Sandsteinmuseum: Ein Stück Dorfgeschichte erhalten

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Seit einem Jahr ist das Taglöhnerhaus von einem Baugerüst umgeben. Das wird auch noch eine Weile so bleiben. lbr
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Die Chouscht ist komplett aus Sandstein gefertigt – das ist selten. (LBR)
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Das Dach ist bereits renoviert: morsche Balken ersetzt und mit Ziegeln gedeckt. (lbr)

«Der Gemeinderat möchte mit einem Darlehen helfen, die Geschichte von Staffelbach zu bewahren», schreibt der Gemeinderat in den Unterlagen zur kommenden Gemeindeversammlung. Er beantragt daher der Ortsbürger-Gemeinde, zugunsten des Sandsteinmuseums ein zinsloses Darlehen zu sprechen, damit das Taglöhnerhaus renoviert werden kann. «Wir sind sehr froh über das Engagement des Gemeinderates», sagt Priska Hauri, Präsidentin des Vereins Sandsteinmuseum, während sie im entkernten Taglöhnerhaus steht. Das kleine Gebäude war ursprünglich eine Schmiedewerkstatt und diente erst später als Taglöhnerhaus. Verschiedene Wände sind aufgrund eines Holzschwammes entfernt und entsorgt worden, anstelle der Böden liegt Kies und Bauschutt. Nur der alte Ofen mit Sitzchouscht, ein Waschbecken, ein Sparherd und ein altes Küchenbuffet sind die Überbleibsel der Behausung, die von drei Geschwistern bewohnt worden ist. Nun soll das Gebäude, das seit 1980 leer gestanden ist, fachgerecht renoviert werden. Die Baubewilligung hat der Verein Sandsteinmuseum Ende letztes Jahr bekommen. «Die 200 000 Franken der Ortsbürgergemeinde helfen uns, die Sanierungsarbeiten in Angriff zu nehmen. Wir sind aber auch weiterhin auf Spenden und Sponsoring angewiesen», sagt Priska Hauri. So haben verschiedene Handwerksbetriebe aus der Region in Aussicht gestellt, Material und oder Arbeit zugunsten des Sandsteinmuseums zu spenden.

Dach bereits saniert
Seit einem knappen Jahr ist das Taglöhnerhaus von einem Gerüst umgeben. Ein Mitglied des Vereins Sandsteinmuseum hat sich um das marode Dach gekümmert: morsche Dachbalken entfernt, mit Altholz ergänzt und anschliessend das Dach komplett mit Biberschwanzziegeln neu gedeckt. Als Nächstes ist die Sanierung des Sandsteins geplant. Die Witterung hat Tür- und Fenstergewänden arg zugesetzt. «Die Sandsteinoberflächen müssen auf tragfähigen Untergrund zurückgearbeitet und danach aufgemörtelt und reprofiliert werden. Schadhafte Stellen werden durch Vierung, das sind Steinflicke, ersetzt. Um den Sandstein gegen erneute Verwitterung zu schützen, stehen zwei Varianten zur Diskussion», erklärt Priska Hauri. Im Moment werde abgeklärt, welche dieser Varianten bevorzugt werden soll. Neben der Sanierung sind auch Anpassungen im Gebäude geplant. Um einen Museumsbetrieb einrichten zu können, ist eine Toilette nötig, denn künftige Museumsbesucher möchten vermutlich nicht das Plumpsklo benutzen. Darum soll ein Wanddurchbruch realisiert und der Aufgang zum Dachgeschoss verschoben werden. Dadurch entsteht Platz für ein WC und eine winzige Garderobe.

Einzigartiges Sandsteinmuseum
Alle Bauarbeiten geschehen in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege. So auch der geplante Anbau in Anlehnung an eine alte Steinhauerhütte. Diese wird auf drei Seiten offen sein, damit der Staub, der beim Steinhauen entsteht, abziehen kann. In der Hütte sollen grössere Exponate ausgestellt werden, beispielsweise ein Staffelbacher Türsturz. Ausserdem können sich dort dereinst die Besucher selber als Steinmetze versuchen. «In der Vorprojektphase mussten wir verschiedene Abklärungen über die Realisierbarkeit eines Museums treffen. Die Nähe zu den Steinbrüchen, wo der Sandstein herkommt, und die Bedeutung des Steinhandwerks in der Geschichte des Dorfes und der Region hat sicher wesentlich dazu beigetragen, die Bewilligung für die Umnutzung des Taglöhnerhauses als Museum zu erhalten», erklärt Priska Hauri. Selbstverständlich ist es nicht, denn das Gebäude steht in der Landwirtschaftszone auf einem relativ kleinen Grundstück direkt an der Kantonsstrasse. So mussten denn vorgängig auch bestimmte Auflagen des Kantons erfüllt werden.

Der Verein Sandsteinmuseum wird sich ebenfalls bei der Erforschung der Staffelbacher Sandsteinbrüche engagieren: Finden sich Dokumente, die den Beginn der Steinhauertätigkeit belegen? Wohin sind die Sandsteine geliefert worden? Wie wurden die Steine transportiert und wie lange dauerte beispielsweise eine Steinfuhre auf die Festung Aarburg? Ob dieser Teil der Staffelbacher Geschichte aufgearbeitet und im passenden Rahmen präsentiert werden kann, hängt nun von der Entscheidung der Ortsbürger am 8. Juni ab 19.30 Uhr ab. Priska Hauri – selber Ortsbürgerin – schaut der Versammlung mit Spannung entgegen.

EINWOHNERGMEIND

Schulvertrag und BNO-Gesamtrevision

Anschliessend an die Versammlung der Ortsbürger tagen am Freitag, 8. Juni um 20 Uhr im Gemeindesaal die Einwohner. Sie stimmen ab über: Schulvertrag mit Schöftland Zusätzlicher Kredit von 80 000 Franken für die Gesamtrevision der Nutzungsplanung Zusätzlicher Kredit von 200 000 für die Leitungssanierung im Rahmen der GEP Genehmigung Jahresrechnung 2017 und Rechenschaftsbericht Genehmigung Kreditabrechnung Erschliessung Oberfeld und Anpassungen der Holzschnitzelheizung

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