Bewegungen auf dem Entwicklungsgebiet Bahnhof Nord

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Das Gelände der Baufelder 1 und 2: Zwei Interessenten, darunter die Pallas Kliniken, stehen vor der Übernahme je eines Baufeldes. Bruno Kissling/Archiv

Es versprühte in den Jahren 2013/2014 den Hauch von Potenzial grossstädtischen Flairs, das Areal Bahnhof Nord in Olten. Auf der rund drei Hektar grossen Fläche zwischen Bahnhofplatz und einstigem Dampfhammer sollte so etwas wie Klein-Manhattan entstehen: Sechs Kuben mit einer Maximalhöhe von 46 Metern und 13 Etagen sind gemäss Planer dort vorgesehen. Die Anzahl Kuben entsprechen der Anzahl Baufelder, wobei seit Ende 2014 eines davon durch den Grundstückseigner, die SBB, bereits belegt ist. Dort befindet sich die neue Betriebszentrale.

Heimischer mit dabei
Nun regen sich weitere Bauwillige; Klein-Manhattan nimmt einen Anlauf: Zwar sind die Handänderungen noch nicht vollzogen, aber die Pallas Gruppe und die Projektentwicklungsgesellschaft Mettler2Invest AG mit Sitz in St. Gallen haben sich für die Baufelder 1 und 2 (beide südlich der Betriebszentrale gelegen) interessiert und in einem Bieterverfahren der SBB den Zuschlag dafür bekommen. Baufeld 1, ganz im Süden des Areals gelegen, ging an den St. Galler Investor, der anschliessende Baubereich 2 sowie dortige Bestandesbauten an den medizinischen Dienstleister mit Hauptsitz in Olten. Christian Ginsig, Mediensprecher der SBB, sagt auf Anfrage: «Wie seit langer Zeit bekannt ist, beabsichtigt die SBB, die Baufelder 1 und 2 einer privaten Nutzung zuzuführen.» Die Verträge dazu seien aber noch nicht unterzeichnet. Deshalb kommentiere die SBB dieses Projekt derzeit nicht.

Im Januar 2014 hatte sich Jörg Stöckli, Leiter SBB Immobilen, im Rahmen der Planauflage gegenüber dieser Zeitung geäussert, voraussichtlich bis in acht Jahren stehe auf dem Areal ein neuer Stadtteil. Mittlerweile sind deren vier vergangen. Aber schon damals war für die Eignerin SBB klar, dass zuerst die Baufelder zwischen Betriebszentrale und Bahnhofplatz in Zusammenarbeit mit Privateigentümern entwickelt würden. Die mögliche Ansiedlung eines medizinischen Angebots wurde schon damals in Betracht gezogen.

Auch die andern beiden involvierten Parteien geben sich derzeit zurückhaltend. «Als stark wachsende Klinikgruppe sind wir naturgemäss dazu verpflichtet, unsere unternehmerischen Spielräume laufend auszuloten. Dies betrifft nicht nur unseren Hauptsitz in Olten, sondern alle unsere 15 Standorte in der Deutschschweiz», meinte etwa Stefan Brunner, Leiter Marketing der Pallas Kliniken, auf Anfrage. «Was unsere derzeitige Evaluation zur Erschliessung weiterer Räumlichkeiten betrifft, so befinden wir uns in einer frühen Planungsphase.» Man bedauere, aus diesem Grund keine detaillierten Auskünfte geben zu können. Dass sich der medizinische Dienstleister nach mehr Raum umsieht, wurde spätestens im März vergangenen Jahres klar, als Georgos Pallas, CEO der Pallas Kliniken, dieser Zeitung erklärte, der grösste Standort der Pallas Kliniken sei jener am Hauptsitz Olten, wo auf etwa 7000 Quadratmetern Fläche über 300 Personen arbeiten würden. Man habe hier zu wenig Platz und eruiere, wie das räumliche Problem gelöst werden könnte.

Die Mettler2Invest aus der Ostschweiz wollte keinerlei Informationen zum Vorhaben nach aussen tragen.

Mit Gestaltungsplan belegt
Das Areal Bahnhof Nord ist mit einem Gestaltungsplan mit Sonderbauvorschriften belegt. Demnach soll die Arealentwicklung im Speziellen einen attraktiven, urbanen, belebten und durchmischten Stadtteil hervorbringen und etwa einen öffentlichen zugänglichen Boulevard schaffen, der die Durchlässigkeit des Areals für den Langsamverkehr sicherstellt. Umgesetzt werden soll die Bebauung in zeitgemässen Standards bezüglich Umwelt und Energieeffizienz. In den fraglichen Baubereichen 1 und 2 ist in der Summe mindestens eine Fläche von vier Geschossen mit Wohnnutzung vorzusehen. Und in den Altbauperimetern sind neben den Gebäudevolumen angemessen Spuren der einstigen Nutzung zu erhalten.

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