Verkehrsberuhigung und Lärmschutzmassnahme: Tempo 30 beim «Scharfen Ecken»

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Im Gebiet Fleckenhausen und damit auf der Rubern-, Säget- und Pilatusstrasse in Rothrist hat der Gemeinderat beschlossen, das Tempo von 50 auf 30 zu reduzieren.
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In Rothrist rollt der Verkehr im Gebiet Fleckenhausen bald langsamer. «Auf diesem Strassenabschnitt befindet sich unter anderem die regionale Radroute nach Strengelbach. Zudem kann bei acht Liegenschaften mit dieser Massnahme der überschrittene Lärmgrenzwert runtergesetzt werden», erklärt Gemeinderat Hans Rudolf Sägesser.

Runter vom Gaspedal heisst es für Fahrzeuglenker beim Restaurant-Dancing «Scharfen Ecken» in Rothrist. Auf der Rubernstrasse gilt bald Tempo 30 statt 50. Die Geschwindigkeitsreduktion hat der Gemeinderat Rothrist beschlossen. Auch das Departement Bau, Verkehr und Umwelt hat die neue Zonensignalisation im Gebiet Fleckenhausen gutgeheissen. Auf diesem Streckenabschnitt könnten damit Gefahren entschärft werden. «Unter anderem befindet sich die regionale Radroute nach Strengelbach auf diesem Strassenabschnitt. Zudem kann bei acht Liegenschaften der überschrittene Lärmgrenzwert runtergesetzt werden», erklärt der zuständige Gemeinderat Hans Rudolf Sägesser bei einem Augenschein vor Ort.

Viel befahrene Strassen
Der Verkehr rauscht unablässig Richtung Strengelbach oder Rothrist. Anders sieht die Verkehrssituation um die Stosszeiten aus – dann staut der Verkehr minutenlang auf der Rubernstrasse. Dies, weil die Hauptstrasse durch die Gemeinde stark befahren ist. Mehr als 15 000 Fahrzeuge rollen täglich über die Bernstrasse. Und das Verkehrsaufkommen nimmt zu, zum Leidwesen der Gemeinde Rothrist. Hoffnungsträger ist die 3. Etappe der Wiggertalstrasse, wobei der Zeitpunkt der Realisation noch nicht feststeht.

Statt abzuwarten liess Rothrist vor vier Jahren ein Strassenlärm-Sanierungsprojekt (LSP) für sämtliche Gemeindestrassen durch das Ingenieurbüro Grolimund + Partner AG erstellen. Dieses lag im Frühjahr 2015 öffentlich auf. Gemäss Sägesser gingen keine Einsprachen ein. Der Gemeinderat beauftragte daraufhin das Aarauer Ingenieurbüro Ballmer + Partner AG ein Gutachten für die Einführung einer Tempo-30-Zone im Gebiet Fleckenhausen auszuarbeiten. Im Gutachten vom Mai 2017 stellte das Ingenieurbüro unter anderem fest, dass aufgrund der Strassenbelastung und gefahrenen Geschwindigkeiten der Lärmgrenzwert bei mehreren Liegenschaften an der Rubern- und Sägetstrasse überschritten wird. «Durch die Temporeduktion kann das Strassenlärm-Sanierungsprojekt der Gemeinde umgesetzt werden», erklärt Sägesser. Er betont, dass gemäss der eidgenössischen Lärmschutzverordnung bis Ende 2018 Eigentümer immissionsstarker Strassen geeignete Schutzmassnahmen treffen müssen.

Strassenlärm deutlich verringert
Im Gebiet Fleckenhausen mit der Rubern-, Säget- und Pilatusstrasse komme aus Kostengründen weder der Einbau von Flüsterbelag noch der Bau von Lärmschutzwänden oder der Einbau von Schallschutzfenstern in Frage. «Eine Begrenzung der Geschwindigkeit ist die wirksamste Massnahme. Der Strassenlärm kann so um etwa 1,5 Dezibel reduziert werden», betont Sägesser. Bei Tempo 30 werde der Verkehr verflüssigt und damit Brems- und Beschleunigungsvorgänge reduziert. Laut Sägesser setzen die Verantwortlichen vorerst auf eine einfache Signalisation ohne bauliche Massnahmen. Dies bedeutet, dass bald drei neue Tempo-30-Eintrittsportale stehen. Das bestehende Schild an der Pilatusstrasse wird abgebaut, beziehungsweise versetzt. Im Gebiet Hölzli herrscht schon seit elf Jahren Tempo 30.

Sechs Einsprachen
Der Beschluss des Gemeinderats über die Tempo-30-Zone im Gebiet Fleckenhausen lag kurz vor Weihnachten auf der Gemeindeverwaltung auf – gleichzeitig mit dem Gesuch zur Temporeduktion im Gebiet zwischen Breitenstrasse und Geisshubelweg (wir berichteten). Dort sollte ebenfalls der Verkehr langsamer rollen. Doch der Gemeinderat entschied sich dagegen. Zur Neubeurteilung trug unter anderem die Petition eines überparteilichen Komitees mit 840 Unterschriften bei. So ist auf den neun betroffenen Strassen weiterhin Tempo 50 angesagt. «Gemäss Strassenverkehrsgesetz ist für die Anordnung von Verkehrsbeschränkungen auf Gemeindestrassen ganz klar der Gemeinderat zuständig», betont Sägesser.

Zurück zum Fleckenhausen-Gebiet. Hier gingen während der Einsprachefrist beim Gemeinderat sechs Einsprachen ein. Die Einsprecher haben Vorbehalte gegen verkehrsberuhigende Massnahmen und argumentieren, dass die betroffenen Strassen gut ausgebaut seien und zum Teil über ein Trottoir verfügten. Die geringe Anzahl Unfälle in den letzten Jahren zeige, dass keine Sicherheitsproblematik bestehe. Die Kosten für die Einführung und Nachkontrolle ständen in keinem Verhältnis zum Nutzen der Tempo-30-Zone. Anders sieht dies Gemeinderat Sägesser: «Die Reduktion ist speziell in diesem Gebiet zweck- und verhältnismässig.» Deshalb habe der Gemeinderat die Einsprachen abgewiesen.

Regierungsrat entscheidet
Rechtskräftig ist der neue Entscheid des Gemeinderates für die neue, vierte Tempo-30-Zone in Rothrist noch nicht. Es gilt die dreissigtägige Frist abzuwarten. Beschwerdeinstanz ist der Regierungsrat. Dieser hat auch über die Beschwerde gegen den Verzicht der Tempo-30-Zone zwischen Breitenstrasse und Geisshubelweg zu befinden. Gegen den Entscheid des Gemeinderates, dort auf Tempo 30 zu verzichten, hat ein Anwohner Beschwerde eingereicht. Gemäss Sägesser hat der Gemeinderat dazu letzte Woche seine Stellungnahme eingereicht.

Lesen Sie den Kommetar zum Thema von Chefredaktor Philippe Pfister 

Auf der Rothrister Sägetstrasse bleibt es bei Tempo 80

Gleichzeitig mit der Tempo-30-Zone Fleckenhausen hatte der Rothrister Gemeinderat auch eine Temporeduktion auf der Sägetstrasse von 80 km/h auf 60 km/h vorgesehen. Doch das Departement Bau, Verkehr und Umwelt ist gegen die Temporeduktion und hat gegen die Verkehrsordnung eine «aufsichtsrechtliche Eingabe/Einsprache» eingereicht. Gemäss Kanton habe der Gemeinderat sein Ermessen überschritten. Eine reduzierte Geschwindigkeit würde nicht dem Erscheinungsbild des betrachteten Strassenabschnitts entsprechen. Damit würde eine Herabsetzung der Geschwindigkeit erzwungen, was von den Verkehrsteilnehmern als Schikane wahrgenommen werde. Auf Strassenabschnitten mit nicht angepasstem Erscheinungsbild werde die erzwungen reduzierte Geschwindigkeit kaum eingehalten. Dies könne die Verkehrssicherheit stark negativ beeinflussen, wenn sich andere Verkehrsteilnehmende auf vermeintlich langsamere Geschwindigkeiten verliessen. Ausserdem werde im Herbst 2018 der mittlere Abschnitt der Wiggertalstrasse eröffnet. Gemäss den Verkehrsanalysen werde sich das heutige Verkehrsaufkommen auf der Sägetstrasse um 60 Prozent reduzieren.

«Wird die gesamte Verkehrssituation betrachtet, macht die Reduktion Sinn», sagt Gemeinderat Hans Rudolf Sägesser und fährt fort: «Nachdem der Kanton im Rahmen seiner gesetzlichen Aufsichtspflicht der Herabsetzung jedoch nicht zugestimmt hat, kann diese Verkehrsanordnung leider nicht umgesetzt werden.»

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Reine Schikane

Mättu
schrieb am 05.06.2018 12:17
Man hätte lieber auf die Wiggertalstrasse gewartet und dann bei Bedarf das Tempo angepasst. Leider wird hier Weitblick vermisst. Im Moment ist es nicht mehr als eine Schikane, da der Verkehr gar keine andere Wahl hat, also dort durchzufahren. Aber in einigen Monaten sieht das alles anders aus.
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