Öffentlicher Verkehr unter Kostendruck

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Standen Sie auch schon vor dem Billet Automaten und haben versucht, die kostengünstigste Variante zu suchen oder herauszufinden, welche Zone Sie befahren werden. Haben Sie auch schon gedacht, wie sich in unserem Ferienland Schweiz wohl Feriengäste zurechtfinden? Warum werden in einer globalen Welt funktionierende Vorlagen bei uns nicht studiert und eingesetzt?
 
Zum Beispiel hat Sydney, eine Stadt mit ebenso vielen Einwohnern wie die Schweiz, eine super Lösung gefunden. Als Reisender und Benutzer kaufen Sie im Hotel oder am Kiosk eine OPAL-Karte, in der Form einer Kreditkarte, mit einem beliebigen Guthaben, z.B.  20 A$ oder 40 A$ oder mehr ( 1 A$ = ca. 0.75 Fr.).
Der Vorteil liegt in der Bequemlichkeit. Sie brauchen für alle Verkehrsmittel nur eine Fahrkarte. Die korrekte Abbuchung erfolgt ganz einfach beim Ein- und Aussteigen: Steigt man in das Verkehrsmittel ein, muss man lediglich seine Opal-Karte an eines der Kartenlesegeräte an Bahnhöfen, Fähren- und Schiffsanlegestellen oder Bussen halten und beim Aussteigen wieder genauso verfahren. Mehr braucht es gar nicht.
Die preislichen Vorzüge verlocken ebenfalls. Besonders interessant ist der Tages-Preisdeckel, was bedeutet, dass an einem Tag nie mehr als 15,40 A$ für Vollzahler abgebucht werden (Kinder 7,70 A$), egal wie oft und wie weit man an dem Tag gefahren ist. Sonntags liegt dieser Sonntags-Preisdeckel sogar bei nur 2,60 A$. Wer innerhalb einer Woche 8 Fahrten mit seiner Opal-Karte bezahlt hat, für den sind alle weiteren Fahrten in derselben Woche um 50 % ermässigt. Senioren fahren mit der Gold-Opalkarte für maximal 2,60 A$ pro Tag soweit sie wollen.
Zudem gibt es ein 60 Minuten-Umsteigefenster, sodass man seine Fahrt unterbrechen kann, wenn man sich zum Beispiel draussen etwas genauer anschauen möchte. Wird die Fahrt innerhalb von 60 Minuten wieder aufgenommen, berechnet die Opal-Karte dies nur als eine Fahrt.
 
Das sind fortschrittliche Lösungen mit einem einfachen Drehkreuz geregelt – zu einfach für die Schweiz? Bei uns wird an komplizierten, pannenanfälligen Handy-Lösungen gebastelt. Vermutlich sind dabei auch nicht alle Regionen, Bahnen, Bergbahnen, Schiffe und Busse mit einbezogen. Schade.
 
Hans Jörg Pfister, Zofingen
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