Stau: Telli-Kreisel ist zwei Monate ausser Betrieb wegen Fernwärme-Leitung

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Ein Verkehrsdienst am neuralgischen Punkt, dem «Nicht-Kreisel» Tellistrasse-Neumattstrasse, soll die Situation verbessern. (Bild: Ueli Wild)

Dienstag, kurz vor 17 Uhr. Der Feierabendverkehr in Richtung Osten staut zurück bis zur Kettenbrücke. Mühlematt- strasse, Tellistrasse: Die Strecke vom Fretz-Parkplatz bis zum Kreisel Tellistrasse-Neumattstrasse ist 1,7 Kilometer lang. Die Fahrt dauert rund 20 Minuten. Ergibt gut fünf Kilometer pro Stunde. Wer nicht gerade lahm geht, ist zu Fuss schneller.

Ein Grund dafür, dass der Verkehr auf der Achse zu Staffelegg- und Autobahnzubringer noch zähflüssiger ist als sonst zu Stosszeiten, ist beim Kreisel Tellistrasse-Neumattstrasse zu finden. Oder vielmehr in der Tatsache, dass dieser Kreisel zur Zeit gar keiner ist. Dass er nur mit Einschränkungen befahrbar ist, liegt nicht zuletzt am Leitungsbau der Eniwa für die Kälte- und Wärmezentrale in der Telli. Entlang der Grossbaustelle der Hanimob AG an der Neumattstrasse Nord ist die westliche Fahrbahn auf der ganzen Länge bis zum Werkhof aufgerissen.

Im Prinzip geradeaus weiter
In die Neumattstrasse Nord einbiegen kann man nur von Osten her. Die Ausfahrt funktioniert nur westwärts – mithilfe des beim Kreisel postierten Verkehrsdienstes. Von Osten her kann man den Kreisel ansonsten nur geradeaus in Richtung Stadt verlassen. Eine ausgezogene orange Linie verbietet das Abbiegen in die Neumattstrasse Süd. Umgekehrt, von Westen her, ist dieses Einbiegen möglich, das Geradeausfahren in Richtung Osten auch, nicht aber das Einmünden in die Neumattstrasse Nord. Fahrzeuge von der Neumattstrasse Süd her, müssen zwingend nach rechts weiterfahren.

Da sich die beiden Fahrbahnen der Tellistrasse nun auf engstem Raum auf der Südseite am Mittelpunkt des Kreisels vorbeischlängeln, musste das Trottoir beschnitten werden. Die Hälfte des Trottoirs gehört noch den Fussgängern, die andere Hälfte wurde der Fahrbahn stadtauswärts zugeschlagen. Die rechten Räder der Autos rollen also auf dem Trottoir. Kreuzen ist an sich problemlos möglich, einzig wenn zwei «Schwergewichte» (Gelenkbus, Lastenzug) aufeinandertreffen, wirds ein wenig eng – auch für die Fussgänger auf dem Resttrottoir.

Die eingeschränkte Nutzbarkeit des Kreisels Neumattstrasse führt zu einer Mehrbelastung der beiden nächstgelegenen Kreisel (Staffeleggzubringer und Delfterstrasse). Dies, weil die Verkehrsteilnehmer, die bei der Neumattstrasse nicht die gewünschte Kreiselausfahrt benützen können, bis zum nächsten Kreisel weiterfahren, um auf diese Weise wenden zu können. Kommt dazu, dass zu Spitzenzeiten der Kreisel Neumattstrasse selber seit Monaten schon im Normalbetrieb überlastet ist. Da nämlich die Eniwa auch auf der Delfterstrasse Süd Leitungen verlegt und diese Strasse auf dem mittleren Abschnitt total gesperrt ist, erfolgt die Zu- und Wegfahrt des ganzen Verkehrs aus dem Raum Weihermattstrasse via Neumattstrasse Süd. Regelmässig bildet sich deshalb hier schon Stau.

Neumattstrasse Süd folgt noch
Die Sperrung der Delfterstrasse Süd bleibt nach Eniwa-Angaben bis zum Sommer bestehen. Die Bauarbeiten als solche seien voraussichtlich bis Ende Juni abgeschlossen. Es folgten dann aber, noch mit der Stadt koordinierte Belagsarbeiten. Ist die Delfterstrasse Süd wieder befahrbar, beginnt dafür der Leitungsbau auf dem Abschnitt Neumattstrasse Süd (Abschnitt Weihermattstrasse bis Kreisel Neumatt- strasse). Geplant ist der Baubeginn hier für Anfang Juli. Die Dauer der Arbeiten sei von der Witterung abhängig, heisst es bei der Eniwa. Läuft alles planmässig, sollten sie Mitte November abgeschlossen werden können.

Und wie lange dauert das aktuelle Regime beim Kreisel Neumattstrasse? «Voraussichtlich bis Ende Juli 2018», lautet die Antwort von Harriet Moser, Leiterin Kommunikation bei der Eniwa. Danach werde der Kreisel provisorisch instandgestellt und wieder regulär befahrbar sein. Ab September würden dann Arbeiten auf der Südseite des Kreisels vorgenommen.

Bis Ende Oktober sollen sie abgeschlossen sein. Im gesamten Bereich, stellt Harriet Moser klar, handle es sich um ein koordiniertes Projekt mit der städtischen Kanalisation sowie andern Werken, «sodass sich die Bedarfssituation nicht alleine durch den Fernwärme- und Fernkälteleitungsbau ergibt». Und die gesamte Verkehrsführung, so Moser weiter, erfolge in enger Abstimmung mit der Stadtpolizei. Die Situation verbessern solle der neu eingerichtete Verkehrsdienst. Gestern Mittwoch zumindest schien sich diese Annahme zu bestätigen.

Weitere Baustellen, die mit dem Fernwärme- und Kältenetz in der Telli zusammenhängen, haben keinen oder keinen grossen Einfluss auf den Verkehr. Das gilt für die Arbeiten östlich des Einkaufszentrums entlang der Tellistrasse, die noch nicht in Angriff genommene Baustelle an der Eggstrasse (Abschnitt von der Weihermattstrasse an südwärts, Baubewilligung liegt vor) und am Guyerweg.

Die unmittelbar neben der ARA geplante Fernwärme- und Fernkältezentrale Telli (Kostenpunkt 20 Mio. Franken) ist eine von sechs derartigen Zentralen der Eniwa in Aarau. Die Wärme- und Kälteverbünde Kasino, Torfeld und Kantonsspital sind in Betrieb, Schachen, Telli und Goldern in Entstehung begriffen. Das zentral gesteuerte Heiz- und Kühlsystem auf Basis erneuerbarer Energien ist ein Beitrag zur Umsetzung der städtischen Energiestrategie 2050. Das Netz soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden.

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