkommunion meines kleinen Bruders, es war ein schöner Frühlingstag», erinnert sich Egli. Alle seine sechs Brüder traten später ebenfalls der Musikgesellschaft bei. 1951 klopfte zudem die Schötzer Brassband Frohsinn bei ihm an und fragte, ob er bei ihnen mitmachen wolle. Egli fühlte sich geehrt. «Die Schötzer haben sich die guten Bläser geholt», sagt Egli. Er gab sich einverstanden. Fortan war er Doppelmitglied in Schötz und Egolzwil.

1960 wechselte Alfred Egli das Instrument: Die nächsten 30 Jahre spielte er das wohlklingende Euphonium. 1976 holte sich Egli zusammen mit der Schötzer Brassband den Sieg am Eidgenössischen Musikfest in Biel. Vier Jahre später besuchte er mit der MG Egolzwil das 22. Kantonal-Musikfest in Wolhusen – ein Höhepunkt für den Ehrenveteranen. Denn die Brassband holte sich den Sieg in der 1. Klasse, Alfred Egli spielte solo Euphonium, sein Bruder dirigierte.

Nach 2500 Proben ist Alfred Egli 1978 aus dem Frohsinn Schötz ausgetreten. 2003, nach 4500 Proben, legte er auch bei der MG Egolzwil das Blasinstrument nieder. Seither ist er dort Ehrenmitglied. Die Freude am Musizieren hält Alfred Egli aber noch in beiden Händen. Die Musik klinge immer noch gut, sagt er. 1998 ist er der Veteranenmusik Willisau beigetreten. Mit der er nach wie vor einmal wöchentlich zusammen probt. Mittlerweile spielt Egli auch wieder die Posaune.

Alfred Egli freut sich darauf, den eidgenössischen Ehrenveteranen-Titel entgegenzunehmen. «Es ist sehr selten, dass Musikantinnen und Musikanten 70 Jahre aktiv in einem Musikverein dabei sind.» Wenn es die Gesundheit erlaube, werde er noch lange Musik machen.

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