Mobile Praxis statt Ärztestation

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Der Numerus clausus löst keine Probleme, sagt der Dermatologe Thomas Gutersohn. BEAT KIRCHHOFER
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Die Fahrzeuge der «Mobilen Ärzte» sind top ausgerüstet. ZVG

m Januar 2016 wurde sie ins Leben gerufen – die Notfallpraxis des Spitals Zofingen in Zusammenarbeit mit den Ärzten des Bezirks. Sie hat ihre Türen jedes Wochenende und an Feiertagen von 12 bis 20 Uhr geöffnet, dient als Anlaufstelle für den Messerschnitt im Finger oder zur Klärung der Frage, ob der Fuss verstaucht oder doch gebrochen sein könnte – und entlastete so die Notfallstation des Spitals, die selbstverständlich rund um die Uhr besteht. «Ende Monat ist allerdings Schluss mit der Notarztpraxis», sagt Thomas Gutersohn. Der Dermatologe ist Präsident der Ärzte im Bezirk.

Nein, die Patientinnen und Patienten werden nicht im Regen stehen gelassen. Unterstützt werden die Zofinger Mediziner neu durch die «Mobilen Ärzte» – welche in der Umgebung bereits in den Bezirken Aarau und Lenzburg sowie im Oberaargau den Notfalldienst erfolgreich übernommen haben. «Diese Firma mit rund 90 Ärzten und 50 medizinischen Notfallassistenten hat deutlich mehr personelle Ressourcen als wir», sagt Gutersohn. Eine von mehreren Einsatzbasen befindet sich direkt im benachbarten Wynau. Die Ärzte des Bezirkes decken Notfälle unter der Woche bis 19 Uhr ab. Allerdings: «Es ist sehr schwierig geworden, einen Hausarzt zu finden, der noch nicht über 60 Jahre alt ist und noch neue Patienten annimmt.»

Vor diesem Hintergrund ein Numerus clausus – eine Zulassungsbeschränkung zum Medizinstudium? Für Gutersohn eine groteske Situation. Der völlig verquere Eignungstest (mit teurem Vorbereitungskurs) wurde eingeführt, weil argumentiert wird, «viele Ärzte führen zu hohen Kosten». Gefüllt worden seien die Lücken mit Ärzten aus dem Ausland. «Darunter sehr qualifizierten Kolleginnen und Kollegen», sagt Gutersohn, «aber leider auch Leuten, die schlecht ausgebildet waren, kein Deutsch sprachen oder schon im Pensionsalter waren. Hier hat Regierungsrätin Roth vor einem Jahr Gegensteuer gegeben.»

Als Standesvertreter möchte Gutersohn die Ärzteausbildung straffen. «Das Durchschnittsalter bis zum Erreichen des Facharzttitels ist in der Schweiz 37 Jahre. Das ist zu lange.» Kürzen möchte er beim Propädeutikum – das ist jene sehr theoretische Phase des Medizinstudiums, in welcher es um Biologie, Chemie und Physik geht. Auch die vielen total überfordernden Stunden im Seziersaal könnten sicher mit anschaulicheren 3-D-Projektionen verschlankt werden. «Ein Medizinstudium sollte so ohne Qualitätsverlust in vier Jahren möglich sein. Damit könnten wieder mehr Schweizer Ärztinnen und Ärzte ausgebildet werden, was sich gesellschaftlich sicher lohnen würde.»

Weshalb steigen die Prämien?
Sorgen machen den Einwohnerinnen und Einwohnern der Schweiz die steigenden Gesundheitskosten, die sich in immer höheren Krankenkassenprämien niederschlagen. Gutersohn stört, «dass dafür in der Politik immer die geldgierigen Ärzte verantwortlich gemacht werden. Es gibt sachliche Gründe wie eine immer ältere Bevölkerung, der medizinische Fortschritt und die Anspruchshaltung der Bevölkerung.»

«Momentan steigen die Krankenkassenprämien überproportional zu den gesamten Gesundheitskosten, weil immer mehr Eingriffe ambulant gemacht werden. Das ist insgesamt auch billiger.» Nur: Die ambulanten Kosten werden zu 100 Prozent von den Kassen übernommen und bei der stationären Behandlungen übernimmt der Kanton 55 Prozent des Aufwands. «Da wird eine sinnvolle Umlagerung bestraft.»

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