Nach Rekordflut: Ein Damm soll Uerkheim in Zukunft schützen

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Projektleiter Sebastian Hackl (r.) und Hanspeter Lüem, kantonaler Gewässerschutzbeauftragter, bei der Begehung. (Bild: Rahel Plüss)
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Oberhalb der Rosenzucht Koller soll ein Wall quer über das Tal errichtet werden. © Rahel Plüss

Fast ein Jahr ist vergangen, seit die Uerke am 8. Juli 2017 in einer Rekordflut über die Ufer trat und in Uerkheim grosse Verwüstung anrichtete. Im Dorf ist davon nicht mehr viel zu sehen. Aber das Schreckensereignis ist – zumindest bei den Betroffenen – noch sehr präsent, wie Gemeindeammann Herbert Räbmatter sagt. So etwas möchte man hier nicht gleich wieder erleben. Der Hochwasserschutz muss verstärkt, das Dorf besser geschützt werden. Aber wie? Da scheiden sich die Geister.

Kanton prüft neue Varianten
Bereits zwei Hochwasserschutzprojekte sind vor dem Souverän gescheitert. Jetzt hat der Kanton die Federführung für einen dritten Anlauf übernommen und prüft erstmals die technischen Möglichkeiten für eine neue Variante. Bei dieser sollen die Fluten in einem Rückhaltebecken vor dem südlichen Dorfeingang aufgehalten oder zumindest abgeschwächt werden.

Eine entsprechende Machbarkeitsstudie ist in Arbeit, wie Projektleiter Sebastian Hackl der Aargauer Zeitung bei einem Ortstermin erklärt. Das angedachte Projekt sehe vor, oberhalb der Rosenzucht Koller einen Wall quer über das Tal zu errichten, hinter dem sich bei Hochwasser auf den Feldern Richtung Bottenwil ein See aufstauen könne. Damit die Verbindung zwischen den Gemeinden auch im Ereignisfall gewährleistet wäre, müsste die Hauptstrasse hangwärts verschoben oder mit Verbauungen abgesichert werden.

Für genaue Angaben zu Ausmass und Kosten sei es noch zu früh. Gemäss ersten Schätzungen dürfte der Damm um die vier Meter hoch werden und sich das Projekt kostenmässig in einem ähnlichen Rahmen bewegen wie das letzte Schutzprojekt. Sechs Millionen Franken waren damals veranschlagt. Auch diesmal würden sich Bund und Kanton finanziell beteiligen, der Anteil für die Gemeinde läge bei rund einem Drittel. «Die Landwirte müssten natürlich bei einem Ereignis entschädigt werden», so der Projektleiter. Das sei selbstverständlich. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie werde auch eine zweite Variante mit zwei kleineren Becken anstelle eines grossen geprüft.

«Das war ein Extremereignis»
Dieses Hochwasserschutzprojekt stützt sich auf aktuellste Daten ab. Nach dem Unwetter vom vergangenen Sommer hat der Kanton eine Ereignisanalyse der Schäden gemacht. Anhand eines sogenannten Niederschlags-Abflussmodells wurde daraufhin überprüft, ob die auf der Gefahrenkarte prognostizierten Angaben stimmen. «Das tun sie sehr gut», resümiert Sebastian Hackl. «Da braucht es keine Anpassungen.»

Das Hochwasser von letztem Sommer hatte sich aber nicht an die definierten Schutzziele gehalten. «Das war ein Extremereignis», so der Ingenieur, «eins, das weit über das Ausmass eines hundertjährlichen Hochwassers hinausging.» Auf solch ein Ereignis kann man die Massnahmen nicht ausrichten. «Schon gar nicht im Dorf», sagt Hanspeter Lüem, Gewässerbeauftragter beim Kanton. «Für eine solche Wassermenge kann man die Uerke bei den gegebenen Platzverhältnissen innerhalb der Siedlung nicht ausbauen.» Ein Rückhaltebecken könne aber kurze Ereignisse abfedern, auch wenn sie einmal stärker ausfielen.

Gemeindeammann Herbert Räbmatter ist guten Mutes, dass sich mit dem neuen Vorhaben «eine gute Lösung für alle» finden lässt, wie er sagt. «Das Ereignis im vergangenen Sommer hat gezeigt, dass es einen Hochwasserschutz braucht», sagt er (vgl. Interview rechts). Auch wenn die Bevölkerung mitmacht, von heute auf morgen lässt sich das Vorhaben aber nicht realisieren. Gemäss Zeitplanung des Kantons soll die Machbarkeitsstudie bis Ende Jahr fertig sein. 2019 soll dann mit der konkreten Projektierung begonnen werden – Dauer mindestens ein Jahr.

Frühestens 2020 kann das Projekt der Gemeindeversammlung zur Abstimmung unterbreitet werden. Auf das Bewilligungsverfahren folgt der Landerwerb. Bei Einwendungen kann sich das Prozedere Jahre

Erste Sofortmassnahmen im Juni
Bis dahin will man nicht untätig bleiben: Erste Vorkehrungen für den Hochwasserschutz wurden im Zuge der Aufräumarbeiten bereits getroffen. So hat man das Bett der Uerke etwa im Bereich des Gewerbebetriebs von Gemeindeammann Herbert Räbmatter verlegt und verbreitert, die zerstörte Radwegbrücke durch eine breitere ersetzt. Ab Anfang Juni werden die noch ausstehenden Optimierungs- und Fertigstellungsarbeiten ausgeführt.

Weitere Wiederherstellungsmassnahmen stehen in den nächsten Wochen an. Auf dem gesamten Gewässerabschnitt zwischen Metzgerei Klauser und dem nördlichen Dorfausgang sollen die Kiesablagerungen ausgebaggert und das Bachprofil, dort wo es die Platzverhältnisse zulassen, punktuell verbreitert werden. Auch an der südlichen Gemeindegrenze, oberhalb der Radwegbrücke werden Auflandungen abgetragen, um den Kieseintrag in die unterhalb liegenden Abschnitte zu reduzieren.

Im Gegensatz dazu darf der Kies im renaturierten Bereich gleich oberhalb liegen bleiben. Mit zusätzlichen Steinschwellen werden dort weitere Eintiefungen der Bachsohle verhindert und damit der Austrag von Kies aus diesen Abschnitt begrenzt.

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Riesige Wassermassen überfluteten im Sommer 2017 Uerkheim (Bild: Marco Wegmüller)
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(Bild: Marco Wegmüller)
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